Rudolf Steiner wirkt bis nach Korea

Deutsch-südkoreanische Begegnung: Pädagogen aus Eckernförde und Südkorea trafen sich in dieser Woche im Waldorfkindergarten im Pastorengang zum Erfahrungsaustausch.
Deutsch-südkoreanische Begegnung: Pädagogen aus Eckernförde und Südkorea trafen sich in dieser Woche im Waldorfkindergarten im Pastorengang zum Erfahrungsaustausch.

Waldorf-Pädagogen aus Südkorea zu Besuch bei ihren Kollegen in Eckernförde

shz.de von
25. Januar 2018, 06:45 Uhr

Dass bereits Kindergartenkinder in der heutigen Zeit durch den Einfluss Neuer Medien beeinflusst werden, ist längst kein Geheimnis mehr. So stellte die jüngste „Blikk“-Studie zu den Folgen übermäßigen Medienkonsums innerhalb Deutschlands fest, dass rund 70 Prozent der Kinder im Kita-Alter das Smartphone ihrer Eltern für einen Zeitraum von mehr als einer halben Stunde täglich nutzen. Laut der Studie sind Zwei- bis Fünfjährige bei regelmäßiger Nutzung von Bildschirmmedien nicht nur zappeliger und haben Konzentrationsstörungen, sondern zeigten auch Sprachentwicklungsprobleme.

Dieses Zeitgeist-Problem, die zunehmende Unruhe von Klein- und Kindergartenkindern, beschäftigt auch die Erzieher der Eckernförder Waldorfkindergärten. Dazu konnten sie in dieser Woche besonderen Besuch empfangen. Eine südkoreanische Delegation von Erzieherinnen und Pädagoginnen unter der Leitung von Prof. Dr. Hoh, Dozent für Städteplanung an der National University Seoul, wurden von den beiden Kita-Leitern, Christian Daus und Irmgard Goßner-Soetebeer, empfangen. Im Mittelpunkt des Treffens sollte der Austausch über die Handlungsmöglichkeiten und Methoden beim Umgang mit auffälligen Kindern gehen. Interessant dabei, gilt Südkorea doch als „technologische Supernation“ auf dem Gebiet der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik.

Und obwohl es die Sprachbarriere Koreanisch-Deutsch zumeist verlangte, dass Hoh, der neben seiner hauptberuflichen Dozententätigkeit an der Universität Leiter des Seminars für Waldorfpädagogik als Übersetzer einsprang, entwickelte sich ein interessierter und offener Dialog über eine andere, nicht so sehr leistungsorientierte Art, den südkoreanischen Kindern in Kindergärten und Kindertagesstätten zu begegnen.

Die südkoreanischen Konferenzteilnehmerinnen, die zu Teilen während ihres zweiwöchigen Aufenthaltes in Eckernförde in den Kindergarten- und Kitagruppen hospitiert hatten, stellten viele Fragen, teilweise sehr konkret, und notierten das Gesagte, um es zurück in der Heimat in ihrer pädagogischen Arbeit umsetzen zu können.



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