Dreharbeiten in Kosel : Rockband entdeckt die Koseler Kirche

Die Bandmitglieder von Findus: Simeon Kschamer, Stefan Kühl, Timo Meinen und Kristian Kühl (v.l.) als Statisten in der Koseler Kirche. Es fehlt: Danny Steinmeier.
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Die Bandmitglieder von Findus: Simeon Kschamer, Stefan Kühl, Timo Meinen und Kristian Kühl (v.l.) als Statisten in der Koseler Kirche. Es fehlt: Danny Steinmeier.

Die Band Findus dreht für Video ihrer neues Platte „Quatscherei“ Musikvideo in der Koseler Kirche / Offizielle Vorstellung heute in Kiel

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23. Januar 2015, 06:00 Uhr

Mehr als 80 Clubkonzerte und Festivalauftritte haben die Musiker der norddeutschen Rock-Band Findus hinter sich. Findus, das sind Texter und Sänger Simeon Kschamer, Schlagzeuger Timo Meinen, die Gitarristen Danny Steinmeier und Kristian Kühl sowie dessen Bruder, Bassist Stefan Kühl. Seit zehn Jahren die Jungs zusammen, haben mittlerweile drei Alben herausgebracht. Ihr neuestes Projekt ist eine so genannte EP (Extended Play) – kleiner als ein Album, aber größer als eine Single. Der Titel: „Quatscherei“. Vier Stücke sind auf der EP enthalten, die ausschließlich auf Vinyl erscheint.

Heute wird die Platte offiziell vorgestellt und damit auch ein 18-minütiger Film zu dem Song-Quartett. Gedreht wurde unter anderem in Hamburg, auf dem Darßt und in Kosel. Eine Sequenz des Film spielt in der St-Laurentius-Kosel. „Solche Kirchen finden man nicht überall“, sagt Regisseur Jojo Zunke, der die Band schon seit den Anfängen begleitet. Sänger Simeon ist der Sohn der Koseler Pastorin Susanna Kschamer. Er hatte dem freiberuflichen Filmemacher von der besonderen Atmosphäre erder Kirche zählt. Dieser machte sich gemeinsam mit Lasse Buchhop noch kurz vor Weihnachten selbst ein Bild von dem Gebäude und war beeindruckt. Das eindrucksvolle Kirchenschiff, die besondere Architektur haben ihn und das Filmteam davon überzeugt, in Kosel den richtigen Drehort gefunden zu haben.

Das Findus-Video ist kein Musikvideo, sondern ein Film zu der kompletten EP. Es geht um einen jungen Mann auf einem Selbstfindungstrip. Der Film erzählt vom Erwachsenwerden, eine Geschichte die letztlich tragisch endet. Gespielt wird der junge Mann von dem Hamburger Robin Visher-Heins, in der Rolle seiner Mutter und Pastorin ist Anke Moosmayer zu sehen.

Mit dabei in Kosel bei den Dreharbeiten auch die Bandmitglieder von Findus, die allerdings in dem Film nur als Statisten eine Rolle spielen – als Kirchgänger. Als Komparsen im Einsatz waren auch Pastorin Susanna Kschamer sowie ihre Tochter Zoé und Sohn Jasper mit Familie. Außerdem wirkten Mareike und Annika aus der Koseler Jugendgruppe bei den Dreharbeiten mit.

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Seit rund zehn Jahren macht die Band Findus – frech und aufgeweckt so wie Kater – Musik. Nach dem Debutalbum „Sansibar“ (2009), „Mrugalla“ (2011) und zuletzt „Vis a vis“ (2014) ist „Quatscherei“ die vierte Produktion der 25 bis 30 Jahre alten Musiker. In der Kieler Schaubude wird die Platte heute offiziell vorgestellt. Karten gibt es nicht mehr – ausverkauft.

Ein bisschen Hoffnung hat Susanna Kaschamer aber schon noch, dass ihr Sohn Simeon ihr Karten besorgen kann. „Ich höre seine Musik gern“, sagt die Pastorin. Von den Dreharbeiten in der Kirche war sie beeindruckt: „Das war sehr professionell“. Auch den Film hat sie schon gesehen. „Sehr ästhetische Bilder“, findet sie, ein Film, der zum Nachdenken anregt, trotz des schicksalhaften Verlaufes Platz für Interpretationen lässt.

Mit der neuen Platte endet für Findus auch die Zusammenarbeit mit „Delicatess Tonträger“, das Label, das die Band einst mitgründete, löst sich auf. „Wir machen weiter“, betont Timo Meinen. Jeder Euro und freie Minute werde in die Bandarbeit gesteckt, mit dem Ziel, irgendwann von der Musiker leben zu können. „Andere Bands haben an dem Punkt jetzt längst aufgehört, wir ziehen das durch. 

www.findusmusik.de


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