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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 06:26 Uhr

Holtsee : Rennstrecke Harzhofer Weg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anwohner fühlen sich durch rasende Autofahrer und schnelle Treckergespanne im Harzhofer Weg gefährdet. Bürger sehen sich dadurch in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. An das Tempolimit hält sich hier kaum jemand.

Eigentlich fühlen sich Marlies Kopp (63) und Dirk Huneke (51) sehr wohl in ihrem Haus in dem kleinen Ortsteil Lehmsiek. Das Paar wohnt seit sieben Jahren im Harzhofer Weg, an der Verbindungsstraße zwischen Lemsiek und Holtsee. Doch seit einiger Zeit sehen sich die beiden massiv in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. „Viele Autofahrer rasen hier durch. Das ist auf der schmalen Straße gefährlich und durch die hohe Geschwindigkeit der Autos sehr laut“, ärgert sich Marlies Kopp. Trotz einer Tempo 30-Regelung hielten sich sehr viele Verkehrsteinehmer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

„Sobald die Autofahrer von Lehmsiek aus kommend in die Senke der Straße fahren, knallen sie hier bei uns durch“, sagt die Frührentnerin. Das gelte auch für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, so Dirk Huneke. Gerade jetzt im Zuge der Maisernte habe er oft rasende Treckergespanne beobachten können.

Vor etwa zwei Jahren wurde die Temporeduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde durch das Auftragen des Zeichens auf den Asphalt für jedermann sichtbar gemacht. „Das bewirkt aber nichts“, so der selbstständige Bootsbauer. Wiederholte Gespräche mit der Gemeinde hätten bislang nichts gebracht. Das Paar fühlt sich von den Verantwortlichen im Stich gelassen. „Wir haben das getan, was wir als Gemeinde machen können“, erklärt Bürgermeister Jens-Peter Frank auf EZ-Nachfrage. Mehr als die Einrichtung als Tempo 30-Zone könne die Gemeinde nicht veranlassen. Dem Vorschlag des Paares, Schachtringe versetzt zu platzieren, um die gradlinige Straßenführung zu unterbrechen, könne er nicht zustimmen, so Frank. Für landwirtschaftliche Fahrzeuge sei dann aufgrund ihrer Dimensionen im Harzhofer Weg kein Durchkommen mehr. „Die Straße ist dem öffentlichen Verkehr gewidmet. Das gilt auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge“, so der Bürgermeister.

Ihm bleibe nur der verstärkte Appell an alle Verkehrsteilnehmer, mehr Rücksicht walten zu lassen. Denn oftmals seien es die Einheimischen selbst, die Geschwindigkeitsbegrenzungen missachteten.

Eine Messung durch den Kreis würde er daher als Bürgermeister begrüßen. „Grundsätzlich prüfen wir Anfragen von den Gemeinden auf Messungen ergebnisoffen“, erklärt Dr. Thilo Rohlfs, Leiter des Fachbereichs Umwelt-, Kommunal- und Ordnungswesen des Kreises auf EZ-Nachfrage. In der Regel werde ein Ortstermin vereinbart, um „zu ermitteln, was man da machen kann“, so Dr. Rohlfs. Es werde immer eine Einzelfallentscheidung gefällt. Da der Kreis aber nur über zwei Blitzermessgeräte verfüge (eines teile man sich mit der Polizei), müssten die Gemeinden die genaue Überlegung des Kreises hinsichtlich etwaiger Einsätze der Geräte verstehen. Grundsätzlich gelte, dass die Technik dort eingesetzt werde, wo sich nach Auswertung der Unfallberichte der Polizei, was am Endes des Jahres geschehe, Unfallschwerpunkte ergeben.

Malies Kopp und Dirk Huneke wollen nicht so schnell aufgeben. Mit dem oft nächtelangen Einsatz von Maishäckslern und Treckergespannen auf dem benachbarten Feld, was durch die starken Strahler der Maschinen zu „Discobeleuchtung in unserem Schlafzimmer“ geführt habe, konnten sich die beiden noch arrangieren. Mit rasenden Autos und Treckern wollen sie sich nicht anfreunden.

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erstellt am 09.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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