Opern-Star : René Kollo zu Gast in Gettorf

Der berühmte Tenor René Kollo kommt auf seiner Abschieds-Tournee auch nach Gettorf in die St.-Jürgen-Kirche.
Der berühmte Tenor René Kollo kommt auf seiner Abschieds-Tournee auch nach Gettorf in die St.-Jürgen-Kirche.

Abschiedstournee macht Station in der St.-Jürgen-Kirche / EZ verlost Karten für das Konzert am 15. Juni

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06. Juni 2014, 06:00 Uhr

Nach einer langen Karriere hat René Kollo beschlossen, seine sängerische Laufbahn zu beenden. Aber bevor er sich zurückzieht, wird der Star-Tenor noch einmal eine Vielzahl von Konzerten im In- und Ausland geben, um sich von seinem Publikum zu verabschieden. Sein weitestes Reiseziel wird Japan sein, wo er einen großen Fankreis hat, zu dem selbst der japanische Kaiser zählt. Am Sonntag, 15. Juni, ist er in der St.-Jürgen-Kirche zu erleben.

Ihre Abschiedstournee führt Sie nach Gettorf. Warum beenden Sie Ihre sängerische Laufbahn jetzt?

Eigentlich gibt es keinen Grund. Mir geht es gut, und meine Stimme hört man immer noch gern, wenn man den Zeitungskritiken glauben schenken mag. Nur wenn man bedenkt, dass ich in diesem Jahr 77 Jahre alt werde, muss man wohl an das Abschiednehmen denken.
Sie selbst haben in den 1960ern an den deutschen Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest beteiligt. Der aktuelle ESC hatte gleich mehrere Lieder zu bieten, die ein ausgebildeter Tenor oder Kammersänger hätte singen können. Reizt es Sie nicht, das selbst noch einmal zu versuchen ?

Ich habe zwar einmal an diesem Wettbewerb teilgenommen. Im Grunde hat mich diese Veranstaltung schon damals nicht interessiert. Ich war jung und brauchte das Geld – wie man heute so schön sagt.
Vermissen Sie die große Zeit der Operetten, die von den TV-Anstalten regelmäßig ausgestrahlt wurden und in den Wiederholungen zu bestimmten Feiertagen nur noch selten zu sehen sind ?
Natürlich ist es schade, dass es diese ganzen Dinge nicht mehr gibt. So hat man doch die Zuschauer an die Operetten herangeführt und eventuelles Interesse hervorgerufen. Heute hat doch niemand eine Chance, wenn ich nicht ganz zielgerichtet suche. Die Musikredaktionen waren viel breiter aufgestellt. Aber das betrifft ja nicht nur die Operette, sondern mehr oder minder alle Musikformate mit klassischem Inhalt.

Die großen Tenöre finden immer weniger auch in der Unterhaltungsmusik statt. Macht der Tenor von heute dies nicht mehr, sich mit Größen der Pop-Musik auf eine Bühne zu stellen und im Duett Pop-Klassiker zu singen?

Ich denke nicht, dass es an den Tenören liegt. Wenn man sie fragen würde, hätten sie sicher Spaß daran.
Werden Sie ihre Fans demnächst wieder mit einem Krimi überraschen? Nein, einen Krimi schreibe ich, so glaube ich heute, nicht noch einmal. Aber in Bälde wird es ein Buch geben, in dem ich mich mit dem von mir so geliebten Richard Wagner auseinandersetzen werde. Seien sie gespannt.
Wie halten Sie Ihre Stimme fit – gibt es besondere Tricks die jahrzehntelange Strapazen von den Stimmbändern fernhält ?

Ich singe von meinen Zinsen und nicht von meinem Kapital, wie so manch junger Kollege, der dann nach ein paar Jahren schon große stimmliche Probleme hat. Außerdem halte ich alles am Laufen mit Konzerten, wie jetzt in Gettorf.
Welches Programm bringen Sie mit nach Gettorf? Worauf dürfen sich die Zuhörer freuen?

Ich schlage einen großen Bogen von Liedern meiner Karriere. In einer Kirche kommt natürlich auch das geistliche Werk zum tragen, aber natürlich fehlt auch nicht die eben zitierte Operette, das Volks- und Kunstlied sowie die Lieder meines Vaters und Großvaters. Es ist schön für mich zu sehen, dass das Publikum fast immer alle Titel kennt und in Erinnerung schwelgen kann. Das ganze wird mit kleinen Anekdoten aus meinem Leben gewürzt.
Werden Sie Zeit haben, sich in der Region etwas um/anzusehen?

Leider nein, noch in der Nacht geht es zurück nach Berlin, da dort schon die nächsten Verpflichtungen warten. Aber wenn die Abschiedstournee vorbei ist, komme ich sicher gern wieder. Nicht zum Singen, sondern zur Erholung.



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