Oldies in Hütten : Roller, Reep und ein quietsch-gelber Oldie

Karl-Heinz Rüter mit seinem Zastrava. Der Habyer ist seit zwei Jahren stolzer Besitzer des quietsch-gelben Oldtimers.
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Karl-Heinz Rüter mit seinem Zastrava. Der Habyer ist seit zwei Jahren stolzer Besitzer des quietsch-gelben Oldtimers.

Oldtimertreffen in Hütten – Fahrzeugbegeisterte aus der ganzen Region sind mit dabei

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14. Juli 2015, 06:04 Uhr

Und jedes Jahr werden es mehr. Das Oldtimertreffen in der Gemeinde Hütten vor dem Feuerwehrgerätehaus erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Was vor sechs Jahren vom heutigen Bürgermeister Georg Beyer und Hans-Jürgen Bothmann als Schraubertreffen initiiert wurde, hat sich mittlerweile zu einem kleinen Dorffest mit Besuchern aus der ganzen Region gemausert. „Jeder wusste von einem anderen, dass der noch alte Maschinen bei sich hat“, so Hans-Jürgen Bothmann. Die wollten wir alle mal zusammenholen. „Viel Werbung dafür muss man jetzt nicht machen“, sagte Beyer, das spreche sich einfach schnell rum.

Am Sonntag waren es rund 20 Motorenliebhaber, die ihre besten Stücke zur Schau stellten. Und das Interesse an der alten Technik und den Geschichten von damals war groß. Die Frauen aus dem Dorf sorgen mit einem reichhaltigen Kuchenbuffet und am Grill für die Verpflegung der Schrauber und Fans.

Erstmals fand Jan Wendt den Weg zu der Veranstaltung. Der Bünsdorfer fuhr zufällig an dem Dorfplatz vorbei und machte gleich mit seinem Jaguar XK 150 an Ort und Stelle Halt. „Baujahr 1960, sein Vorbesitzer war Henri Nannen“, sagte Wendt über den blauen Coupet-Flitzer. Vor einem Jahr hat Wendt das Fahrzeug aus Ystad erworben, Henri Nannen hatte den Jaguar vor rund 20 Jahren an einen Schweden verkauft, der ihn daraufhin restaurieren ließ und weiter verkaufte.

Ordentlich Kraft brauchte Hermann Sarp, um mit seinem Oldtimer voranzukommen. Der Goosefelder hatte einen Roller dabei, „ein Garagenfund bei einem Nachbarn“, erzählte er. „Irgendwann zwischen den Weltkriegen“, so schätzte Hermann Sarp das Alter des Gefährts ein. „Statt mit dem Fuß musste man das Ding mit den Händen in Gang bringen, „wie eine Draisine“, so Sarp, der bei vielen Besuchern das Kind im Mann weckte und den Roller mehrmals weiterreichte. Nach Hütten gefahren ist Sarp damit aber nicht, sondern mit einem Motorrad, einer Standard aus dem Jahr 1930, die der Schmied selbst Stück für Stück wieder zusammengebaut hat und damit im letzten Jahr zum Standard-Treffen nach Ibbenbüren fuhr.

Knallgelb ist der Oldtimer von Karl-Heinz Rüter, ein jugoslawischer Zastrava 750 , der Lizenznachbau des Fiat 600. Seine Kinder hatten ihm den Wagen vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt. Erst überreichte seine Tochter ihm nur ein kleines Modellauto, dann brachte sein Sohn das 50 Jahre alte Original auf den Hof, erinnert er sich noch gut. Rüter hat viele Jahre Hilfstransporte nach Bosnien begleitet „und damals fuhren überall die Zastravas auf den Straßen“. Die hätten ihm gut gefallen.

Die Brüder Peter Wilhelm, Hinnerk und Hermann holten die Reeperbahn nach Hütten. Die historische Maschine zum Drehen der Seile gehörte dem Großvater der drei Ascheffeler. „Das Seilemachen war unsere Winterarbeit“, erzählte Hinnerk von seiner Kindheit. Bereits im vergangenen Jahr waren die Seilmacher in Hütten dabei und den Besuchern gefielen die Darbietungen gut. „Jeder kann hier sein eigenes Seil drehen“, so Hermann Neve.

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