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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 10:31 Uhr

Rekordteilnahme am Jugendkreistag

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Über 200 Schüler von 14 Schulen machen am Planspiel im Kreishaus mit / „Staatsbürgerliche Bildung“ geht über drei Tage

Großes Interesse am 22. Jugendkreistag in Rendsburg: Noch nie sind so viele Schüler der Einladung von Kreispräsident Lutz Clefsen für den Tag zur „staatsbürgerlichen Bildung“ gefolgt wie in diesem Jahr. Rund 200 Jugendliche von 14 Schulen aus dem gesamten Kreisgebiet beteiligen sich noch bis morgen an dem Planspiel. Im vergangenen Jahr waren es nur knapp 90.

Gestern musste der stellvertretende Kreispräsident Wolfgang Weiß bereits zusätzliche Tische und Stühle heranschaffen lassen, damit alle knapp 80 Schüler der ersten Jugendkreistag-Runde genug Platz im großen Sitzungssaal fanden. Er leitete das Planspiel. Eigentlich umfasst der Kreistag Rendsburg-Eckernfördes nur 49 Mitglieder – gestern waren es 78. Lutz Clefsen und Wolfgang Weiß war die Zufriedenheit über diese Beteiligung anzusehen. „Das sind sehr interessierte junge Leute“, sagte Clefsen anerkennend. Auch Weiß zeigte sich beeindruckt: „Die Schüler haben sich in der Fraktionsarbeit sehr engagiert.“

Zunächst entschied sich jeder Schüler für eine Partei. Dementsprechend fielen die Fraktionen aus: 25 wählten die CDU als politische Heimat, 23 die SPD, 21 die Grünen und neun den SSW. Eine FDP kam wegen mangelnden Interesses nicht zustande. Danach berieten sich die neuen „Abgeordneten“ in ihren Fraktionen, welche Anträge sie später im Plenum stellen wollten. Davor stand jedoch noch die Wahl eines Kreispräsidenten und dessen Stellvertreter. Dabei machte der CDU-Kandidat Konrad Metzler (16) von der dänischen Jes-Kruse-Skolen aus Eckernförde das Rennen. „Ich habe mich für die Christdemokraten entschieden, weil ich mit dem Wahlprogramm einverstanden bin“, sagte Konrad Metzler. Er leitete die Jugendkreistagsitzung. Seine Stellvertreter unterstützten ihn dabei: Malena Köpke (16) von der Herderschule in Rendsburg für die SPD und Tarek Rathmann (16) vom Helene-Lange-Gymnasium in Rendsburg für die Grünen. Als naturverbundener Mensch habe er sich für die Partei entschieden, obwohl er sich bereits für die Linkspartei engagiere. „Mein Ziel ist ein Bundestagssitz für die Linke“, sagte er. Für Malena Köpke lagen die Sozialdemokraten nahe, „weil ich mich sozial einbringen möchte“.

Im Ablauf etwas holpriger als bei einer herkömmlichen Kreistagssitzung, aber sehr konzentriert arbeiteten die Abgeordneten daraufhin die Tagesordnung ab: Darauf stand unter anderem der Antrag der SPD, eine Eissporthalle im Kreis zu errichten. Sie befassten sich jedoch auch mit aktuellen Fragen der Politik: Mit der Integration von Einwanderern, der Unterbringung von Asylbewerbern, dem Schulsportangebot im Kreis oder einem Antrag der CDU, der zum Ziel hatte, dass Schüler wählen können, ob sie nach acht oder neun Jahren das Abitur machen können. In einzelnen Redebeiträgen vor dem Plenum machten die Nachwuchspolitiker ihre Standpunkte deutlich und diskutierten miteinander.

Klar wurde, dass nicht alle Anträge etwas in einem Kreistag verloren haben, weil der schlichtweg nicht zuständig ist. Doch das war laut Kreispräsident Lutz Clefsen kein Problem: „Das ist unser Beitrag zur Debattenkultur“, sagte er. Sein junger „Amtskollege“ Konrad Metzler war froh über den Einblick in die parlamentarische Arbeit: „Wir sind die nächste Generation. Deshalb müssen wir wissen, wie es in der Politik abläuft. Sonst sieht es bald düster aus.“ 

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erstellt am 10.Mär.2015 | 17:51 Uhr

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