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Rasende Seifenkisten : Rennstallatmosphäre mitten in Tüttendorf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Viel zu gucken gab es für die Zuschauer des dritten Seifenkistenrennens in Tüttendorf. Am Ende zählte aber der olympische Gedanke: „Dabei sein ist alles.“

Aufgereiht im Fahrerlager präsentierten sich die Rennteams den staunenden Blicken der zahlreichen Zuschauer, bevor sie sich schließlich todesmutig – jeder gegen jeden – in den Talkessel des Tüttendorfer Unterdorfes stürzten. Es ging um den Wanderpokal im Seifenkistenrennen, das am Sonnabend zum dritten Mal aufgelegt wurde.

Die Vorjahre hatte das Team „Raketenmäuse“ (l.) die Rennläufe dominiert und mit Kai Schürholz am Steuer jeweils den Cup geholt. Der erfolgreiche Pilot wechselte ins Management als Chef-Organisator. In diesem Jahr hatte daher Johanna Grotkopp den Platz im Cockpit übernommen, musste sich aber gleich im ersten Lauf Onkel Thomas „Grobi“ Grotkopp am Steuer des „Oberdorfer Siberpfeils“ geschlagen geben. Mehr als der zweite Rang war diesmal nicht drin. Die „Tüttendorfer Stinker“ zogen mit ihrem schlachtschiffähnlichen schwarzen Ungetüm unaufhaltsam die Bahn herunter und errangen den Pokal. „Platz da!“, war die unmissverständliche Botschaft.

Die „Warmduscher“ (r.) hatten ordentlich Gewicht in ihren Prototypen gebracht: Das Monocoque aus einer gußeisernen Badewanne wurde getragen von einem reichlich dimensionierten Stahlrohrrahmen, für den Antrieb des Signalhorns war eine voluminöse Gasflasche eingebaut – von der Statur des Piloten einmal ganz abgesehen.

Nun müssen die Boliden am Start im Oberdorf angeschoben werden – das war die Chance für die leichteren Fahrzeuge wie „Little Lightning“, der (obwohl nur mit elektrischer Hupe) den Laternenparkern die Rücklichter zeigte. Pilot Felix Rahn war mit der Empfehlung eines zehnten Platzes beim Rennen in Kiel-Holtenau nach Tüttendorf gekommen.

Vor dem ersten Start zog das Team „Fürst“ ehrfurchtsvolle Blicke auf sich: Die professionellen Rennanzüge ließen atemberaubende Geschwindigkeit vermuten. Doch weit gefehlt – sie wurden Letzte. Das Geld für den Modeberater hätten sie besser in einen Ingenieur investiert: Er hätte von den kleinen Vorderrädern abgeraten. Axel Fürst kennt sich eben besser mit Treckern aus, hatte beim anschließenden Grillfest aber beste Laune und zog ein olympisches Resumee: „Dabei sein ist Alles.“

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erstellt am 24.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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