Laufsport : "Runaways" knapp am Rekord vorbei

Das Startsignal ist ertönt: Die Läufer des 13. Eckernförder-Bank-Staffelmarathons machen sich auf zur ersten Runde der 42,195 km langen Marathonstrecke.
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Das Startsignal ist ertönt: Die Läufer des 13. Eckernförder-Bank-Staffelmarathons machen sich auf zur ersten Runde der 42,195 km langen Marathonstrecke.

Beim 13. Eckernförder-Bank-Staffelmarathon liefen die jungen EMTV-Talente in der Frauenwertung ganz nach vorne. Doch ausgerechnet das so begehrte 3-Liter-Weizengbierglas blieb ihnen verwehrt.

shz.de von
10. Juni 2014, 06:00 Uhr

Auch bei der 13. Auflage präsentierte sich der Eckernförder-Bank-Staffelmarathon wieder als Garant für unzählige Glücksmomente. Die Kombination aus Sport, Sonne und Gemeinschaftsgefühl sorgte einmal mehr für gute Laune auf der Borbyer Uferpromenade. 142 Teams bewältigten bei Eckernfördes größtem Laufevent die klassische Distanz von 42,195 km. Auf der 4,2 km langen Runde rund um Borby kämpften Vereine, Schulen, Firmen sowie bunt gemischte Staffeln um die besten Plätze oder am eigenen Durchhaltewillen. Der Staffelmarathon reihte sich damit als ein weiterer gelungener Höhepunkt in das Jubiläumsjahr des 150 Jahre alten Eckernförder MTV ein.

Das Gesamtalter von 150 Jahren konnten die Läuferinnen aus der Triathlon-Abteilung des EMTV nur dank ihrer einzigen Seniorin Maren Mittig knapp überschreiten. Die nominell zweite EMTV-Frauenstaffel, die sich mit einer Ausnahme ausschließlich aus jugendlichen Athletinnen zusammensetzte, sorgte mit ihrem Sieg in der Frauenkonkurrenz für einen Generationenwechsel an der Spitze und für große Freude im Kreise der Gastgeber. Nachdem die EMTV-Talente bereits 2013 in fast identischer Zusammensetzung schon die Schülerstaffel gewonnen hatten und dabei alle erwachsenen Frauenteams hinter sich gelassen hatten, gelang nun der erste Erfolg in der Hauptwertung. In starken 3:15,36 Stunden gewannen die Eckernförderinnen mit deutlichem Vorsprung vor dem STV Sörup (3:34,14 Std.) und den Vorjahresgewinnerinnen vom Borener SV (3:37,26). „Ganz kurz waren wir mal unsicher, aber dann war klar, dass wir es schaffen“, erklärt Mannschaftssprecherin Ronja Kleine. „Am meisten freuen wir uns auf das riesige Bierglas“, waren sich die Mädchen einig, die schon im Vorjahr neidvoll auf die Siegerinnen der Frauenwertung geschielt hatten, die wie die Männersieger ein gefülltes Drei-Liter-Weizenbierglas erhalten hatten. Doch ausgerechnet dieser Wunsch sollte doch unerfüllt bleiben. Da nur die jugendlichen Teammitglieder des EMTV zur Siegerehrung anwesend waren, konnten Veranstalter und Preisstifter aus Jugendschutzgründen diese Insignien des Erfolgs nicht überreichen. So entfiel zwar die Bierdusche, nicht aber die Siegesfeier.

Bei den Männern zeichnete sich schnell ab, dass die nun als LG Zippels-Runaways auftretenden Vorjahressieger so viel läuferisches Potenzial hatten, dass kein anderes Team das Tempo mitgehen konnte. Bereits in der zweiten Runde übernahm die aus vielen schnellen Läufern verschiedener Klubs aus dem nördlichen Schleswig-Holstein zusammengestellte Staffel die Führung, die sie immer weiter ausbaute. „Bei uns sind alle ziemlich genau in dem vorgesehenen Zeitfenster gelaufen. Wir merkten, dass sogar der Streckenrekord drin ist“, erklärt Teamsprecher Marcel Michaeli. Am Ende sollte aber die inzwischen fünf Jahre alte Bestmarke der Roadrunner Eilbeck (2:19,11 Std.) aber doch bestehen bleiben. Nach genau 2:20,12 Stunden überquerte Schlussläufer Hauke Timme die Ziellinie und blieb so doch eine Minute über dem Streckenrekord von 2009. „Bei zunehmender Hitze war es für die letzten Läufer schon etwas schwerer, das ganz hohe Tempo zu halten. Aber so bleibt ein Ziel für 2015“, erklärten die Sieger nach ihren zehn Runden rund um Borby. Mit der zweitschnellsten Siegerzeit hatten die alten und neuen Gewinner ihre Verfolger auf Distanz gehalten. „Der Abstand war am Ende klarer als erwartet“, bekennt Marcel Michaeli. Zum erwarteten Duell mit der 2011 und 2012 siegreichen Staffel der Theodor-Mommsen-Schule Bad Oldesloe kam es nicht. Die Stormarner mussten kurzfristig zwei Leistungsträger ersetzen und eröffneten so dem Borener SV die Chance zu einer verspäteten Revanche gegen die Staffel, die dem BSV 2011 auf dem Schlusskilometer noch den Sieg entrissen hatte. Die Männer von der Schlei, die sich angesichts der Konkurrenz und des Fehlens ihrer Top-Asse eigentlich schon mit dem dritten Platz zufrieden gegeben hätten, lieferten sich im Rennen um Platz 2 zehn Runden lang einen spannenden Kampf mit den Oldesloern. Nachdem die BSV-Staffel in der achten Runde auf Platz 3 zurückgefallen war, sorgte Michael Wittig auf der vorletzten Runde wieder für die Wende zugunsten seines Teams. Im Duell zweier Jugend-Landesmeister konnte Nick Hansen auf der letzten Runde den Abstand auf den Oldesloer Nils Grigoleit sogar noch ausbauen und rannte nach 2:32,20 Stunden mit dem BSV-Staffelholz ins Ziel, ehe die Oldesloer Staffel nach 2:34,02 Stunden folgte. Der Borener SV festigte damit seine Rolle als „ewiger Zweiter“ beim Staffelmarathon. Bei vier der letzten fünf Rennen liefen die Borener direkt hinter den Gewinnern ins Ziel.

In der Wertung der gemischten Staffeln gewann der ALG-VfL Bokel in 2:49,36 Stunden mit klarem Abstand vor dem 1. Flensburger Lauftreff (3:06,58 Std.). Die schnellste männliche Staffel bei der Altlas-BKK-Ahlmann-Schülerstaffel stellte das Ernst-Barlach-Gymnasium aus Kiel (3:32,58 Std.). In der gemischten Wertung setzte sich die Lauf-AG der Eckernförder Jungmannschule in 3:32,58 Stunden durch. Die schnellste Mädchenstaffel brachte der Gettorfer TV (3:25,45 Std.) auf die Straße.

Beim BMW-Duo-Marathon teilten sich jeweils nur zwei Athleten die 42,195 km lange Strecke in zwei Halbmarathons auf. Jens Büssen und Jan-Peter Brückner liefen als Duo „Youngs meets Old“ nach 2:52,28 Stunden knapp vor den in den Vorjahren ebenfalls schon siegreichen „4 Beinen für Borby“ (2:55,52/Matthias Köhler und Martin Brunkert). Das schnellstes Mixed-Duo bildeten Britta Mielke und Christian Greve (3:14,00). Als schnellstes weibliches Duo durften sich Sandra Loske und Yvonne Schnakenberg als „Team Friendship“ in 3:42,38 Stunden feiern lassen.

Organisator Gustav Mehlert brachte in seinem Fazit auf den Punkt, was wohl die meisten der sportlichen Gäste empfanden. „Es lief alles fast optimal“, meint Mehlert mit Blick zum blauen Himmel. Insgesamt absolvierten 122 Zehnerteams und 20 Duos erfolgreich ihre Runden um den Louisenberg.


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