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NETTER FLIRT ODER BLÖDE ANMACHE? : Respekt für den anderen muss an erster Stelle stehen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Ausstellung „Echt krass – Jugendliche und sexuelle Gewalt“ wird im Berufsbildungszentrum Rendsburg-Eckernförde gezeigt. Neben deutschen Schülern schauen sich auch Schüler der DaZ-Klassen die Ausstellungan.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 06:09 Uhr

Eckernförde | Netter Flirt oder bereits blöde Anmache? Wo hört der Spaß auf? Mädchen denken und fühlen anders als Jungen. Jeder hat das Recht auf selbstbesimmte Sexualität. Seit gestern sorgt die Ausstellung „Echt krass“ im Berufsbildungsszentrum Rendsburg-Eckernförde, Standort Fischerkoppel, für Gesprächsstoff unter den Schülern. Auf Initiative von Nele Timm, Leiterin des DaZ-Teams (Deutsch als zweite Fremdsprache) wird die Wanderausstellung des Kieler Präventionsbüros Petze zum Thema „Jugendliche und sexuelle Gewalt “ gezeigt. Der interaktive Präventionsparcours soll die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für sexuelle Grenzverletzungen sensibilisieren.

Ein Themenbereich, der für alle jungen Erwachsenen, unabhängig von der Nationalität, spannend und doch problembehaftet ist. Besonders schwierig kann es werden, wenn man weder die Sprache noch die Kultur des Landes, in dem man lebt, versteht. So geht es vielen Flüchtlingen. Anlass genug für Nele Timm und die Lehrkräfte, auch in den neun DaZ-Klassen das Thema anzusprechen. Der Besuch der Ausstellung ist freiwillig. Zu den ersten Besuchern gehören Mujtaba (17) und Alisina Rezaie (17) aus Afghanistan sowie Kamel Alhussin (18) aus Syrien. Vieles ist den jungen Männern fremd, anderes ist ähnlich wie in ihren Heimatländern. Ein wesentlicher Aspekt ist der Respekt für den anderen. Der ist auch in Afghanistan und Syrien geboten, sind sich die drei einig. Unterschiede gibt es in der Rolle von Jungen und Mädchen. In Afghanistan seien die Mädchen in der Regel mit 18 Jahren verheiratet, erzählen Mujtaba und Alisina Rezaie. Näheren Kontakt zu deutschen Mädchen hatten die beiden bisher noch nicht. „Ich muss erst viel wissen über die deutsche Kultur“, sagt Alisina. „Wenn wir hier bleiben wollen, müssen wir alles kennen und alles akzeptieren“, bekräftigt Mujtaba.

„Laut Statistik gibt es in jeder Klasse mindestens zwei Opfer von sexuellem Missbrauch“, erklärt Nele Timm. Rund 800 Schüler besuchen das BBZ. Untersuchungen hätten ergeben, dass es fünf Personen brauche, die das Opfer anspricht, bevor die Tat als solche verstanden werde. Auch Lehrer seien in dieser Situation häufig überfordert. Aus diesem Grund wurden begleitend zu diesem Thema Lehrerfortbildungen angeboten.

Am BBZ sind durch die hohe Zahl der Flüchtlinge viele Kulturkreise vertreten. „Respekt, Liebe, Gewalt, was bedeutet das für Mädchen, wie sehen die Jungen das. Ein Thema, das alle unsere Schüler angeht“, sagt Timm.

In mehren Interaktionsboxen wird der Besucher direkt angesprochen. In der Anmachbox hört er Sprüche, wie sie häufig auf dem Schulhof zu hören sind. Und erfährt auf diese Weise, was so ein Verhalten bewirken kann. „Wenn Liebe missbraucht wird“ lautet das Thema einer anderen Wand. Flirt-Tipps sind an einer weiteren Wand zu lesen. Einen großen Raum nimmt das Thema „Recht, nein sagen zu können“ ein.

>Petze ist ein Projekt des Landes Schleswig-Holstein in Trägerschaft des Notrufs Kiel und arbeitet im Bereich der Prävention von sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch und für die Verbesserung des Schutzes von Mädchen und Jungen.

www. echt-krass.info /www.petze-institut.de

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