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Rendsburger Kino-Betreiber bedauern die Entscheidung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schauburg und Kino-Center sind wichtige Kulturträger in Eckernfördes Nachbarstadt

von
erstellt am 16.Mär.2016 | 06:01 Uhr

Das Aus für den Kino-Standort Skaterpark im Schulweg schlägt Wellen. Auch bei den Profis in Rendsburg. Dort gibt es gleich zwei traditionelle Kinos, die Schauburg und das Kino-Center. Beide Kinos gelten als kulturelle Schwergewichte in der Region, in denen nicht nur Filme gezeigt, sondern auch Veranstaltungen wie Modenschauen, Konzerte und nicht zuletzt das 1. Norddeutsche Film-Festival durchgeführt werden. Pro Jahr strömen etwa 200  000 Besucher aus dem gesamten Kreisgebiet, und zunehmend auch aus Eckernförde, in die beiden Rendsburger Kinos. Nach Auskunft der beiden Kinobetreiber soll Rendsburg mit seinen beiden familiengeführten Kinos zum neuen Markenzeichen in Schleswig-Holstein für Filme aus Norddeutschland werden. Ziel sei es, nicht nur norddeutsche Filme zu zeigen, sondern Filmemacher und Darsteller nach Rendsburg zu holen (Stars und Sternchen live erleben).

„Wir bedauern es sehr, dass die Politik in Eckernförde sich noch immer nicht auf einen Standort für ein Kinoprojekt einigen konnte. Scheinbar übersieht man hier, dass auch ein Kino zur Belebung einer Innenstadt beiträgt, nicht nur in den Abendstunden“, teilte Kino-Chef Hans von Fehrn-Stender mit. „Gleichwohl hoffen wir, dass die Eckernförder Kinofreunde weiterhin den Weg nach Rendsburg finden, wo die gleichen Filme angeboten werden wie in den Großstädten Kiel und Flensburg – vom anspruchsvollen Arthaus-Programm bis zum amerikanischen Blockbuster.“ Legendär seien inzwischen die „Last Night of the Proms“-Live-Übertragungen aus London.

Das älteste Kino des Landes, das Kino-Center, betreibt die junge Unternehmerin Nicole Claussen. „Wir bedauern, dass sich die Stadt Eckernförde gegen den Bau eines Kinos entschieden hat und sind überzeugt, dass kleine familiengeführte Kinos, wie das Kino-Center und die Schauburg in Rendsburg, eine Bereicherung der kulturellen Vielfalt einer Stadt sind.“ Das 101 Jahre alte Kino-Center mit neuester Technik und Verzehr-Service verfügt über drei Säle für rund 400 Besucher.

Auch Ralf Thomsen, der in Heide das Kino betreibt, verfolgt aufmerksam die Entwicklung und die Entscheidungen der Ratsversammlung. Thomsen hatte der Stadt zu Beginn der Standortsuche ein Interesse als Kinobetreiber signalisiert. Den damaligenVorschlag, ein Kino in der Willers-Jessen-Schule zu betreiben, beurteilt er heute aufgrund des hohen finanziellen Risikos als nicht machbar. „Der bauliche Aufwand und die damit verbundenen Kosten für ein relatives kleines Kino wären viel zu hoch“, sagte Thomsen gegenüber der EZ. Es sei denn, die Stadt übernehme die Kosten für die Herstellung der Räumlichkeiten und verpachte diese dann. Das sei zum Beispiel auf Amrum der Fall. Auch in Büsum werde nach seinen Worten auf diese Weise ein Kinoprojekt auf den Weg gebracht. Für den Kinobetreiber ist der Gedanke, in Kombination von Stadthalle und Kino ein Gebäudekomplex zu errichten, eine „Traumlösung“. „Diese Lösung wäre ideal – vielleicht braucht Eckernförde mehr Zeit, um auf diese Traumlösung zu kommen“, so Thomsen, der sehr begrüßt, dass sich in Eckernförde so viele Menschen mit so viel Herzblut fürs Kino interessieren. „Das habe ich so bisher noch nicht in einer anderen Stadt gesehen.“

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