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Rote Rosen, Fachgespräche und Eis für die Kita-Kinder

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 05.Mai.2017 | 06:18 Uhr

Die Kinder der Kita Nord aus der Schleswiger Straße waren gerade auf dem Heimweg vom Besuch der Stadtbücherei und marschierten in Doppelreihe durch die Kieler Straße Richtung Kita, als sie in Höhe des Eiscafés der prominenten Besucherin und ihrem Gefolge direkt in die Arme liefen. Das passte. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig (SPD), ging in die Hocke, um sich mit Davin (4) auf Augenhöhe über den Kita-Ausflug zu unterhalten. Die 42-jährige Schwerinerin kann mit Kindern, ist selbst zweifache Mutter und als Fachministerin mit allen Themen rund um die Kindertagesstätten und Krippen bestens vertraut. Und sie weiß, wofür das Herz fast aller Kinder schlägt: Eis! Und so griff sie spontan einen Zuruf auf und lud alle Kinder, die beiden Erzieherinnen und all ihre Begleiter von Ulrike Rodust über Sönke Rix, Serpil Midyatli bis zur SPD-Ortsvorsitzenden Petra Neumann zu einer Portion Eis ein. Sofort gingen lautstark die Bestellungen ein – Schoko, Erdbeer, Banane riefen die Kinder. „Ich mag spontane Aktionen“, sagte Manuela Schwesig, die den Bummel durch die Fußgängerzone und den Kontakt mit den Eckernfördern spürbar genoss. Sie hat eine ganz persönliche Beziehung zum Ostseebad: Ihr späterer Mann hat während seines Steuerverwaltungsstudiums in Kiel in Eckernförde gewohnt. Damals allerdings kannten sie sich noch nicht. Auch Schwesig ist übrigens vom Steuerfach, ist diplomierte Finanzwirtin und hat einst im Finanzministerium in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet, bevor sie ihre politische Karriere im Landtag und Kabinett Sellering begann. Auch Patricia Grenz aus Kleinwaabs, die mit ihren Töchtern Larissa (5) und Emma (1) unterwegs war, machte die Bekanntschaft mit der Bundesfamilienministerin. Thema, na klar, die Kita- und Krippenversorgung in ihrem Dorf. Ja, und wählen geht die 24-Jährige am Sonntag auch.

Der Auftritt Schwesigs stand natürlich ganz im Zeichen der anstehenden Landtagswahl am Sonntag in Schleswig-Holstein. Die SPD hatte hochrangige Vertreter aller politischen Ebenen aufgeboten, um auf dem Rathausmarkt und anschließend in der Kieler Straße mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und rote Rosen zu verteilen. Margret Paulsen-Deuschle (67) würde sich freuen, wenn die Bezieher kleinerer und mittlerer Renten und Pensionen von höheren Steuerfreibeträgen profitieren könnten. Die frühere Fachlehrerin muss mit einem 450-Euro-Job dazuverdienen, um ihre durch Kindererziehungszeiten und Teilzeitarbeit entstandene Pensionslücke aufzustocken, sagte sie der Bundesministerin, die durchaus Verständnis für ihren Wunsch zeigte und auf das neue SPD-Steuerkonzept verwies, in dem unter anderem kleine und mittlere Einkommen entlastet werden sollen.

Nachdem die Schwesig in Einzelgespräche mit anderen Bürgern weitere Themen diskutiert hatte, machte sie sich auf in die Fußgängerzone, in der sie auf die Menschen zuging und mit ihnen ins Gespräch kam. Mark Behrendt vom gleichnamigen Textilgeschäft brauchte nicht angesprochen zu werden – er begrüßte Manuela Schwesing vor seinem Geschäft und bat sie hinein. Kaufen wollte sie zwar nichts, aber die Ausführungen Behrendts über die Situation des Einzelhandels und inhabergeführter Geschäfte hörte sich die Ministerin aufmerksam an. Eine der zehn Filialen außerhalb Eckernfördes unterhält Behrendt auch in Schwerin, der Heimatstadt Schwesigs. „Sie war sehr nett“, urteilte der Eckernförder Unternehmer.

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