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norddeutsche philharmonie : Rostocker meistern Beethoven

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Norddeutsche Philharmonie Rostock trat mit dem österreichischen Pianisten und Dirigenten Florian Krumpöck in der Stadthalle auf. Gespielt wurden Stücke von Ludwig van Beethoven.

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erstellt am 28.Feb.2014 | 06:34 Uhr

Zu der reichen Palette der musikalischen Darbietungen, mit denen die Konzertreihe Eckernförde ihr treues Publikum erfreut, gehört natürlich auch das Klavier – entweder als Solo-Instrument oder in Verbindung mit einem Orchester. Letzteres war beim jüngsten Konzert am Mittwochabend in der Stadthalle der Fall: Die Norddeutsche Philharmonie Rostock musizierte zusammen mit Florian Krumpöck, der den Klavierpart übernommen hatte und gleichzeitig das Orchester dirigierte. „Die Rostocker“ sind schon häufig in Eckernförde aufgetreten und werden immer wieder mit Freude und reichem Beifall begrüßt.

Der Österreicher Florian Krumpöck ist Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Norddeutschen Philharmonie. Das Programm dieses Konzertes nannte nur einen Komponisten: Ludwig van Beethoven (1770–1827). Obwohl der Saal auf 620 Sitze erweitert worden war, war jeder Platz besetzt – Programm und Ausführende lockten.

Der Abend begann mit dem 4. Klavierkonzert in G-Dur, op. 58. Dabei war Florian Krumpöck also Solist und Dirigent in einer Person – was natürlich vom Orchester eine erhöhte Aufmerksamkeit erforderte. Denn während der Solist spielte, mussten die anderen Musiker ohne Dirigat agieren oder ihren Einsatz durch ein Kopfnicken bekommen. Wenn er dirigierte, tat er das mit weit ausholenden Bewegungen, aber doch sehr klar. Und er holte großartige Steigerung und auch fein ziselierte Klänge aus dem Orchester heraus.

Im Klavierpart war bei den raschen Läufen und gebrochenen Akkorden nicht jeder Ton „da“, aber das tat dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch. Man erlebte ein ausgezeichnetes Zusammenspiel, der Pianist hatte einen leichten und lockeren Anschlag, konnte aber auch kräftig zupacken. Das Orchester war ausgezeichnet in Abstufung und in differenzierender Gestaltung. Die umfangreiche Klavierkadenz gelang künstlerisch, musikalisch und technisch hervorragend. Im Andante con moto spielten die Streicher unisono voller Ausdruck und Hingabe; nach dem langen Klaviersolo trat das Orchester fein austariert hinzu. Auch im „Rondo vivace“ gab es ein großartiges Zusammenspiel – hier bewies der Pianist seine nachtwandlerische Treffsicherheit. Das begeisterte Publikum erlebte insgesamt eine hervorragende Leistung.

Später folgte die Romanze für Violine und Orchester in F-Dur op. 50. Solistin war die Geigenvirtuosin Pauline Reguig – vorher und hinterher war sie die versierte Konzertmeisterin des Orchesters. Natürlich spielte sie auswendig, mit einem feinen, vornehmen Ton, anschmeichelnd und sehr einfühlsam. Technisch und musikalisch war es eine Höchstleistung. Florian Krumpöck dirigierte ruhig, fast behutsam. Das Orchester agierte sehr aufmerksam; die Schlussakkorde kamen bestens. Man erlebte eine großartige Leistung der jungen Violinistin, die mit rauschenden Beifall belohnt wurde.

Anschließend erklang die 4. Sinfonie in B-Dur, op. 60. Nach dem tastenden Beginn kam der schwierige Übergang zum Allegro vivace – er wurde makellos gemeistert. Auch hier spielten die Rostocker Musiker sehr exakt und hoch motiviert. Flöten, Oboen, Klarinetten, aber auch die Pauke verdienen ein Sonderlob. Durch das geschwinde Tempo kamen die vielen Synkopen noch mehr zur Geltung. Das elegische Adagio stand voll von Steigerungen und Höhepunkten, während das Allegro vivace tänzerischen Schwung besaß und trotz des hohen Tempus exakt und stets auf die Musikalität bedacht erklang – der Satz lebte von innerer Heiterkeit. Das Finale Allegro non troppo kam ebenfalls sehr geschwind und schneller als gewohnt daher, und doch ging kein Motiv und keine Wendung verloren – sie wurden sauber ausmusiziert. Hier haben sich auch die Hörner ihre Sporen verdient. Das Publikum dankte mit reichem, lang andauerndem Applaus.



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