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Eckernförder Zeitung

22. November 2017 | 23:04 Uhr

Tourismus : Regionalität ist Trumpf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ostseefjord-Schlei GmbH präsentiert neue Urlaubskampagne „bewusstda“ / 20 000 Ferienmagazine sollen Gästepotenzial vergrößern

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 06:41 Uhr

Kappeln | Die Langsamzeit ist vorbei. Jetzt wird es „bewusstda“. Diese eigenwillige Wortkombination ziert nicht nur das neue Urlaubsmagazin der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS), es soll auch das künftige Schlagwort der Marketingkampagne der Lokalen Tourismusorganisation (LTO) sein. Was mitschwingen soll in diesem Wort-Mix, ist die umfassende Idee der Nachhaltigkeit – ein sperriger Ausdruck, vor allem für Marketing-Strategen. „Wir haben deshalb nach einem Wort gesucht, das den Begriff Nachhaltigkeit transportiert, ohne ihn selbst zu verwenden“, sagt OFS-Marketingleiterin Andrea Simons. Herausgekommen ist „bewusstda“ – und das Ziel, das erste zertifizierte, nachhaltige Reiseziel in Schleswig-Holstein zu werden.

Nachhaltiger Tourismus, das ist es, was die OFS in den kommenden Jahren weiter nach vorne tragen will. Entschleunigung, wie sie die Langsamzeit versprochen hat, soll ein prägender Bestandteil bleiben, aber eben ergänzt durch Überlegungen, wie sich Tourismus und seine Angebote auf Wirtschaft, Natur und Soziales auswirken. So erklärt es OFS-Geschäftsführer Max Triphaus, der damit auch schon ganz konkrete Handlungen verknüpft. „Wir haben uns gefragt, wo wir selber schon nachhaltig agieren und wo wir noch besser werden können“, sagt Triphaus. Anhand eines Leitfadens habe man einzelne Faktoren abgearbeitet und dabei festgestellt, dass die OFS zwar schon auf regionale Produkte setze, aber eben noch nicht genug. Gleiches gelte für die Wertschöpfung, die regionale Wirtschaftsunternehmen produzieren könnten – als Beispiel nennt Triphaus die örtliche Tischlerei, die bei der Gestaltung der Ferienwohnungen stärker einbezogen werden kann. „Und ganz schwach sind wir bei der umweltverträglichen Mobilität“, so der OFS-Chef. Unterm Strich also genug Ansatzpunkte, an denen gearbeitet werden kann – und zwar gleichermaßen die OFS selber als auch die touristischen Betriebe.

„Wir wollen beispielsweise die Gastronomie und die heimischen Produzenten enger zusammenbringen“, sagt Max Triphaus – mit dem Ziel, Restaurants dazu zu animieren, noch stärker auf regionale Erzeugnisse zu setzen. Außerdem soll gemeinsam mit dem „Designkontor Schleswig-Holstein“ darauf hingewirkt werden, dass Aufträge bei den Wirtschaftsunternehmen der Region bleiben. Ein Beispiel liefert die OFS selber: Andrea Simons sagt: „Seit Langem haben wir das aktuelle Urlaubsmagazin wieder in Schleswig-Holstein drucken lassen.“ Dieser grundsätzliche Ansatz ist der OFS auch etwas wert: So ist die LTO bereit, bei Aufträgen bis zu 15 Prozent mehr zu zahlen, wenn davon ein regionaler Betrieb profitiert. Und bei der E-Mobilität soll intensiv für die Möglichkeiten geworben und, wie es Max Triphaus formuliert, „eine Offenheit für das Thema geschaffen werden“. Konkret ist die OFS bereits dabei, gemeinsam mit der Aktivregion potenzielle Standorte für Ladesäulen abzuklopfen, genauer touristisch geprägte Orte wie etwa die Geltinger Birk, die Tolk-Schau oder der Kappelner Hafen.

All diese Dinge zusammengenommen plus das eigene Hinterfragen der OFS (etwa zum Thema Stromverbrauch, Abfall, Papiernutzung) sollen dann dazu beitragen, den Zertifizierungsprozess als „nachhaltiges Reiseziel“ voranzutreiben. Derzeit sei man dabei, Partnerbetriebe zu akquirieren, die dieses Ziel mittragen und dann in einem nächsten Schritt   weitere   Firmen animieren. Das Ziel lautet: Zertifizierung bis zum März 2018. Dass das Urlauberpotenzial mit genau diesem Anspruch auch tatsächlich vorhanden ist, daran hat Max Triphaus keinen Zweifel. „Ja, ganz klar“, sagt er. „Das verträgliche Naturerlebnis ist gefragt.“

Ihnen und allen anderen soll das aktuelle Urlaubsmagazin der OFS eine erste Brücke bieten. Quartiere aus Schwansen, Schleswig, der Geltinger Bucht, Kappeln und Olpenitz finden sich darin. Vorne drauf steht „bewusstda“ – bewusst da den Urlaub verbringen oder eben, wenn man etwas nachlässiger betont, bewusster Angebote wahrnehmen. Während die Langsamzeit-Kampagne mit den Touristikvereinen aus Kappeln und Gelting abgestimmt wurde, war das indes bei der aktuellen Ausrichtung, die finanziell von der Aktivregion unterstützt wird, nicht der Fall. „Zurzeit“, sagt Max Triphaus, „ist der Austausch zwischen uns nicht so groß“.

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