150 jahre emtv : Rückenwind für weitere 150 Jahre

Die Kindertanzgruppe begeisterte die Gäste mit ihren Darbietungen beim Jubiläumsempfang in der Sporthalle am Noorwanderweg.
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Die Kindertanzgruppe begeisterte die Gäste mit ihren Darbietungen beim Jubiläumsempfang in der Sporthalle am Noorwanderweg.

Für den EMTV gab es beim Jubiläumsempfang viel Lob, unter anderem für die engagierte ehrenamtliche Leistung. Der Landessportverband und die Regierung sind besonders begeistert von der herausragenden Kinder- und Jugendarbeit.

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22. März 2014, 06:22 Uhr

Viel Lob für die engagierte, ehrenamtliche Arbeit und enorm viel Rückenwind für die nächsten 150 Jahre – das kann der Eckernförder MTV nach dem Jubiläumsempfang gestern in der Sporthalle am Noorwanderweg für sich verbuchen. Die geladenen Gäste zeigten ganz offen ihre Sympathie für den mit rund 2300 Mitgliedern mit Abstand größten Eckernförder Sportverein, der ein besonders großes Herz für Kinder und Jugendliche hat: Über 1000 Mitglieder sind unter 18 Jahre. Damit üben die Übungsleiter, Betreuer, Abteilungsleiter, Funktionsträger und Vorstandsmitglieder des EMTV eine nicht hoch genug zu bewertende sportlich-gesellschaftliche Aufgabe aus. Dass die große ehrenamtliche Leistung seit 150 Jahren erbracht wird, nötigte allen Gratulanten höchsten Respekt ab.

Den 38 Gründervätern müsste eigentlich nachträglich die Ehrenmitgliedschaft und das Sportehrenblatt der Stadt verliehen werden. Denn aus zarten Anfängen in unruhiger Zeit im Jahr 1864 hat sich nach wechselvoller Geschichte ein ungemein stabiler, anerkannter und aktiver Verein herausgebildet, dessen Mitglieder in 13 Sportarten unterwegs sind und zum Teil Höchstleistungen vollbringen, wie ein Blick in die frisch aufgelegte Jubiläums-Festschrift zeigt. Der 40. Vorsitzende in der EMTV-Geschichte, Merten Radeleff, hob stellvertretend die Familie Kreft hervor, die sich über Jahrzehnte für den Verein engagiert habe. „In dieser Konstanz liegt die enorme Stärke unseres Vereins.“ Die Mitglieder, vor allem auch die Jugendlichen, stärken durch den gesundheitsfördernden Sport nicht nur ihre körperliche Leistungsfähigkeit, sondern lernten soziale Kompetenz und schlössen Freundschaften, die teilweise ein Leben lang halten. Im Training und bei Wettkämpfen würden Werte und Normen vermittelt, die die Jugendlichen akzeptierten und die sie prägten. So leiste der Verein im Einzelfall auch durchaus erzieherische Hilfe. „Der EMTV ist ein lebendiger Teil von Eckernförde“, so Radeleff.

Der von Moderator Jens Rethwisch als „sportlicher Bürgermeister“ angekündigte Jörg Sibbel freute sich, am Montag elf weitere EMTV-Mitglieder mit dem Sportehrenblatt der Stadt auszeichnen zu können – dann sind es 135. Schon der erste Sportehrenblattträger war ein „Turner“ – Karl Zipfel im Jahr 1954. Der EMTV sei ein „Integrationsmotor“, auf dem Platz und in der Halle spielten Unterschiede keine Rolle, man feiere gemeinsam Erfolge, würdigte Sibbel neben den gesundheitlichen Aspekte vor allem die wichtige gesellschaftliche Rolle, die der Sport für die Mitglieder spiele. Und da leiste der EMTV Herausragendes. Die Stadt fördere die Vereine mit guten Sportstätten und geringen Nutzungsgebühren, so dass niemand aus finanziellen Gründen ausgeschlossen werde.

Nach dem viel beklatschten Auftritt der Kinder- und Mädchen-Tanzgruppe wies der prominente frühere Handballmanager und Vizepräsident des Landessportverbandes, Heinz Jacobsen, auf die „verbindende Kraft des Sports“ hin. Jeder in die Sportförderung investierte Euro sorge für einen „deutlichen gesellschaftlichen Mehrwert“. Er warnte vor einer Kürzung der Mittel und lobte die systematische Sportförderung in Eckernförde durch die Aufstellung eines Sportentwicklungsplans auf „Augenhöhe mit den Vereinen“. Gerade der Mannschaftssport sei für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen „unerlässlich“. Der EMTV leiste eine „herausragende Kinder- und Jugendarbeit“, lobte der LSV-Vize, und habe ein „beeindruckendes Jubiläumsprogramm“ organisiert, in dem zu seiner besonderen Freude auch ein Handball-Länderspiel der U 19-Damenteams aus Deutschland und Tschechien am 24. Mai in Eckernförde stattfindet. „Respekt, dass Sie so ein Ereignis nach Eckernförde holen konnten.“ Jacobsen gratulierte dem EMTV auch im Namen der vier Fachverbände im LSV und überreichte eine Ehrenurkunde und 300 Euro für die Jugendarbeit.

„Ich habe große Augen gemacht – das ist mal ein gesunder Verein“, schwärmte Eckhard Jacobs, der Sportreferent der Landesregierung. „Über 1000 Mitglieder unter 18 Jahren, das ist etwas ganz Besonderes in Schleswig-Holstein.“ Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Studien hätten gezeigt, dass ehrenamtlich engagiert Menschen wie im EMTV „älter werden und gesünder leben“. Der Staat könne zwar finanzielle fördern, Vereine wie der EMTV würden hingegen die Gesellschaft zusammenhalten und mit Leben und Gemeinsinn erfüllen. Jacobs überreichte eine Spende von 350 Euro.

Nach dem bemerkenswerten Auftritt der Gruppe „KäsebrotSwag“ (Martti Klockemann, Keyboard, Nils Braun, Schlagzeug) gratulierten auch der 2. stellvertretende Landrat, Jens Kolls aus Rieseby, und Gitta Polzin aus Gettorf vom Kreissportverband dem EMTV zum 150-jährigen Jubiläum. „Der EMTV bewegt Eckernförde“ sagte Kolls. Der Verein sei so attraktiv, dass viele Sportler auch aus dem Umland kämen. „Sie machen eine hervorragende Jugendarbeit“, lobte Gitta Polzin die EMTV-Verantwortlichen. Der EMTV als viertgrößter Verein im Kreis mit einem überdurchschnittlichen hohen Anteil von Jugendlichen sei gerade in den vergangenen Jahren „zu einem echten Aktivposten geworden“ und wirke erfolgreich dem Trend des Mitgliederschwunds entgegen. Polzin überreichte den Ehrenteller des Kreises und 250 Euro.

Bevor die Gäste sich an den Verzehr der 850 Kanapees machten, wurde Stürmerlegende Harry Blenckner aufgrund seiner großen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Karl-Heinz Ferlmann sprach von großen fußballerischen Qualitäten, einer besonderen, von den Verteidigern gefürchteten „Einfädelungstaktik“. Auch als Kassenwart sei er so erfolgreich gewesen, dass nicht viel gefehlt hätte, dass die Mitglieder selbst bei den von Blenckner verkündeten Beitragserhöhungen Szenenapplaus gespendet hätten.

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