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Stines grosser Tag : Respekt und Bewunderung für Carsten Köthes Lebensmut

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

14-ährige Stine Elsner macht Radiomoderator zum Thema ihres Schulreferats

von
erstellt am 04.Okt.2014 | 06:34 Uhr

Ein Vorbild könne er vielleicht sein, aber ein Held? Carsten Köthe fühlte sich sehr geehrt, im Mittelpunkt eines Referats zu stehen. Die 14-jährige Jungmannschülerin Stina Elsner hatte sich den 52-jährigen Radiomoderator ausgesucht, als es im Deutschunterricht darum ging, eine Präsentation zum Thema „Helden und Vorbilder“ zu erstellen. „Dass er trotz seiner Krebserkrankung und die seiner Frau diesen Lebensmut behalten hat und mit seiner Aktion ’Carsten Köthe hilft Helfen’ anderen hilft, macht ihn für mich zum Helden“, sagte Stine.

Als die Gymnasiastin gestern im Deutschunterricht dann über Carsten Köthes Leben ihren Mitschülern aus der achten Klasse berichtete, wartete sie nicht nur mit vielen Informationen, Bildern und einem Live-Mitschnitt von seinem ersten Funkhausbesuch zwischen den Chemotherapien auf, sondern präsentierte ihr Referatsthema auch leibhaftig im Unterricht. Sie hatte sich im RSH-Studio gemeldet und anschließend die Zusage für einen Besuch von Carsten Köthe erhalten. „Andere Schüler hatten Mutter Theresa, Gandhi oder die Tierrechtsorganisation PETA zum Thema“, so Lehrerin Stefanie Sperling. Stine erzählte von Carsten Köthes Werdegang, seinen Anfängen beim Radio und seiner täglichen Show, dem „Frühstücksclub“, den er 22 Jahre lang moderierte. „Nichts für einen Morgenmuffel“, sagte Köthe selbst. Stine sprach über sein Hilfsprojekt, für das er mittlerweile mehr als drei Millionen Euro an Spenden sammeln konnte.

Vor fünf Jahren die erste Hiobsbotschaft, als bei seiner Frau Miriam Brustkrebs diagnostiziert wurde. „Das fliegt einem das Leben um die Ohren“, sagte Köthe, aber seine Frau habe ihm damals gezeigt, mit welchem Willen man dem Krebs den Kampf ansagen kann. Kaum hatte seine Frau alles überstanden, wurde bei ihm lymphatische Leukämie festgestellt. „Von da an gaben meine Frau und ich uns die Klinikklinke in die Hand“, so Köthe. Im Januar 2014 unterzog sich der Moderator einer Chemotherapie. „Das ist ein Fulltime-Job.“ Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und reichlich Papierkram bestimmten sein Leben. Am 6. August war er wieder auf Sendung.

Ob sie nicht richtige Pechvögel angesichts dieser Krankheiten seien, wollte ein Schüler wissen. „Wir sehen uns eher als Glückskinder“, antwortete Köthe. Der Krebs wurde bei seiner Frau und ihm früh erkannt, und sie hätten tolle Ärzte gehabt.

Stine selbst hat in den vergangenen Jahren in der Fußgängerzone Keyboard und Flöte gespielt und Geld für Köthes Hilfsprojekt gesammelt. Auch in der Schule ist jetzt Ähnliches geplant: „Wir wollen den Erlös des Pausenfrühstücks an ’Carsten Köthe hilft Helfen’ spenden.

Ein Held sei er aber trotzdem nicht. Die finde man auf der Kinderkrebsstation, betonte Köthe: Die Kleinen, die bereits hohe Dosen verabreicht bekämen und wacker durchhielten, „das sind Helden“.


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