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Rote Luftballons als Dank für die Arbeit der Hebammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Danke an die Hebammen“ – mit diesen Worten ließen gestern zahlreiche Besucher, unter ihnen viele junge Mütter, auf dem Rathausmarkt rote herzförmige Luftballons in den Himmel steigen. Diese Aktion fand im Rahmen des Welt-Hebammentags statt, um auf die aktuellen Schwierigkeiten der Geburtshelferinnen aufmerksam zu machen. Ganz oben auf der Liste stehen dabei die steigenden Haftpflichtprämien.

Das Thema der Hebammen ist in Eckernförde präsent – vor allem seit 2012, als sich eine Gruppe junger Mütter für den Erhalt der Geburtsstation einsetzte. Doch das ist noch nicht alles. Seit langem beklagen die Hebammen steigende Prämien für ihre Haftpflichtversicherungen. Viele können die jüngsten Prämienanstiege mit den bisher von den Krankenkassen dafür vorgesehenen Mitteln nicht bezahlen.

Jasmin Wenger, eine fünffache Mutter, organisierte gestern mit anderen jungen Müttern einen Infostand und eine Mahnwache auf dem Rathausmarkt, um dagegen zu protestieren. „Das Thema geht jeden etwas an, auch ältere Menschen“, sagt Wenger. In Eckernförde sehe es jedoch noch gut aus. Die fünffache Mutter hat bis jetzt nur von einer Hebamme gehört, die ihren Beruf aufgeben müsste, wenn Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nicht bald etwas ändert. „Es muss einen Haftungsfonds geben“, sagt sie. Und ein Vergütungssystem, das geringere medizinische Interventionen prämiert. Wenger und die anderen Frauen, die Teil der Initiative „Hebammenunterstützung“ sind, fordern auch, dass die Wünsche einer Schwangeren für die Schwangerschaft und die Geburt respektiert werden. Außerdem soll die Betreuung durch eine Hebamme als Vorsorge gleichberechtigt mit der ärztlichen Vorsorge sein. Auch die Neuausrichtung der klinischen Geburtsbegleitung, die eine 1:1-Betreuung vorschlägt, steht auf der Forderungsliste der Frauen, ebenso wie der Erhalt und Ausbau der häuslichen Wochenbettbetreuung.

In Bezug auf die Haftpflichtversicherung gibt es nun von Seiten des Bundesgesundheitsministers einen Vorschlag. Gröhe möchte, dass die Hebammen von den Krankenkassen mehr Geld bekommen. Die Kassen sollen dafür einen Sicherstellungszuschlag bezahlen, damit auch freie Hebammen mit wenigen Geburten die Kosten für die Versicherung bezahlen können.

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erstellt am 05.Mai.2014 | 16:29 Uhr

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