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Verdacht auf Tierquälerei : Reitverein gibt sich kämpferisch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Mitglieder kritisieren die Beschlagnahmung von 57 Pferden. Ende der Woche sollen erste Ergebnisse vorliegen.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Die Beschlagnahmung von 57 Pferden aus der Obhut des Reit- und Fahrvereins Brekendorf hat ein großes Echo hervorgerufen. Unterdessen wissen die Halter noch immer nicht, wo sich ihre Pferde befinden.

Am Donnerstag hatte die Polizei unter Führung der Staatsanwaltschaft Kiel die Ställe und Koppeln aus der Pacht des Reitvereins wegen des Verdachts auf Tierquälerei durchsucht (wir berichteten). Die Pferde sollen abgemagert gewesen sein. Aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichtes Kiel wurden alle 57 Tiere beschlagnahmt und an einen geheimen Ort gebracht. Der Verein wehrt sich vehement gegen den Vorwurf. „Wir haben Widerspruch erhoben“, sagt Johannes Kahlke, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Gegen ihn richtet sich eine der Bürgeranzeigen, die zu der Durchsuchung geführt haben. Der Verein habe Kahlke zufolge zudem eine Beschwerde gegen die ermittelnde Staatsanwältin erhoben. Die Mitglieder glauben, dass es rechtlich fragwürdig war, die Pferde zu beschlagnahmen, ohne die Besitzer über deren Aufenthaltsort zu informieren. Schließlich gehörten die Pferde nicht nur dem Verein, sondern unterschiedlichen Besitzern, die ihre Tiere dem Verein zu Pflege und Ausbildung überließen. Zudem wollen die Brekendorfer Vereinsmitglieder am Verhalten der Staatsanwältin bemerkt haben, dass die sich ihre Meinung längst gebildet hat. So habe sie unter anderem bereits angekündigt, dass der Verein die Pferde nicht wiedersehe. „Es ist doch noch gar kein Urteil gesprochen“, sagt Kahlke empört.

Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer zufolge ist das Verfahren korrekt abgelaufen: „Wir bewegen uns in rechtsstaatlichen Bahnen. Ein unabhängiges Gericht hat den Durchsuchungsbeschluss gefasst.“ Die Pferde würden nun tierärztlich untersucht. Das dauere einige Zeit. „Während eines solchen Verfahrens können wir keine sicheren Prognosen abgeben. Möglicherweise liegen Ende der Woche erste Ergebnisse vor.“ Die Besitzer könnten Rechtsmittel einlegen und sich an die Staatsanwaltschaft wenden. „Wenn keine Gründe dagegen sprechen, wird die Staatsanwaltschaft ihnen den Aufenthaltsort mitteilen.“ Er stellte klar: „Für uns steht das Wohl des Tieres im Vordergrund, nicht das des Halters.“

Unterdessen befürchten die Besitzer, dass ihre Tiere unter der Beschlagnahmung leiden. „Ein Pferd macht eine Wesensveränderung durch, wenn es aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird. Das geht an die Substanz“, sagt Saskia Böcking, deren Wallach ebenfalls beschlagnahmt wurde. Pia Basener etwa weist darauf hin, dass ihr Holsteiner-Wallach Mikado besonderes Futter benötige. „Er darf keinen Hafer fressen, sondern nur ein bestimmtes Müsli“, sagt sie. Bei der Beschlagnahmung habe aber niemand danach gefragt.

Seitdem der Einsatz auf dem Hof an der Dorfstraße in Brekendorf bekannt wurde, hat der Verein eine Menge Resonanz erfahren. „Es hat sehr viele Anrufe gegeben. Darunter waren kaum negative Rückmeldungen. Im Gegenteil, wir bekommen viel Zuspruch“, sagt Kahlke. Doch es kursieren auch zahlreiche Gerüchte um den Verein. Besonders auf den Zeitungsbericht vom Sonnabend hat es Reaktionen gegeben. Die zeigen zum Teil, dass die Tierhaltung auf dem Hof durchaus umstritten ist. Allerdings wollte sich bislang noch kein Kritiker öffentlich dazu äußern. Das unterstützt die Ansicht des Vorstands, dass die Bürgeranzeigen dem Verein schaden sollten.

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