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Wiedersehen : Rückkehr 60 Jahre nach dem Abschluss

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Klassentreffen 60 Jahre nach dem Abschluss am Aufbauzug der Mittelschule Gettorf. 14 von 19 Ehemaligen reisten an.

Gettorf | Sie freuen sich über das Wiedersehen, tauschen Neuigkeiten aus und erinnern sich an die alte Zeiten: 60 Jahre nach ihrer Abschlussprüfung im Jahr 1954 trafen sich am Sonnabend 14 Schüler der ehemaligen ersten Mittelschulklasse M10 in Gettorf zu einem gemeinsamen Mittagessen im Hotel Stadt Hamburg. Anschließend lud Bürgermeister Jürgen Baasch die Jubilare zu einer Stadtrundfahrt ein.

Für die M10 ist es bereits das zehnte Treffen. „Ich freue mich immer, wenn so viele kommen“, sagt Claus Lucht (77), der die Klassentreffen regelmäßig organisiert. „Das erste Mal haben wir uns nach 25 Jahren wieder getroffen, dann aber schon alle fünf Jahre.“

48 Schüler waren sie damals. Ihr Rektor Georg Kube hatte 1950 mit dem ersten Aufbauzug der Volksschule die Anerkennung als Mittelschule durchgesetzt. Vorher besuchten Schüler aus Gettorf und Umgebung, die die mittlere Reife machen wollten, Schulen in Eckernförde. 19 machten 1954 ihren Abschluss, 16 davon leben noch, 14 waren gekommen. Einige sind in Gettorf, Felm oder Eckernförde geblieben, andere leben in Hamburg, Bremen, Marburg, Köln, Frankfurt am Main und Stuttgart. Claus Lucht selbst ist in Osdorf groß geworden, heute lebt er in Gettorf. 29 Jahre hat er erst als Meierist, dann als Buchhalter in der Meierei in Holtsee gearbeitet. An seine Schulzeit erinnert er sich gerne. Erst wurde in der Schulstraße unterrichte, dann in der Parkschule, in einem Gebäude in der Sandkuhle und im Sommer auch mal am Strand in Noer. „Einen Bus gab es da noch nicht“, erzählt er. „Wir sind jeden Tag mit dem Rad zur Schule gefahren, bei Regen, Eis oder Schnee. Heute muss bei jedem Kilometer der Schulbus ran.“

Ihr bereits verstorbener Klassenlehrer Sigi, Siegfried Arendt, war bei allen sehr beliebt. „Weil wir so viele Rechtschreibfehler machten, durften wir am Nachmittag bei ihm zu Hause Diktate üben“, erinnert sich Lucht. Schön waren auch die Klassenfahrten, die er außerhalb der Schulzeit organisierte. Mit dem Fahrrad ging es an der Westküste entlang oder durch Ostholstein. Man übernachtete in Scheunen und auf Bauernhöfen. Sie nahmen die Fahrräder auch im Zug mit nach Hanau oder Freiburg. Von dort aus brachen sie zu sie Tagestouren auf und übernachteten in Naturfreundehäusern. Von der Französischlehrerin wurde er öfter auf den Flur gestellt. „Warum weiß ich gar nicht mehr“, sagt Claus Lucht und grinst. „Ich muss wohl irgendwie dazwischen geredet haben.“

Eine der weiteren Anreisen hatte Robert Möller, Sohn des damaligen Gettorfer Rechtsanwalts Möller, aus Frankfurt am Main. Der 79-jährige Schiffbauingenieur kann viel erzählen. Die meiste Zeit hat er in Mexiko und Südamerika verbracht, hat dort Industrieanlagen errichtet. Zu den Klassentreffen in Gettorf kommt er aber gern und regelmäßig. „Weil wir hier eine wunderbare Jugend verbracht haben“, sagt er. Die Klassentreffen verbindet er mit Besuchen bei seinen Geschwistern in Kiel und den Hüttener Bergen. Bürgermeister Jürgen Baasch zeigt und beschreibt den Gästen auf der rund einstündigen Stadtrundfahrt gern, wie sich Gettorf in den vergangen zehn Jahren entwickelt hat. „Gettorf wächst“, sagt er. „Aber wir wollen überschaubar bleiben.“




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erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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