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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 03:57 Uhr

Rotes Pflaster und unnötige Überstunden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförde steht auf Rot und Barrierefreiheit. Und was in der Frau-Clara-Straße schon gut funktioniert und anschließend auf die Langebrück- und Otte- sowie Gerichtsstraße übertragen wurde, wird nun wohl auch flächendeckend in der Fußgängerzone von der Sparkasse bis zur Willers-Jessen-Schule verlegt: rote Pflastersteine soweit das Auge reicht. Und mittendrin die Eckernförder Fischrinne als neues Markenzeichen urbaner Entwässerungsschächte (da die Metallabdeckungen mit dem Fischmuster bei Regen reichlich schlüpfrig werden, sollen sie gesandstrahlt werden). Gut eine halbe Million Euro muss die Stadt für die neue Pflasterung sukzessive in den nächsten Jahren auf den Tisch blättern. Die Plätze von der Nicolai-Kirche bis zur Willers-Jessen-Schule nicht mitgerechnet. Wie man mit denen umgeht steht auf einem anderen Blatt. Und das dürfte richtig ins Geld gehen, wenn man die gleich komplett neugestaltet. Aber vielleicht tut’s ja auch eine schlichte neue, barrierefreie Pflasterung – den Steuerzahler und Kämmerer würd’s freuen.

Am Gänsemarkt wird ein erstes Exempel statuiert. Aber da gibt es ein spezielles Problem - den Obststand. Seit 1982 verkauft Bülent Caya dort frisches Obst und Gemüse. Sein Stand ist belebt und hat sich zu einem kleinen sozialen Treffpunkt entwickelt. So etwas wünscht man sich in Innenstädten, Platzgestaltung hin oder her. Es muss auch eine Lösung mit Obststand geben. Einen Ortswechsel auf den Schulhof der Willers-Jessen-Schule kann sich Caya jedenfalls nicht vorstellen. „Das ist zu versteckt.“

Drei Stunden und 15 Minuten reichten dem Bauausschuss nicht, um zwölf Punkte abzuarbeiten. Zugegeben, eine knackige Tagesordnung, aber bei guter Vorbereitung und konzentrierter, disziplinierter Mitarbeit machbar. Was erneut auffiel, waren vor allem bei der Diskussion des Bebauungsplans Südöstlicher Jungfernstieg die zum Teil quälend detailverliebten Fragen und Diskussionen, die größtenteils durch besagte Vorbereitung oder Anrufe im Bauamt (710-600) zu klären gewesen wären. So aber waren stets alle 20 Beteiligten mit im Boot, wenn es ein Einzelner vom Planer mal wieder ganz genau wissen wollte. Und da der brav jede einzelne Frage beantwortete, sprengte das am Ende jede Zeitvorgabe – die Sitzung musste vertagt werden. Der Grad zwischen Bereichern und Blockieren ist im Bauausschuss sehr schmal.

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erstellt am 30.Apr.2015 | 09:55 Uhr

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