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Wilderei in Ascheffel : Ricke quälte sich stundenlang

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jäger sind entsetzt über Fall von Wilderei in Ascheffel / Ricke mit Kleinkaliber beschossen / Kitz hilflos

von
erstellt am 27.Jun.2015 | 06:40 Uhr

„Das war kein Jäger“, da sind sich Martina Paasch und Matthias Noack sicher. Keiner ihrer Jäger-Kollegen würden auf eine Ricke in der Schonzeit schießen – und dann noch mit einem Kleinkaliber. Doch gerade das ist vor wenigen Tagen in Ascheffel an der Grenze zur Försterei geschehen. Matthias Noack ist Jäger und Begehungsscheininhaber in Ascheffel. Pächter in dem Revier sind Horst Dietz, Michael Paasch und Frauke Buhr. Sie alle sind fassungslos. Bei der Polizei hat Martina Paasch inzwischen Anzeige erstattet.

Bei einer Kontrollfahrt am Mittwoch gegen 17 Uhr sah Matthias Noack ein Rehkitz, direkt daneben lag in ungewöhnlicher Haltung eine Ricke. Als Noack auf die Tiere zuging, lief das Jungtier weg, die Ricke blieb liegen. „Sie lebte noch und hob immer wieder den Kopf“, erzählt Noack. Dass das Tier schwerkrank war, stand außer Frage, also erlöste er die Ricke waidgerecht. Erst zu Hause entdeckte er bei näherer Untersuchung des Kadavers ein Einschussloch. „Das war ein glatter Durchschuss, ein Blattschuss“, sagt Noack. Allerdings nicht tödlich. „Das Loch war sehr klein, vermutlich ein Kleinkaliber“, so der Fachmann. Und das ist absolut verboten. Noack stellte fest, dass die Ricke nach dem Schuss bestimmt noch 24 Stunden gelebt hat. Das zeigten Spuren am Körper und an den Organen. „Sie hat sich lange gequält“, das sei sicher. „Das hat mir eine schlaflose Nacht bereitet“, gibt Noach unumwunden zu. Denn auch für das Kitz bedeutet der Verlust der Mutter der sichere Tod. „Bis September, Oktober braucht es noch die Milch und Führung“, sagt Martina Paasch. Man habe noch in den nächsten Tagen versucht, das verwaiste Kitz zu finden, mit Hunden und Lockruf, aber vergeblich.  

 

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