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Zukunftsperspektiven : Rückenstärkung für die Fischer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vorstand der Aktiv-Region verabschiedet Entwicklungsstrategie zur neuen Förderperiode / Erste Projektideen vorgestellt

von
erstellt am 19.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Fördergelder von 150  000 Euro allein für das Fischräuchereimuseum in Eckernförde – das zeige, welche große Bedeutung der Europäische Meeres- und Fischereifond (EMFF) für Eckernförde hat, machte Bürgermeister Jörg Sibbel gestern am Rande der Vorstandssitzung der Aktiv-Region Hügelland am Ostseestrand in Altenholz deutlich. Auch in der neuen Förderperiode möchte das Ostseebad die Chancen des Fonds nutzen – erstmals im Schulterschluss mit Strande.

„Wir harmonieren ausgezeichnet“, sagte Sibbel mit Blick auf die Kooperation mit Strande. In der ersten Förderperiode der Aktiv-Region ab 2008 habe sich eine partnerschaftliche Zusammenarbeit entwickelt – die Lokale Tourismusorganisation (LTO) Eckernförder Bucht sei ein Ergebnis davon. Die Integrierte Entwicklungsstrategie des Fischwirtschaftsgebietes Eckernförde und Strande in der Aktiv-Region sei nun die Fortsetzung davon. „Die Probleme der Fischer sind die gleichen, da war es naheliegend, die Zusammenarbeit zu suchen“, fügt Strandes Bürgermeister Dr. Holger Klink hinzu. Für Strande seien der Hafen und die Fischerei das Aushängeschild schlechthin. Zudem zeichneten sich Tendenzen ab, dass zu den zehn Nebenerwerbsfischern wieder zwei Haupterwerbsfischer dazukommen könnten – zum ersten Mal nach 50 Jahren, betonte Klink. „Das ist ein Hoffnungsschimmer für die Fischerei“, erklärte Katharina Mahrt, Sprecherin des Arbeitskreises Fischerei in der Aktiv-Region. Lange habe es keinen Nachwuchs in dem Beruf gegeben, der hart sei und nicht reich mache. „Die Fischerei ist durch Auflagen beschwerlich und teuer geworden“, sagt Mahrt. „Es stimmt uns froh, dass zwei Menschen so zuversichtlich sind, diesen Weg zu gehen“, meinte Klink, der das Interesse in der Umsetzung bestmöglich unterstützen möchte. So ist ein die Errichtung einer Kühlanlage im Hafen eines der ersten Projekte, die die Entwicklungsstrategie vorsieht. Mit Kosten von 20  000 bis 30  000 Euro sei dabei zu rechnen, schätzt Lorenz Marckwardt, Fischer in Eckernförde, wo bereits eine solche Anlage in Betrieb ist.

Weiter hat der Arbeitskreis, in dem neben Fischern aus Strande und Eckernförde auch die Touristiker beider Orte, Bürgermeister Klink, Claus Müller vom Ostsee-Info-Center und Michael Packschies für den Bereich Umwelt vertreten sind, den Ausbau des Kutters ECKE  4 für Bildungsarbeit in der Fischerei auf seine Agenda gesetzt. Interessierte Erwachsene, aber auch Schüler hätten so die Möglichkeit, dem Handwerk auf die Finger zu schauen und im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen, wie ein ganzer Fisch aussieht, skizziert Marckwardt die Idee. Für die Fischer sei das zudem die Chance, sich ein zweites Standbein aufzubauen, um die nächsten Jahre besser zu überstehen. Wer nicht seefest ist und lieber festen Boden unter den Füßen hat, soll auf einem begehbaren Kutter, der an Land in der Nähe des Ostsee Info-Centers einen Platz finden könnte, in die Welt der Fischer eintauchen können.

Als weitere Projekte angedacht sind Erlebnistage, an denen Einheimische wie Touristen den Weg von frisch gefangenem Fisch in die Alte Räucherei nachvollziehen können. Daneben soll eine Broschüre aufgelegt werden, die Auskunft über Verkaufsstellen, Saison und Verarbeitung von Fisch gibt.

Nachdem der Vorstand der Aktiv-Region gestern der Integrierten Entwicklungsstrategie des Fischwirtschaftsgebiets zugestimmt hat, wird diese nun dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zur Genehmigung eingereicht, teilte Bettina Doll vom Institut Agenda Regio zum weiteren Ablauf mit. Wie hoch die Förderquoten für die einzelnen Projekte sein werden, steht derzeit noch nicht fest. Sicher ist, dass bis 2020 pro Jahr 40000 Euro für jedes der insgesamt zehn Fischwirtschaftsgebiete in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehen.

 

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