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Ostseeklinik : Ruhestand für Damper Chefärzte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Orthopäde Dr. Ulrich Hinkelmann und der Neurologe Dr. Andreas Conrad werden heute in den Ruhestand verabschiedet.

Dass Rehabilitation den Menschen die Rückkehr in ein normales Leben und in den Beruf erleichtern kann, davon sind Dr. Ulrich Hinkelmann (65) und Dr. Andreas Conrad (65) überzeugt. Die beiden Chefärzte der Helios Rehaklinik Damp werden heute in den Ruhestand gehen. Dabei werden sie mit dem guten Gefühl gehen, dass ihre Abteilungen gut aufgestellt sind.

Dr. Ulrich Hinkelmann kam im August 1982 zunächst als Assistenzarzt in die Ostseeklinik Damp in die Orthopädie I. Er habe gerne operiert, stellte im Laufe der Zeit aber fest, dass sein Interesse eher der Rehabilitation gelte. Ende 1991 wechselte er als Oberarzt in die Rehaklinik Damp. Mit seinen Erfahrungen ging er 1993 für gut ein Jahr als kommissarischer Chefarzt an die Rehaklinik Ahrenshoop. Anfang 1994 kam er als Oberarzt zurück an die Rehaklinik Damp, deren Chefarzt er im Juli 1994 wurde. Der Orthopädie blieb er all die Zeit treu. Er leitete die Orthopädie I einschließlich manuelle Medizin.

Rehabilitation sei damals nicht mit den Behandlungsmethoden von heute vergleichbar, sagt Hinkelmann. Sehr viele Patienten seien damals noch wegen Kriegsbeschädigungen behandelt worden. Unter „Kur“, wie es in den 90er Jahren noch hieß, bekamen Patienten Bäder, Massagen oder Ruhe verordnet. „In der Kur war der Patient passiv“, erinnert sich Hinkelmann. 1997 erfuhr die Gesundheitsbranche einen massiven Wechsel, ergänzt sein Kollege Dr. Andreas Conrad. Er kam im Juli 1991 von der Neurochirurgie der Uni-Klinik Kiel als Oberarzt in die Neurologie der Rehaklinik Damp. Im April 1994 wurde er Chefarzt der Abteilung.

Infolge des GKV-Neuordnungsgesetzes aus der Hand des damaligen Gesundheitsministers Horst Seehofer wurden in den Rehakliniken umfangreiche Umstellungen nötig, so Conrad. Patienten sollten nun in ihrer Heilanschlussbehandlung die Befähigung für ihren Alltag erlernen, ergänzt Hinkelmann. Ihr Mitwirken bei der Behandlung bekam mehr Bedeutung, als zuvor. Die Rehaklinik Damp wurde zum „Trainingszentrum“ umgebaut, mit dem Ziel, bei den Patienten durch Selbstwirksamkeitserlebnisse die Motivation und ihre Heilung zu fördern.

Das Krankheitsbild der Patienten in der Neurologie habe sich nur wenig gewandelt, sagt Conrad. Früher wie heute seien Schlaganfälle mit rund 50 Prozent die höchste Ursache für eine Rehabilitation in seiner Abteilung. Anders als früher aber werde bei den Patienten mehr und mehr der Allgemeinzustand bei der Wahl der Therapien berücksichtigt, so Conrad. Die Behandlung von Bluthochdruck und Kreislaufproblemen, das erlernen von Bewegung oder das Wissen um gesunde Ernährung würden sich positiv auf das Gesamtkrankenbild auswirken. Hinzu komme, dass vor allem im Bereich der MS-Erkrankungen die Prognosen der Patienten durch neue Medikamente und systematische Behandlungen deutlich verbessert werden konnten. Sichtbares Zeichen für die erfolgreiche Arbeit war die Zertifizierung der Abteilung als MS-Zentrum der DMSG, so Conrad.

Im Bereich der Orthopädie habe sich durch Veränderungen in der Berufswelt viel geändert. So seien die Anforderungen an die Menschen ganz anders. Wer acht Stunden am PC sitze, mit dem Auto zur Arbeit fahre und sich abends zur Entspannung aufs Sofa setze, der müsse mit Folgen für die Wirbelsäule rechnen, so Hinkelmann. In der Rehabilitation werde versucht die Patienten in die Verantwortung zu nehmen, selbst etwas zu ändern. Und da
bedürfe es nicht der Mitgliedschaft in einem Fitness-Club. Mit einfachen Hausmitteln und geringem Aufwand könne jeder auch zuhause Ausgleich für die Wirbelsäule schaffen. Wie, das vermittelt die Reha in Seminaren, in Workshops und in verschiedenen Anwendungen, die den Patienten eigenverantwortliches Handeln vermitteln. Früher seien die Symptome einer Fehlhaltung durch Massagen behandelt worden, heute gehe es darum, die Ursachen aktiv zu behandeln, so Hinkelmann. Deutlich gewachsen sei das Feld der Patienten mit Gelenkprothesen. Dank moderner Heilmethoden könne ihnen heute sehr schnell geholfen werden, ihren Alltag zu meistern. Sehr positiv habe sich auch die Bereitschaft der Patienten entwickelt, sich aktiv einzubringen.

Maßgeblich verändert habe sich ihre Arbeit über die Jahre durch eine intensive Vernetzung und den Austausch in Facharbeitsgruppen. Hier habe besonders die Übernahme der Damp Gruppe durch Helios sehr viel verbessert, stellen beide fest. Durch zentrale Organisation würden beispielsweise die Medikamente angeschafft und ausgegeben die nach fachlicher Entscheidung der Facharbeitsgruppen der Helios-Kliniken ausgewählt wurden, erklärt Hinkelmann. Zentrale Unterstützung sei in vielen Bereichen vorhanden, die durch eine enge Verzahnung innerhalb der Fachabteilungen am Standort Damp ergänzt werden. Das medizinische Angebot als auch die Qualität habe sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Dies belegten auch die hervorragenden Ergebnisse der Patientenbefragungen und der Untersuchungen unabhängiger Prüfungsinstanzen, erklärt Prof. Dr. Matthias Köhler, ärztlicher Direktor der Helios Rehaklinik Damp. Er selber habe in den elf Jahren in Damp sehr viel von den beiden erfahrenen Chefärzten gelernt. Mit ihrem Einsatz und den jeweils hoch motivierten Teams in den Abteilungen, hätten sie für den sehr guten Ruf des Hause seit vielen Jahren gesorgt. Ganz in den Ruhestand verabschieden werden sich die beiden Ärzte noch nicht. Dr. Conrad wird weiter als Dozent in der Akademie Damp tätig sein. Zu dem werde er seinen Nachfolger noch eine Zeit lang beraten. Dr. Hinkelmann wird die Praxis seiner Frau unterstützen und dort manuelle Therapie und Chiropraktik anbieten. Abgesehen davon freuen sich beide auf mehr Zeit für ihre Hobbys beispielsweise Segeln und Golfen.

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erstellt am 29.Nov.2015 | 12:28 Uhr

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