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Braune Brühe : Rost im Wasser: Jetzt wird gebaggert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Verfärbungen im Kochendorfer Nieweg sind weiterhin vorhanden / Behörden gehen von Eisenhydroxid aus / Gemeinde plant Bodenaushub

von
erstellt am 23.Mär.2016 | 06:02 Uhr

Gemeinde Windeby, Amt Schlei-Ostsee und Kreis Rendsburg-Eckernförde sehen weiterhin keinen akuten Handlungsbedarf bei der Verfärbung des Wassers im Graben des Nieweges in Kochendorf. Bereits Ende vergangenen Jahr war das rost-braune Wasser, das sich auf einer Länge von rund zehn Metern ausbreitete, Thema (wir berichteten). Proben, die Mitarbeiter der Wasserbehörde des Kreises vor Ort entnahmen, ergaben, dass es sich dabei um Eisenhydroxid handelt. „Gesundheitlich völlig unbedenklich“, sagte damals Ralf-Dieter Beck, Fachgruppenleiter Bodenschutz und Abfall des Kreises, gegenüber der Eckernförder Zeitung. Als Ursache werde vermutet, dass über einen maroden Schacht Bodenmaterial in die Kanalisation gelangt. Wenn Eisen aus dem Grundwasser gelöst wird und in Verbindung mit Sauerstoff kommt, kann es zu diesen Ausfällungen kommen, so die Erklärung. Das Eisen oxidiert und es bildet sich ein rost-rot-brauner, gel-artiger Niederschlag. Langfristig werde die Gemeinde nicht darum herum kommen, den Schacht zu sanieren.

Auf der Gemeinderatssitzung am Montagabend war das Eisenhydroxid-Problem wieder Thema, nachdem der Kochendorfer Bernd Thoenneßen die Fraktionen in einem Schreiben erneut auf die Verunreinigung hingewiesen und die Untätigkeit der Gemeinde kritisiert hat. „Seit November ist nicht passiert. Die Menge des Schlammes hat sich deutlich erhöht“, sagt Thoenneßen, der dort regelmäßig spazieren geht. Er schätzt die Menge mittlerweile auf vier bis fünf Kubikmeter.

Die Gemeindevertretung berief sich auf ihrer Sitzung auf die Einschätzung der Unteren Wasserbehörde. Wie Bürgermeister Peter Pietrzak mitteilte, wolle die Gemeinde mit einem Bodenaushub zumindest den Anblick des trüben Gewässers verbessern.

Bernd Thoenneßen befürchtet, dass es nicht nur teuer wird, den Schlamm zu entsorgen, auch will er nicht ganz ausschließen, dass von der Verfärbung durchaus eine Gefahr ausgeht. „Wer gibt uns die Sicherheit, dass nicht irgendwo etwas vor sich hin rostet“, so der Kochendorfer, der die Sorglosigkeit seiner Gemeinde nicht nachvollziehen kann. „Die genaue Ursache scheint niemanden so richtig zu interessieren.“

Allerdings sieht auch Michael Packschies, Naturschutzbeauftragter der Stadt Eckernförde keinen Grund zur Panik. „Gerade in Gebieten mit hohem Grundwasserstand kommt das Eisenocker immer wieder vor“, so Packschies auf Nachfrage der EZ. Das sei ein ganz natürlicher Vorgang. Eine Gefahr für das gesamte Ökosystem bestehe nicht. Organismen, die in dem Gewässer lebten, würden sich aber an die Veränderung anpassen und abwandern.

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