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Andreas Gayk : Rechtstreit scheint unausweichlich

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eigner der Andreas Gayk haben das Angebot der Stadtwerke für eine Verlängerung der Liegegenehmigung abgelehnt. Sie haben Zweifel an der Rechtmäßigkeit ihrer Verträge und lassen sie juristisch prüfen.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 05:24 Uhr

Kann sie bleiben oder muss sie Eckernförde verlassen? Die Zukunft der Andreas Gayk ist ungewiss. Der ehemalige Butterdampfer der Skipper Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer liegt seit Wochen leblos im Hafen. Eine Lösung zwischen den Eignern und der Stadt ist vorerst nicht in Sicht.

Die Andreas Gayk liegt seit Dezember 2011 im Stadthafen. Die Liegeplatzgenehmigung reichte für zwei Jahre – dann sollte das Schiff fahrtüchtig sein und neben seiner Gastronomie und Saalwirtschaft mit kulturellen Veranstaltungen auch regelmäßige Fahrten anbieten. Doch das Ziel wurde nicht erreicht – wofür die Skipper den Stadtwerken eine Mitschuld geben. Noch zweimal verlängerten diese die Frist, zum Schluss bis zum 31. August 2014, und noch immer war die Gayk nicht fahrtüchtig.

Mit dem Verlust ihrer Liegeplatzgenehmigung war auch die Schank- und Gaststättenkonzession futsch, und die frisch eingerichtete Gastronomie musste wieder schließen. Die Begründung aus dem Ordnungsamt: Ohne Liegeplatz-Genehmigung keine Konzession. Damit fehlt den Eignern nicht nur diese Einnahmequelle – auch der Investor, der kurz zuvor ein Drittel des Schiffes gekauft hatte und mit dessen Geld die Andreas Gayk endgültig fit gemacht werden sollte, zog sich wieder zurück.

Zwei Wochen später gab es ein Gespräch zwischen den Eignern, Stadtwerke-Chef Dietmar Steffens und Bürgermeister Jörg Sibbel wegen einer Fristverlängerung, mit der auch die Konzession und damit der Investor zurückkommen sollte. „Es sah gut aus“, so Boomgaarden. Ein Gutachten ergab, dass noch 22 000 Euro Materialkosten und 1200 Arbeitsstunden – vornehmlich im Maschinenraum – auf die Skipper zukämen.

Am 1. Oktober dann kam das Angebot der Stadtwerke: eine Verlängerung der Liegegenehmigung bis Ende März bei Vorauszahlung der Gebühren und sofortiger Zahlung noch ausstehender Forderungen plus dem Verzicht auf Rechtsmittel. Boomgaarden: „Diese Bedingungen konnten wir nicht unterschreiben.“

1500 Euro müssen sie monatlich als Liegegebühr bezahlen – inklusive Ausschankkonzession, 500 Euro sind es ohne Konzession. Mittlerweile haben sie einen Anwalt zu Rate gezogen und zweifeln die rechtliche Grundlage schon des ersten Vertrages mit den Stadtwerken an. Er widerspreche in Teilen der Schleswig-Holsteinischen Hafenordnung und der Eckernförder Hafenentgeltsatzung. Boomgaarden: „Nach dem Hafenentgelttarif müssten wir 2340 Euro im Jahr bezahlen, aber nicht 18 000 Euro.“ Auch dass die Vergabe einer Gaststättenkonzession an eine Liegeplatzgenehmigung gekoppelt werden kann, bezweifelt er.

Eine rechtliche Auseinandersetzung scheint unausweichlich, denn Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Steffens sieht keine ungerechtfertigten Liegegebühren für die Andreas Gayk. Die Hafenentgeltsatzung lege die Gebühren für die normale seemännische Nutzung des Hafens fest, wozu eine Gastronomie nicht gehöre. Sie werde über eine Sondernutzung gemäß Schleswig-Holsteinischer Hafenordnung genehmigt. Steffens kritisiert, dass sich die Skipper nicht mehr an die einst getroffene Vereinbarung halten wollen. „Ich kann nicht nach einer gewissen Zeit alles in Zweifel ziehen, nachdem ich die Liegeplatznutzung schon abgegriffen habe.“

Rieke Boomgaarden und Wolfgang Beyer wollen die bisherigen Verträge auf jeden Fall weiter juristisch prüfen lassen und eine neue Konzession beantragen. „Wir brauchen einfach mehr Zeit, um das Schiff fertigzumachen.“

> Am Sonntag, 19. Oktober, gibt es ab 11 Uhr für Besucher die Chance, sich auf dem Schiff umzusehen. Rieke Boomgaarden gibt Antworten auf Fragen rund um das Schiff. Gezeigt wird auch ein Filmzusammenschnitt über die Entstehungsgeschichte des ehemaligen Ausflugsschiffes. Ab 15 Uhr spielen die Borby Dixies.

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