Grund- und Gemeinschaftsschule : Realschüler verlassen den Pferdemarkt

Die Klassensprecher und Mitglieder des Organisationsteams für den letzten Realschulabschluss am Pferdemarkt: (v. l.) Lena Naeve, Isabelle Dreyer, Julia Kock, Louise Monnheimer, Fabio Zaragoza, Patric Bühring, Leander Peetz, Thore Tyborski und Nele Vork. Ihr Rat an alle nachfolgenden Schülergenerationen: „Nicht so viel Stress, aber schön anstrengen und richtig Gas geben.“
Die Klassensprecher und Mitglieder des Organisationsteams für den letzten Realschulabschluss am Pferdemarkt: (v. l.) Lena Naeve, Isabelle Dreyer, Julia Kock, Louise Monnheimer, Fabio Zaragoza, Patric Bühring, Leander Peetz, Thore Tyborski und Nele Vork. Ihr Rat an alle nachfolgenden Schülergenerationen: „Nicht so viel Stress, aber schön anstrengen und richtig Gas geben.“

Der letzter Abschlussjahrgang der Realschule wird am 4. Juli verabschiedet. Damit beginnt an der Grund- und Gemeinschaftschule, der früheren Gudewerdtrealschule ein neues Kapitel. Der Mittlerer Bildungsabschluss ersetzt künftig die klassische Realschulprüfung.

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13. Juni 2014, 06:46 Uhr

Gestern gab’s die Vornoten und die Noten der schriftlichen Prüfungen – fast der finale Schritt für die letzten Eckernförder Realschüler, die am 4. Juli an der früheren Gudewerdtschule, der heutigen Grund- und Gemeinschaftsschule der Stadt Eckernförde, ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Dann ist das Kapitel Realschule in Eckernförde endgültig beendet. Ein Abschied, der weder Schülern noch Lehrern leicht fällt. Denn die Gudewerdtschule am Pferdemarkt hat sich in den 61 Jahren ihres Bestehens einen sehr guten Ruf erarbeitet. Leistung stand dort immer hoch im Kurs, auf Wissensvermittlung und anspruchsvollen Unterricht hat man dort schon immer viel Wert gelegt, ebenso auf Ordnung, Disziplin und ein den jeweiligen Umständen entsprechendes harmonisches Schulleben. In diesem Klima und positivem Spannungsfeld haben Generationen von Schülern ihre Abschlüsse gemacht, mit denen sie anschließend an Gymnasien, Fachhochschulen und Universitäten ihre Ausbildung fortsetzen konnten und später in Betriebe und Behörden in achtbare Positionen gelangt sind. Mit dem Abschlussjahrgang 2014 endet dieses ruhmreiche Kapitel. Allerdings: Es wird dort weiterhin – neben dem Hauptschulabschluss – den mittleren Bildungabschluss geben, nur in einem neuen System, das neue Anforderungen an Lehrer und Schüler stellen wird. Ziel dürfte es aber weiterhin sein, das hohe Niveau zu halten. Und so ist der Abgesang gleichsam ein Neuanfang.

Die 95 Realschulprüflinge wissen um die besondere Bedeutung ihres Abschlusses. Das hat ihnen schon Konrektor Gerhard Schröder bei deren Einschulung vor sechs Jahren eingeimpft, woran sich Isabelle Dreyer aus der Klasse 10b noch gut erinnern kann. „Ihr werdet die letzten Schüler sein, die die Gudewerdtschule als Realschüler verlassen“, hat er uns gesagt. Aus dieser Steilvorlage des inzwischen pensionierten Konrektors werden die Entlassschüler auch ihr Motto für die Abschlussfeier und den Abschlussstreich ableiten.

Die Vertreter von drei der vier Abschlussklassen ließen gestern ihre Erfahrungen, Hoffnungen und Wünsche noch einmal Revue passieren. Sie alle sind gerne auf die Realschule gegangen und schwärmen von den gerade beendeten Klassenfahrten nach Amsterdam und München. Sie haben vom hohen Anspruch der Schule profitiert und nutzen den Realschulabschluss als Sprungbrett für die weitere schulische Qualifizierung in Richtung Fachabitur und Abi oder haben Lehrstellen in der Tasche. Patric Bühring, Klassensprecher der 10b, fängt beispielsweise als erster Auszubildender zum orthopädischen Schuhmacher bei der Eckernförder Traditionsfirma Rieckhoff an. Seine Mitschüler haben ebenfalls seit mehreren Monaten Ausbildunsgverträge bei Firmen aus Eckernförde und Umgebung in der Tasche, andere nutzen die Kooperation mit dem Berufsbildungszentrum und absolvieren Ausbildungsgänge, die zum Abitur führen, oder wechseln in die gymnasiale Oberstufe der Peter-Ustinov-Schule.

Die letzten Unterrichtstage bis Freitag kommender Woche werden die Entlassschüler in vollen Zügen genießen, und gegebenenfalls in den mündlichen Prüfungen am 23. und 24. Juni nochmal versuchen, sich in dem einen oder anderen Fach zu verbessern. Den nahenden Abschied vor Augen, sind die Klassen noch enger zusammengewachsen. „Gerade auf der Klassenfahrt haben wir gemerkt, dass wir uns alle mögen und uns sehr vermissen werden. Wir wollen in Kontakt bleiben“, sagte Isabelle Dreyer. Die Entlassschüler geben allen nachfolgenden Schülergenerationen folgenden Rat für die schulische Zielgerade mit auf den Weg: „Nicht so viel Stress machen, aber schön anstrengen und richtig Gas geben.“

Auch den langjährigen Realschullehrern wie Konrektor Claus Claussen, der seit 31 Jahren dabei ist, fällt der Abschied von einer vertrauten und für gut befundenen Schulform nicht leicht. „Einige von uns hängen dem alten System noch ziemlich nach.“

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