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TENNIS : Renate Schröder stapelt ihre Urkunden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Tennisspielerin Renate Schröder wurde in Essen Deutsche Meisterin im Einzel der Altersklasse Damen 70. Ihre nächstes Ziel sind im Juni die Europameisterschaften.

Während andere mit 71 Jahren ihren Ruhestand auf der Coach verbringen, eilt Renate Schröder aus Eckernförde auf dem Tennisplatz von Erfolg zu Erfolg. Bei den Deutschen Meisterschaften in Essen sicherte sie sich ihren x-ten Meistertitel, diesmal bei den Damen 70. Der wievielte es mittlerweile genau ist, kann Schröder gar nicht genau sagen. „Seit ich bei den Seniorinnen spiele, habe ich aber bestimmt in jeder Konkurrenz zweimal gewonnen.“

In Essen wurde ihr nichts geschenkt. Zwar erzielte sie in der ersten Runde gegen Elke van Elst (Recklinghausen) ein klares 6:0 und 6:0, doch im Viertelfinale wurde es gegen die Ungesetzte Marlis Neunert (Unterhaching) beim 6:2 und 7:5 zumindest im zweiten Satz schon eng. Tennis-Krimis gab es ab dem Halbfinale. Hier bekam es Schröder, die an Nummer drei gesetzt war, mit der topgesetzten Hanne Eckert (Heilbronn) zu tun. Hier lag sie bereits 2:5 hinten, ehe Schröders Kämpferherz erwachte und sie den Satz noch 7:5 gewinnen konnte. Die Aufholjagd hatte jedoch Kraft gekostet. Das machte sich im zweiten Durchgang bemerkbar, den sie klar 2:6 verlor. Satz drei musste also die Entscheidung bringen – und diesen gewann die Eckernförderin mit 6:4. Das Finale war erreicht.

Im Endspiel sah es gegen die an Position vier gesetzte Christel Knapp (Böblingen), gegen die sie im Januar bei den Europameisterschaften noch in drei Sätzen verloren hatte, im ersten Durchgang zunächst nach einem glatten Sieg aus: Renate Schröder hatte schnell ein 5:0 erzielt, doch dann kam ihre Gegnerin mächtig auf Touren. Spielstand nach dem ersten Satz: ein knappes 7:6 für Schröder. Auch im zweiten Satz wurde es nach einem 5:2 für sie noch eng, doch schließlich gewann die Eckernförderin 6:4 – und damit den Titel. Als Trophäe gab es neben einer Urkunde noch ein Umschlag mit 100 Euro Preisgeld. Die Urkunden hängen bei ihr übrigens nicht an der Wand, sondern stapeln sich im Keller – es sind mittlerweile einfach zu viele.

Renate Schröder hat bereits einige Stationen hinter sich. Angefangen mit Tennis hat sie, auch bedingt durch Bruder Günter Stollberg, mit sieben Jahren. „Damals waren die Plätze noch in der Berliner Straße“, erinnert sie sich. Mit 16 Jahren wechselte sie zum Schleswiger TC, ehe es nach der Heirat mit Dierk Schröder, der beruflich nach Flensburg wechselte, zum TC Mürwik ging. Dort spielte sie zwei Jahre, ehe ihr Mann nach Kiel versetzt wurde und sie beim Post SV die gelbe Filzkugel über das Netz schlug. 1972 ging es nach Duisdorf bei Bonn, von wo aus sie wenig später zum größeren Schwarz Weiß Bonn wechselte. Seit ihrer Rückkehr 1993 nach Eckernförde spielt Renate Schröder für die Damen 50 des MTSV Olympia Neumünster in der Nord- (Sommer) beziehungsweise Regionalliga (Winter). Ihr Training umfasst drei bis vier Einheiten pro Woche, einmal davon in Neumünster.

Als nächstes Ziel stehen für Schröder die Europameisterschaften im Juni in Pörtschach am Wörthersee auf dem Programm. Dort peilt sie eine Platzierung unter den ersten Vier an. Als Hauptkonkurrentin sieht sie dort Heide Orth (Ettlingen), gegen die sie aber auch bereits gewinnen konnte.

Während sie früher ihre Gegnerinnen vor allem aktiv zu Fehlern gezwungen hatte, agiert sie heute primär von der Grundlinie aus. „Meine Stopps mögen meine Kontrahentinnen dabei gar nicht“, sagt sie lächelnd. In der Deutschen Rangliste steht Renate Schröder auf Position vier. Mit dem Titelgewinn in Essen hat sie sich aber sicherlich nach vorne schieben können. „Wohin genau, weiß ich leider noch nicht, denn die Rangliste wird nur alle drei Monate herausgegeben.“ Anfang April kommt die nächste. Renate Schröder blickt ihr freudig entgegen.

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erstellt am 26.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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