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Fritz-Reuter-Schule : Resolution fehlt die volle Schubkraft

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Ratsversammlung verlangt mit der Mehrheit der Stimmen von CDU, SPD und Grünen in einer Resolution eine Gnadenfrist von einem Jahr für die Fritz-Reuter-Schule. FDP, SSW und Bürger-Forum wollen an einen Erfolg nicht so recht glauben.

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erstellt am 14.Mai.2014 | 06:58 Uhr

Die Ratsversammlung hat Montagabend mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen eine Resolution zum Erhalt der Sekundarstufe 1 an der Fritz-Reuter-Schule verabschiedet. FDP und Bürger-Forum enthielten sich, der SSW stimmte dagegen.

Landesregierung und Schulamt werden aufgefordert, den wegen zu geringer Anmeldezahlen verfügten Aufnahmestopp für die 5. Klassen zum Schuljahr 2014/15 wieder aufzuheben. Es wurden nur 22 Schüler für den fünften Jahrgang angemeldet, die für Regionalschulen geforderte Zweizügigkeit wird nicht erreicht. Zudem verfügt die Schule nur über 217 Regionalschüler und unterschreitet die ab August geltende Mindestgröße um 13. „Das einmalige Unterschreiten der Mindestschülerzahl rechtfertigt keine Schließung“, heißt es in der Resolution. Die Stadt fordert die Landesregierung auf, ihre Entscheidung zur Schließung der Sekundarstufe I für ein Jahr auszusetzen und wieder Aufnahmen in die 5. Klassenstufe zuzulassen. Durch die Investitionen von 2,73 Millionen Euro in die Sanierung, die nach längerer Vakanz erfolgte Berufung eines Schulleiters und das Engagement der Lehrer, Eltern und Schüler sei an der Schule ein „positives Klima entstanden“, das eine „gute weitere Entwicklung“ erwarten lasse. Die Schule habe eine „Ruhephase zur Konsolidierung und eine Chance verdient“.

Die Schule sei durch die ständigen Veränderungen „unter die Räder gekommen“, befand CDU-Fraktionschefin Katharina Heldt. Sie appellierte an Regierung und Schulamt, die „besondere Situation“ der Schule zu berücksichtigen. Jedes Gesetz habe auch einen Ermessensspielraum. Reiner Bunte (SPD) forderte eine Chance für die Schule, die Mindestschülerzahl zu erreichen. Vorbeugend für den Fall, dass es auch dann nicht genug Anmeldungen gibt, müssten bereits jetzt Gespräche zwischen Schulrat, Stadt, Fritz-Reuter-Schule und Grund- und Gemeinschaftsschule mit dem Ziel einer möglichen Zusammenarbeit geführt werden. Im vergangenen Jahr waren diese gescheitert. Jenny Kannengießer (Grüne) bezeichnete das Auslaufen des Regionalschulteils als „nicht richtig“. Die Schule stehe für Integration und Förderung, „da wird keiner zurückgelassen. Das alles zu beenden, weil die Zahlen nicht ausreichen – das kann es nicht gewesen sein“. Jürgen Neumann (SPD) schlug einen Aufruf vor, der die Eltern zur Anmeldung ihrer Kinder in der 5. Klasse der Fritz-Reuter-Schule animieren soll.

FDP, SSW und Bürger-Forum folgten der Resolution nicht. Man lehne nicht die „hervorragende Arbeit“ an der Schule ab, sagte Sylvia Grabowski-Fillmer (SSW), „aber eine „Ausnahmeregelung ist nicht die Lösung. Der SSW respektiert das Schulgesetz“. Sie forderte angesichts der zugespitzten Lage bereits jetzt eine Fortschreibung des Schulentwicklungsplans und einen Runden Tisch. „Eine Resolution hilft nicht“, sagte Herbert Kreis (Bürger-Forum). Er glaube nicht, dass man die benötigten Schülerzahlen dieses oder nächstes Jahr erreiche. Oliver Fink (FDP) rechnete mit der schwarz-rot-grünen Schulpolitik und der der amtierenden „Dänenampel“ ab. Die Schließung der letzten weiterführenden Schule in Borby sei eine „rein formelle Entscheidung“, das ab 31. Juli gültige neue Schulgesetz lasse keinen Spielraum zu. Die Fritz-Reuter-Schule habe von Politik und Schulbehörden lange keine Unterstützung erfahren. Er verwies auf die eingeleitete Änderungen durch den von ihm nicht mitgetragenen Schulentwicklungsplan: Das Geld für die Mensa der auslaufenden Albert-Schweitzer-Schule wäre vor einigen Jahren besser in den Mensabau und die Sanierung der Fritz-Reuter-Schule investiert worden. Sein Fazit: Die Resolution sei eine „Irreführung und widerspricht dem Anspruch an eine seriöse Politik“.

Ralph Krüger (CDU) zeigte sich von der fehlenden Unterstützung und der Resignation „maßlos enttäuscht“. Edgar Meyn (Grüne) wies auf die beschränkten Möglichkeiten der Kommunalpolitik in dieser Frage hin. „Wir haben die Braut hübsch gemacht“. Man dürfe nicht den „Brautausstatter“ beschimpfen.

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