Holtsee : Rotoren schweben in den Himmel

Ein Spezialkran zog am Sonnabend Rotor samt Nabe (65 Tonnen zusammen)  in den nebligen Himmel  über Holtsee. Zwei weitere Rotoren folgen. Foto: Mayeres
Ein Spezialkran zog am Sonnabend Rotor samt Nabe (65 Tonnen zusammen) in den nebligen Himmel über Holtsee. Zwei weitere Rotoren folgen. Foto: Mayeres

Die Rotoren wurden bei den Holtseer Windkraftanlagen installiert. Die Stromproduktion soll in zirka 14 Tagen starten.

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26. November 2012, 10:10 Uhr

holtsee | 65 Tonnen wiegt der Rotor, den ein Spezialkran anhebt. Jedes einzelne Rotorblatt hat 15 Tonnen Gewicht, die Nabe noch mal 20 Tonnen. 57 Meter ist ein Rotorblatt lang. Einen Durchmesser von 114 Meter hat jeder Rotor. Vom Turm bis zur Nabe werden die Windkraftanlagen der Sehestedter Firma Denker & Wulf AG 123 Meter hoch sein.

In Dithmarschen stehen bereits die Prototypen dieser Anlage. Sie ist extra für Standorte mit mittlerer bis schwacher Windgeschwindigkeit entwickelt worden. Hier am Rande der Gemeinde Holtsee sollen die drei Windanlagen weitere Testergebnisse liefern. "Besonders ist auch, dass die Komponenten der drei Windkraftanlagen in Deutschland gebaut worden sind. Lange war Dänemark führend bei der Herstellung dieser Anlagen", berichtet Matthias Vogel, Projektleiter bei Denker und Wulf.

Im Herbstnebel beginnen am Sonnabend früh die Vorbereitungen für das Ziehen, wie man das Heben der Rotoren nennt. 14 Monteure sind daran beteiligt. "Das Sagen hat aber der Kranführer", weiß Rainer Neve, Vorstandsmitglied bei Denker & Wulf. "Er hat bei der Montage das Kommando. Ist ihm die Sicht zu schlecht oder der Wind zu stark, wird das Ziehen des Rotors abgebrochen."

Dazu soll es am Sonnabend nicht kommen. Erstaunlich schnell erhebt sich der gigantische Rotor. Meter für Meter wird er zunächst waagerecht hochgezogen und dann langsam in eine senkrechte Position gebracht. Sieben Arbeiter halten den Rotor mit Seilen und unter körperlicher Anstrengung stabil. Dann wird weiter gezogen.

Seit Mai diesen Jahres sind die Bauarbeiten für das Projekt in vollem Gange. Im Schnitt braucht man zwei bis fünf Jahre für Vorbereitungen und die Planung. "Dieses Projekt ließ sich, dank der guten Zusammenarbeit der Gemeinde Holtsee, Behörden und Landeigentümern, sehr schnell realisieren", freut sich Projektleiter Matthias Vogel. An diesem ereignisreichen Vormittag, an dem die erste Anlage fertig gestellt wird, ist auch Holtsees Bürgermeister Ulfert Geertz (CDU) mit seiner Frau dabei. "Es ist wirklich faszinierend, wie dieser Kran solch ein Gewicht halten kann", stellt er erstaunt fest.

Dann ist es soweit. Der Rotor befindet sich in Höhe der Gondel. Jetzt muss genau gearbeitet werden. Vier Mitarbeiter sind in der Gondel und ziehen die Nabe mit Seilen zu sich heran. Zusätzlich geben sie dem Kranfahrer per Funk Anweisungen. Es zählt jeder Millimeter, bis der Rotor seine Position gefunden hat und die ersten beiden Bolzen zur Sicherung des Rotors sitzen. "Es erstaunt mich immer wieder, wie routiniert die Kranfahrer arbeiten", so der Projektleiter. In etwa 14 Tagen sollen die drei Windkraftanlagen Strom produzieren und ans Netz gehen. Am Nachmittag wird der zweite Rotor gezogen und sobald das kommende Tiefdruckgebiet weiter gezogen ist, wird auch der dritte und letzte Rotor angebracht.

Trotz des dichten Nebels über Holtsee ist das gesamte Team positiv gestimmt. "Wir haben wirklich Glück. Heute ist ein Windloch. Die Montage steht und fällt mit den Wetterverhältnissen. Ab Sonntag kommt ein Tiefdruckgebiet mit viel Wind. Dann wäre das Ziehen der Rotoren nicht möglich", sagt Vogel.

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