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Konzert für den guten Zweck : Rock und Jazz für mehr Menschlichkeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemeinsames Solidaritätskonzert der Eckernförder Bands Noorrock und Borby Dixies im Carls. 2200 Euro Spende für das Familienzentrum.

Eckernförde | Begegnungen, Solidarität und Menschlichkeit – darum ging es am Freitagabend bei dem außergewöhnlichen Konzert „Jazz meets Rock“ in Carls Showpalast. Zwei lokale Musikgrößen, die in ganz unterschiedlichen Genres zuhause sind, hatten sich zusammengetan, um Gutes zu tun. Das schien sich herumgesprochen zu haben. Mit 160 Besuchern war der Saal gut gefüllt. Die Jazzband „Borby Dixies“ und die Rockband „Noorrock“ wollten etwas für die Flüchtlinge in der Region tun, die jede Unterstützung gebrauchen können. So soll der Erlös des Benefizkonzertes an das Familienzentrum in Borby gehen, das eine wichtige Anlaufadresse für Flüchtlinge darstellt.

Pastor Rainer Kluß von der Kirchengemeinde Borby, Träger des Familienzentrums, freute sich sehr über die Idee der Musiker. „Wir helfen den Asylsuchenden, die deutsche Sprache zu erlernen, das ist der Beginn von Integration. Zu den weiteren Aufgaben gehören Förderung der Selbstständigkeit und Hilfe bei der Alltagsbewältigung,“ so Pastor Kluß und er betonte, „wichtig sind auch Spiel und Begegnung – wir arrangieren gemeinsame Spielnachmittage von deutschen und zugewanderten Kindern.“

Aber nicht nur die beiden Bands betätigten sich karitativ – auch der Eigentümer des Veranstaltungsortes, Wolfram Greifenberg, war großzügig. Er stellte das „Carls“ mitsamt aller Technik kostenfrei für diesen besonderen Auftritt zur Verfügung – und versprach im Laufe des Abends, die Summe der gesammelten Spenden zu verdoppeln.

Nach der Begrüßung durch Pastor Rainer Kluß und dem Eckernförder Ratsherrn Rainer Budde sowie Frank Höger von Noorrock und Ralf Wiebenson von den Borby Dixies ließen es die Musiker krachen. Musizierten zunächst beide Bands getrennt, traten sie am Ende des Konzerts gemeinsam auf. Noorrock eröffnete den musikalischen Reigen mit selbstkomponiertem Deutschrock vom Feinsten. Kompromissloser, ehrlicher Rock – gerne auch mal etwas härter – aber auch wunderschöne Balladen feuerte die Band ab, nicht nur von Liebe, Trennung und Konsum wurde gesungen, sondern auch ganz aktuell ein Song über Solidarität und Menschlichkeit, für die es nie zu spät ist. Sängerin Sabine Fust beeindruckte mit ihrer Rockröhre, sicher und kraftvoll in Höhen und Tiefen und immer mit viel Gefühl. Sie sang nicht einfach nur, sie lebte die Songs. Alle Mitglieder der Band, „Allrounder“ Matze Fust, Gitarrist Frank Höger, Bassist Hartmut Purat und Drummer Thomas Dollase, überzeugten mit hohem musikalischem Können aber auch mit großer Freude am Musizieren – kein Wunder, dass der Funke schnell übersprang.

Nach dem Rock-Feuerwerk kamen etwas leisere, aber nicht weniger beeindruckende Töne: Die Borby-Dixies übernahmen die Bühne und zeigten ihr musikalisches Können – als erfahrene Jazzer sind sie in der Lage, die gut durcharrangierten Stücke immer wieder durch solistische Improvisationen aufzuwerten. Manfred Jöhnk (Posaune), Klaus-Dieter Nielsen (Klarinette und Saxophon), Ralf Wiebenson (Schlagzeug), Ulrich Brandemann (Banjo und Gitarre) und Jürgen Aßmann (Tuba) wurden unterstützt von Daniela Russek (Trompete und Gesang), die für den guten Zweck gerne aushalf. Mit ihrem Können und ihrer Spielfreude, nach den Soli immer unterbrochen durch Szenenapplaus, verwandelten die Musiker das „Carls“ beinahe in eine Jazzkneipe in New Orleans.

Spannend wurde es dann im dritten Teil des Konzerts – die Jazzer kleideten sich in Rockermanier und alle Musiker zusammen interpretierten gemeinsam Rocksongs. Erstaunlich, wie harmonisch die Musiker gemeinsam spielten, die rockigen Stücke aus der Feder von Noorrock funktionierten ausgesprochen gut mit Verstärkung durch die Bläser. Klarinette, Posaune und Tuba verliehen den Songs eine ganz besondere Note. Der besondere Höhepunkt war die Ballade „Stille“, dargeboten von Matze Fust am extra herein gerollten Flügel, der mit Unterstützung seiner Frau Sabine sang. Dazu spielte Klaus-Dieter Nielsen Saxophon – absolutes Gänsehaut-Feeling, dieses wunderbare Stück wurde mit tosendem Applaus bedacht.Die aufgestellte Spendenbox füllte sich zusehends und das Familienzentrum kann sich über 2200 Euro freuen, da Wolfram Greifenberg wie angekündigt die Summe von 1100 Euro verdoppelt hatte. Ein gelungener Abend, was auch Monika Peters aus Eckernförde bestätigte: „Ich war ja erst skeptisch, ob diese Kombination funktioniert, aber das hat sie! Die Bands sollten das wiederholen, ich käme auch ein zweites Mal!“ Ihr Begleiter Manfred Sievers, der aus Kiel gekommen war, ergänzte: „ Und dann noch alles für einen guten Zweck, wirklich ein toller Abend!“



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