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Die Ära „Herta“ ist vorbei : Restaurantschiff hat Eckernförde verlassen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hafenbetreiber Stadtwerke wollen Platz für „fahrende Schiffe“ schaffen.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 05:49 Uhr

Eckernförde | Das Restaurant- und Räuchereischiff „Herta“ hat gestern Vormittag mit der Hilfe eines Schleppers den Hafen mit Kurs Rügen verlassen. Damit endete nach neun Jahren das Gastspiel der 1940 gebauten Schute in Eckernförde.

Zuvor hatten die Stadtwerke als Hafenbetreiber dem Schiffseigner Roland Harloff den Liegeplatz zum 31. März gekündigt. „Es ist vor einiger Zeit ein neues Hafenkonzept erarbeitet worden, das unter anderem aussagt, dass es im Hafen mehr Platz für fahrende Schiffe geben soll“, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens. Dementsprechend sollten auch laut einem Beschluss des Aufsichtsrats die dauerhaft fahruntüchtigen Schiffe weichen – erst die „Andras Gayk“, jetzt die „Herta“.

Harloff jedoch reagierte nicht sofort, wollte in Eckernförde bleiben. Rund 15  000 Gäste haben seiner Aussage nach pro Jahr auf dem Schiff gegessen, Harloff hat neben den Liegegebühren auch Gewerbesteuer in Eckernförde zahlen müssen. Das weiß Dietmar Steffens auch zu würdigen. Dennoch: „Alles hat seine Zeit“, so der Stadtwerke-Chef. „Als die Herta nach Eckernförde kam, war der Hafen noch nicht so aufgeräumt, es gab noch die gelben Hallen und noch nicht das gastronomische Angebot, das wir jetzt haben. Die Bedingungen haben sich geändert.“ Zudem wirke die Schute vom Erscheinungsbild her „recht vernachlässigt“.

Im Zuge der Gleichbehandlung steht nun auch die Frage nach dem Restaurantschiff „Capella“ im Raum. „Wir überlegen, ob die Capella in den Innenhafen verlegt werden soll.“ Das sei jedoch noch nicht entschieden. Mit dem Weggang von „Gayk“ und „Herta“ sei jetzt auch wieder viel Platz für fahrende Schiffe wie Traditionssegler vorhanden.

Eigentlich sollte die „Herta“, die wegen Krankheit und Personalwechsels schon seit vergangenem Spätsommer geschlossen hatte, Ende März den Hafen verlassen, doch Roland Harloff hielt an Eckernförde fest, hoffte auf eine Einigung. Die gab es aber nicht. Nur ein Kompromiss kam zustande: Die Stadtwerke verzichten auf einen Teil der fälligen Liegegebühren, wenn die Schute den Hafen verlässt.

Seit 2008 lag die 47 Meter lange Herta im Stadthafen. Sie wurde um das Jahr 1940 als Schute im Berliner Raum vom Stapel gelassen und Anfang der 2000er-Jahre zum Restaurantschiff umgebaut.

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