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Roald Amundsen wird zum Klassenzimmer in der Karibik

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Brigg nimmt für sieben Monate 30 Schülern auf und fährt mit ihnen über den Atlantik

Eckernförde | Die Roald Amundsen ist wieder in heimatlichen Gefilden. Am Freitagvormittag hat die Brigg in ihrem Heimathafen Eckernförde angelegt, ist aber kurz darauf wieder zu einem Wochenendtörn aufgebrochen. Am Sonntag wird sie zurückerwartet, bevor sie am Montag wieder auf einen Wochentörn geht.

Während der 50 Meter lange Zweimaster in den vergangenen Jahren immer wieder spektakuläre Fahrten wie zu den Großen Seen in die USA unternommen hat und in der Irischen See in einen Sturm geriet, der ihre Segel zerfetzte, steht ihr im kommenden Winter ein neues einzigartiges Projekt bevor: Am 11. Oktober startet sie zu einer siebenmonatigen Reise mit 30 Schülern der 10. Klasse aus ganz Deutschland. Mit ihnen geht es über das Projekt „High Seas High School“ zunächst nach Teneriffa und schließlich über den Atlantik in die Karibik. Kuba und Costa Rica werden unter anderem angefahren, bevor es im März zurück über den großen Teich geht und im Mai die große Reise in Kiel endet.

„Das ist etwas ganz Besonderes für uns, weil wir mit diesem Projekt dem ursprünglichen Ziel des Vereins, jungen Menschen die Seemannschaft zu vermitteln, sehr nahe kommen“, sagt Andreas Beyer (35) vom Vorstand des Vereins „LebenLernen auf Segelschiffen“. Vier Lehrer werden die Schüler begleiten, hinzu kommt eine zwölfköpfige Stammcrew. Die Schüler werden auf See unterrichtet, machen Tagesausflüge. Zweimal gibt es während dieser Zeit für Einzelgäste die Gelegenheit, einen Törn für jeweils zwölf Tage mitzumachen. „In dieser Zeit sind die Schüler an Land“, so Beyer. Die Anreise nach Puerto Limon in Costa Rica muss man in diesem Fall selbst organisieren, kann dann aber durch die Karibik kreuzen – ein unvergessliches Erlebnis.

Wer einen Törn auf der Roald Amundsen bucht, muss eines wissen: Jeder Gast fasst selbst mit an. Das Schiff vermittelt die Seemannschaft, teilt die Gäste, die zunächst Mitglied im Verein werden müssen, in drei Wachen ein. Immer begleitet von erfahrenen Seglern, müssen die Gäste reihum die einzelnen Aufgaben, die an Deck eines Traditionsseglers anfallen, erledigen: Segel setzen, kochen, Deck schrubben. „Aber niemand wird dazu gezwungen etwas zu tun, was er sich nicht zutraut“, sagt Laura Plath aus Rendsburg. Die 21-Jährige hat im vergangenen Jahr viel Zeit auf dem Schiff verbracht, um die Zeit zwischen Abitur und Studium zu nutzen. Wer sich auf die Aufgaben einlässt, ist oft von sich selbst überrascht: „Immer wieder sagen die Leute hinterher, dass sie Dinge getan haben, die sie sich selbst gar nicht zugetraut haben“, so Laura Plath. Zum Beispiel das Aufentern in die Masten zum Segelsetzen. Beim letzten Ein-Wochen-Törn von Wismar nach Eckernförde sei eine Gruppe von vier Gästen dabei gewesen, die allein die drei oberen Segel am vorderen Mast gepackt habe – „das ist schon eine Leistung, wenn man das noch nie gemacht hat“, sagt Andreas Beyer, der zurzeit in München lebt.

Bis Sonntag, 13. September, ist die Roald Amundsen auf einem Törn mit der Stammcrew und Familienangehörigen unterwegs. Am Montag geht es auf einen Wochentrip in den Kleinen Belt, am 26. September ist die Roald dann wieder in Eckernförde, um gleich wieder nach Kiel in die Werft zu fahren. Im Anschluss geht es in die Karibik.

 

>www.sailtraining.de

 

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erstellt am 12.Sep.2015 | 06:35 Uhr

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