Jungmannschule : Rauteck ist Deutschlands bestes Schülerunternehmen

Jubel nach der Verkündung des Gewinners. Auch der Schulpate, Lehrer Axel Bürger (2.v.l.), war dabei.
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Jubel nach der Verkündung des Gewinners. Auch der Schulpate, Lehrer Axel Bürger (2.v.l.), war dabei.

24 Jungmannschüler gewinnen mit ihrem Unternehmen Rauteck den Junior-Bundesentscheid und vertreten Deutschland beim Europafinale.

Arne_Peters-8499.jpg von
26. Juni 2015, 06:37 Uhr

Eckernförde | Die Idee ist genial, die Umsetzung professionell, ihr Erfolg umwerfend: Die Eckernförder Schülerfirma Rauteck hat gestern in Berlin den Bundesentscheid des Junior-Wettbewerbs vom Institut der deutschen Wirtschaft gewonnen. Entsprechend groß fiel der Jubel aus. Die 24 Jungmannschüler stehen jetzt im Europafinale und treten mit ihrem Unternehmen in vier Wochen gegen 39 Firmen aus Europa und Israel an.

Die Schüler stellen aus den Metallverschlüssen alter Sicherheitsgurte Flaschenöffner in verschiedenen Variationen her. Zusätzlich zum „Förde-Öffner“ schneidern die Schüler auch Taschen aus den Gurten – die „Fördetaschen“.

Doch um im Wettbewerb gegen die 14 anderen Schülerunternehmen aus ganz Deutschland zu bestehen, kam es nicht nur auf die Idee und das Produkt an, sondern auch auf den Geschäftsbericht und den Gesamteindruck. Im Berliner Ministerium für Wirtschaft und Energie begutachtete die Jury gestern ihren Messestand, führte ein Experteninterview und bewertete die fünfminütige Präsentation des Unternehmens. Dabei konnten die Schüler um ihren Geschäftsführer Jon-Vincent-Drewes mit ihrem souveränen Auftritt und ihrer Professionalität punkten. Sie überzeugten auch durch ihren Auftritt mit einheitlicher Kleidung inklusive Fimenschriftzug und Autowesten, um einen Bezug zu ihren Rohmaterialien, die sie von Schrottplätzen und Autohöfen bekommen, herzustellen.

Iris Gleicke, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, lobte bei der Preisverleihung die Kreativität und das Engagement der jungen Unternehmer: „Beim Junior-Projekt wird die Schulbank zum Chefsessel. Eine neue Gründerkultur in Deutschland kann man nicht verordnen, aber man kann sie entwickeln und fördern. Und am besten fangen wir damit in den Schulen an.“ Projekte wie Junior förderten den Gründergeist und gäben jungen Leuten die Gelegenheit, erste unternehmerische Erfahrungen zu sammeln. Gleicke: „Unser Land braucht junge, pfiffige und kreative Talente mit klaren Zielen und Visionen.“ Derweil schießt die Rauteck-Aktie durch die Decke: Anfangs für zehn Euro gehandelt, liegt ihr Wert mittlerweile bei über 50 Euro.

Rauteck darf als Sieger des Bundeswettbewerbs Deutschland bei der „26th JA Europe Company of the Year Competition 2015“, dem Europawettbewerb der Schülerfirmen vertreten. In diesem Jahr ist das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Ausrichter des Wettbewerbs und wird dazu vom 28. bis 31. Juli insgesamt 40 Schülerunternehmen aus ganz Europa in Berlin begrüßen. Für Rauteck-Geschäftsführer Jon-Vincent Drewes eine große Herausforderung: „Als alle Präsentationen vorbei waren, habe ich schon fast damit gerechnet, dass wir gewinnen, aber der Europaentscheid ist etwas ganz anderes.“

Den zweiten Platz sicherte sich ein Schülerunternehmen aus Hessen, das mit seinen hochwertigen Holzprodukten überzeugte. Bronze ging nach Rheinland-Pfalz für Wollmützen mit einem reflektierenden Bommel.

Junior ist ein Programm des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, bei dem Schüler die Grundprinzipien unternehmerischen Handelns erproben

> www.rauteck.de

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