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faszination segeln : Rekordfahrt um das Kap Hoorn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Jaguar House in Gettorf veranstaltete zugunsten des Ronald McDonald Hauses einen Vortrag. Boris Herrmann segelte in nur 89 Tagen von New York nach San Francisco.

Einst war es die „golden Route“, auf der 1854 der Clipper „Flying Cloud“ unter Segeln in nur 89 Tagen ums Kap Hoorn den Rekord von New York nach San Francisco setzte. Von der Rekordfahrt 159 Jahre später, bei der die Zeit fast halbiert wurde, berichtete Segelprofi Boris Herrmann im Rahmen der Vortragsreihe „Segeln – Landrover Live“ im Autohaus Kuntz (Jaguar House) in Gettorf, das dazu im vierten Jahr in Folge eingeladen hatte. 33 Jahre alt ist Boris Herrmann, der auf mehreren Weltumsegelungen und Transatlantikregatten seglerisch wahrscheinlich mehr erlebt hat, als die 160 Zuhörer zusammen.

„Es war eine Herausforderung mit vielen Faktoren, bei der wir die bestmöglich modernste Technik nutzten“, berichtete der 33-Jährige, der aus dem niedersächsischen Oldenburg stammt. Computer-analysen von verschiedenen Reisen anderer Segler und Hinterlegung aufgezeichneter Wetterdaten auf die jeweiligen Positionen waren dabei ebenso hilfreich bei der Vorbereitung wie die jahreszeitliche Windhistorie der vergangenen Jahre. Zwei Monate sollte es dann dauern, bis sich das richtige Zeitfenster für den Start zum Rekord öffnete.

Vorbei an der Freiheitsstatue ging es am 31. Dezember 2012 in Richtung Äquator. In den ersten drei Tagen legte die Yacht aus Carbon teilweise mit 36 Knoten auf der Welle surfend, ein Etmal (ein Törn innerhalb von 24 Stunden) von 500 Seemeilen zurück. „Alles Gewicht, einschließlich der Kojen, haben wir komplett auf die Luvseite gestaut“, erzählte Herrmann, darunter auch sämtliche Segel mit einem Gesamtgewicht von einer Tonne. Natürlich gab es auch Schäden, so an Segeln oder am Mast in schwindelerregender Höhe, die mit bordeigenen Mitteln unterwegs behoben werden mussten. Fotos ließen die Dimension einer sechs Meter langen, zu reparierenden Segellatte nur erahnen.

Vorbei an den Falkland Inseln konnte die Yacht effektiver als seinerzeit die Großsegler gegen den Wind um Kap Horn kreuzen, wurden dabei von einem Kreuzfahrtschiff beobachtet – auf diese Weise bekam die Crew Fotos von sich selbst übermittelt. „Man ist mit seinem Computer an Deck und orakelt“, beschreibt Herrmann die Einschätzung der Druckgebiete, um die Fahrtstrecke zu bestimmen: auf pazifischer Seite die kürzeste Strecke oder eher an der Küste entlang zu segeln. Gigantische Wellenberge, Unmengen an Wasser, die sich über Schiff und Mannschaft ergießen – beeindruckend auf Bildern präsentiert – ließen erahnen, welche Strapazen die neunköpfige Crew, gegen fliegende Gischt mit Helmen und Visier ausgestattet, ausgesetzt war.

Dann im Dunst das Ziel der Reise – die Golden Gate Bridge von San Francisco: „Der Empfang nach Passieren der Brücke – nach 47 Tagen und 42 Minuten – war großartig“, erinnerte sich Herrmann, der am 16. Februar zum ersten Mal in dem Jahr einen Fuß an Land setzte. Gemeinsam mit Skipper Giovanni Soldini und der Mannschaft mit Seglern aus sechs Nationen nahm er den Pokal „Golden Route“ vom World Sailing Speed Record Council nach 13 225 Seemeilen entgegen. Viel Lob und Beifall gab es nach dem Vortrag von den Zuhörern – wieder einmal hatte „Landrover Live“ zum Thema Segeln den richtigen Griff getan.

Als Dank und Anerkennung für Vortrag und Pausenbewirtung erbat sich Autohauschef Philipp Kuntz eine Spende zugunsten des Ronald McDonald Hauses Kiel und dem Rotary Club Eckernförde Dänischer Wohld, deren Ergebnis von rund 600 Euro von der Firma auf 1200 Euro erhöht wurde.


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