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Großsegler : Roald Amundsen nach Karibikfahrt wieder zu Hause

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Großsegler aus Eckernförde legt nach mehrmonatiger Fahrt wieder im Heimathafen an.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 07:31 Uhr

eckernförde | Heiße Karibiknächte und Wind der Stärke 10 - der Großsegler Roald Amundsen hat seinen Gästen während der letzten acht Monate den Stoff geboten, aus dem die Träume sind.

Die Zweimast-Brigg ist gestern Nachmittag wieder in ihren Heimathafen Eckernförde eingelaufen. Zum letzten Mal war sie im September hier. In der Zwischenzeit überquerte sie den Atlantik, fuhr durch die Karibik und wagte am Ende wieder den Sprung über den großen Teich.

Vier Monate davon war Karoline Pfeif le aus Mannheim an Bord. "Anfang Dezember haben wir von Teneriffa aus die Fahrt über den Atlantik angetreten", erzählt die 45 Jahre alte Diplom-Informatikerin. 25 Tage hat das Schiff gebraucht. "Und jeden Tag wurde es etwas wärmer." Sie gehört zur Stammcrew der Roald Amundsen. In der Karibik angekommen herrschten rund 30 Grad Celsius. "Das hört sich schön an, aber an Bord kann es nie kälter werden." Eine Klimaanlage gibt es nicht. "Und auch das Wasser war keine Abkühlung."

Betrieben vom Verein "Leben lernen auf Segelschiffen" an der Schiffbrücke in Eckernförde, kann auf dem Traditionssegler jeder mitsegeln, der Mitglied im Verein ist. Jeder Törn wird von einer 17-köpfigen Stammcrew inklusive Kapitän und Steuerleuten begleitet. Den Sprung über den Atlantik machten daneben noch 26 Gäste, sogenannte Trainees, mit. Sie werden aufgeteilt in verschiedene Wachen, an deren Spitze die Tops gasten stehen.

So wie Thomas Koch (53). Der Versicherungsfachwirt aus Kiel hat schon 17 Törns auf der Roald Amundsen in zwei Jahren mitgemacht. Langeweile kennt er nicht. Im Gegenteil: Segel setzen oder einpacken, umbrassen und dann Holz abschleifen und streichen - "Es gibt so viel zu tun, dass man die Leute darauf aufmerksam machen muss, dass sie zwischendurch etwas trinken oder sich mit Sonnenmilch eincremen müssen."

Angekommen in der Karibik auf der Antillen-Insel St. Martin, ging es weiter zu den britischen Jungferninseln - herrliche Tage, in denen die Crew die Seele baumeln ließ. Weiter ging es von Insel zu Insel weiter in den Norden nach Bermuda. Seitenwind machte der Crew zu schaffen. Das Schiff rollte stark, Schlafschwierigkeiten waren die Folge. "Man hat ständig Angst, aus der Koje zu fallen", erklärt Thomas Koch. "Das ist so, als wenn man alle acht Sekunden geschüttelt wird."

Im März ging es dann wieder zurück über den Atlantik, zum Teil bei Windstärke zehn und mit einer Geschwindigkeit von zehn Knoten (18,5 km/h). Drei Wochen waren eingeplant, zwei Wochen benötigte das Schiff.

Im April ging es weiter nach Kiel, jetzt war das Schiff noch auf einem Kurztrip in Wismar, bis es gestern in Eckernförde anlegte. Heute geht es wieder weiter für vier Tage über die Ostsee. Am Pfingstmontag kommt die Brigg zurück, bevor es wieder für längere Zeit auf Törns in der Ostsee geht.

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