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Überschwemmung : Riesenrohre für die Talsohle im Holweg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Regenwasserkanäle bewältigt Wassermassen nicht mehr – großvolumiger Ersatz soll vor Überschwemmungen schützen

von
erstellt am 09.Sep.2015 | 06:35 Uhr

Eckernförde | Der Holweg ist seit gut zwei Wochen eine Großbaustelle. Der Grund: In der Talsohle sammeln sich vor allem bei anhaltendem Regen große Wassermengen, die alten, 300-Millimeter starken Abflussrohre können diese Mengen nicht mehr ableiten, so dass das Regenwasser aus den Gullis wieder nach oben auf die Fahrbahn drängt und für Überschwemmungen sorgt. Die Stadtverwaltung hat die Erneuerung der Regenwasserkanalisation in dem Talkessel ausgeschrieben und erst im zweiten Anlauf ein Angebot erhalten. Und so werden seit zwei Wochen in dem abgesperrten Areal zwischen Holweg, Tondernstraße und Bürgermeister-Heldman-Straße Teile der Kanalisation erneuert und ein neuer Stauraumkanal angelegt. Die Dimensionen der Rohre sind gewaltig: Von 600 Millimeter starken Betonrohren in der Bürgermeister-Heldmann-Straße über Rohre mit 900 Millimeter Durchmesser in der Tondernstraße bis zu 1000 Millimetern im Holweg reichen die Querschnitte, die dort jetzt vergraben, verfugt und abgedichtet werden. Das sollte auch für große Wassermengen nach Starkregen reichen. Die Bauarbeiter müssen ihre Arbeiten mit den Stadtwerken abstimmen, weil dort überall Versorgungsleitungen verlegt sind. Nach dem Ende der Tiefbauarbeiten in etwa zwei Wochen soll auch die Fahrbahndecke erneuert werden. Kosten: Kanalisation rund 80  000 Euro, Deckenerneuerung 15  000 Euro.


Baubeginn 2018


Bürgermeister Jörg Sibbel informierte über Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßenbau in Sachen Brückenabriss und Verkehrsführung an der Kreuzung Bundeswehrstraße und L 26 bei Hemmelmark Schmiede. Er habe dort auf eine zeitnahe Umsetzung gedrängt, sagte Sibbel. Derzeit würden beim Landesbetrieb die möglichen Varianten untersucht und bewertet, eine Vorplanung solle im Herbst 2015 vorliegen, sagte der Bürgermeister. Die Bundeswehr, die wegen ihrer eigenen Umbaupläne (siehe Seite 7) in das Projekt einbezogen wird, solle im Spätherbst 2015 informiert werden. Ende 2017 / Anfang 2017 dürfte ein Baurecht vorliegen, gefolgt von einer Ausführungsplanung und Ausschreibung. Baubeginn wäre dann ab 2018, so Sibbel.

Die von der Stadt favorisierte Variante sieht nach einem Brückenabriss – die Brücke ist stark sanierungsbedürftig – und einer neuen Verkehrsführung im Kreuzungsbereich eine Änderung der Vorfahrtsberechtigung vor: Autofahrer aus Schwansen sollen dann über eine direkte Anbindung über die „Bundeswehrstraße“ Richtung B 203 und B 76 geleitet werden. Die Abfahrt nach Borby in die Prinzenstraße solle – anders als derzeit – mit einem aktiven Abbiegevorgang verbunden und somit erschwert werden. Die Stadt erhofft sich dadurch ein Ableiten des Durchgangsverkehrs – im Sommer herrscht ein starker Verkehr durch die vielen Camper an der Schwansener Küste – und eine Entlastung der Prinzenstraße und des Vogelsangs. Die Baumaßnahme würde rund 400  000 Euro kosten, sagte der Bürgermeister, der städtische Anteil liege bei 100  000 Euro, eine Förderung von 65 bis 70 Prozent wäre wahrscheinlich.


Mehr Fahrradstellplätze


Ein weiteres Thema im Verwaltungsbericht des Bauausschusses war die geplante Erweiterung der Fahrradabstellplätze am Bahnhof. Nach Ausführungen des Bauamtsmitarbeiters Axel Sperber soll die Zahl der überdachten Abstellplätze von derzeit 100 auf 160 erhöht werden. Zudem sind 40 weitere abschließbare Fahrradboxen geplant, derzeit gibt es 30 Stück, die Warteliste ist lang, so Sperber. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 240  000 Euro, eine 75-prozentige Förderung sei möglich, sagte Sperber. Die Internetplattform der ÖPNV-Betriebe in Schleswig-Holstein, Nah. SH, habe eine 100-prozentige Kostenübernahme für die 24  000 Euro teure Planungsphase zugesagt. Die Planung müsse bis Ende 2015 vorliegen. „Wir wären dumm, wenn wir das nicht nutzen würden“, sagte Axel Sperber. Die Stadt habe bereits einen Förderantrag gestellt, der Förderbescheid werde nächste Woche erwartet.

 

 

 

 

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