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Mehr leser, aber kürzere leihzeiten : Rekordausleihe bei Medienboxen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fahrbücherei 8 in Barkelsby zählt 98 500 Entleihungen im Jahr 2013. Der Rückgang gegenüber 2012 ist durch weniger Fahrtage und weniger Verlängerungen begründet.

Die Leser der Zukunft sind jung, den Eindruck vermitteln die Zahlen der Fahrbücherei Nummer 8 Barkelsby für das Jahr 2013. 1492 Leser von 2307 sind jünger als 18 Jahre, stellt Harald Gäble, Leiter der Fahrbücherei-Station Barkelsby fest. Auch wenn die Leserzahl im Vorjahr von 2222 auf 2307 stieg, die Gesamtausleihen sanken im Vorjahr auf 98 491 gegenüber 104 937 im Jahr 2012 in den 36 Vertragsgemeinden im Altkreis Eckernförde. „Wir haben mehr Leser, die aber kürzer ihre Bücher leihen“, fasst Gäble zusammen.

Eine Ursache für den Rückgang sieht Gäble in weniger Fahrtagen. So steuerte Knut Schäfe den Bus der Fahrbücherei in 2013 175 mal, im Jahr 2012 war das Team 178 mal auf Tour. Zudem gab es einen Ausfalltag, und an den beiden Orkantagen Ende Oktober und Anfang Dezember kamen keine Besucher in die Fahrbücherei. Da fehlen schätzungsweise 1900 Ausleihen, so Gäble. Geringere Ausleihen verzeichneten sie auch an Schulen, wenn die Klassen an den festen Terminen Ausflüge oder Schulveranstaltungen hatten. Gesunken ist vor allem die Zahl der Verlängerungen. Sie sank von rund 18 000 auf 13 500.

Grundsätzlich ist das Team aber sehr zufrieden mit der Entwicklung. So konnten im Vorjahr die Schulen in Holtsee und Borgstedt erstmals mit neuen festen Haltepunkten gewonnen werden. Zusätzlich nutzten die Schulen in Neuwittenbek, Schinkel und Strande das Angebot, Wissensboxen mit Medien zu rund 40 Themen auszuleihen. Neu hinzu kamen auch vier Kindertageseinrichtungen, so dass nun 27 Kita-Einrichtungen den Büchereiservice nutzen. Unter dem Strich gab es einen Rekord bei der Ausleihe der Medienboxen mit 78. Die Boxen werden ständig aktualisiert, so Gäble. Bestellt und geliefert werden sie über Barkelsby, verwaltet und zusammengestellt werden sie in Rendsburg.

Steigende Ausleihen erhoffen sich die Mitarbeiter aus der Einführung der Onleihe. Sie war im August gestartet. Bis Jahresende wurden rund 780 Entleihungen registriert. In diesem Jahr rechnet man mit über 2000 Ausleihen. Zur Verbesserung des Service trägt auch die Modernisierung der Homepage bei. So können Leser dort nicht nur bequem ihre Onleihe vornehmen, sie können Termine und Routen des Büchereibusses einsehen oder sich über den Bücherbestand informieren und Bestellungen aufgeben, „ohne geht es heute fast nicht mehr“, ergänzt Andrea Specht, die den Betrieb der Fahrbücherei logistisch unterstützt.

Das Leseverhalten hat sich auch weiter verändert. Immer weniger gefragt würden Nachschlagewerke oder reine Wissensbücher, „im Internet findet man alles aktueller“, so Gäble. Und selbst die Schüler suchten eher bei Google und Co für ihre Referate als in einem Buch, hat Specht festgestellt. Gefragt und immer ausgeliehen waren bei den Erwachsenen „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ von Jonas Jonasson, historische Romane und zeitgeschichtliche Sachbücher, beispielsweise „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“, und „Der Schlafwandler“ aber auch die Kurzgeschichten von Alice Munroe. Ein Hit seien auch Bücher zum Stricken so genannter myboshi-Mützen.

Die Jugend greift mit Vorliebe zu Musik-CDs, aber auch Fantasieromanen. Viel ausgeliehen waren die Bände Rubinrot, Saphierblau und Smaragdgrün sowie die drei Bände Tribute von Panem. Beendet ist der Nachfrageboom nach Vampirgeschichten, so Gäbles Beobachtung. Kinder lieben nach wie vor die Greg-Bände, aber auch Starwars und Sachbücher zu Feuerwehr, Landwirtschaft und Pferden waren stark gefragt, so Gäble.

Der Bestand umfasst rund 25 000 Medien. 2877 Stück wurden aussortiert, vor allem im Bereich der Sachbücher für Erwachsene. Ausgebaut wurde der Bestand vor allem an Hörspielen und Hörbüchern, sowohl für junge Nutzer als auch für Erwachsene.

Die Entleihungen, aufgeschlüsselt auf die Gemeinden, folgt der Gesamtentwicklung. Bei fast allen sank die Zahl, gestiegen war sie nur in Holtsee, Dänischenhagen, Borgstedt, Brodersby und Ahlefeld-Bistensee. Hohe Ausleihzahlen stellt das Team auch für die Gemeinden Dörphof, Kosel, Loose, Gammelby und Winnemark fest. Die Gemeinden selber sind allerdings nicht Mitglied der Solidargemeinschaft der Fahrbücherei. Man freue sich über die vielen Schüler, die das Angebot nutzten, so Gäble, schließlich wolle man ja das Lesen fördern, aber er werde dennoch das Gespräch mit den Bürgermeistern suchen, um sie von einer Mitgliedschaft zu überzeugen.

Für dieses Jahr hinzugewonnen wurde die Grundschule in Groß Wittensee, die ab Februar alle drei Wochen ein fester Haltepunkt ist.

http://www.fahrbuecherei8.de

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