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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 06:42 Uhr

panik : Raus aus dem Auto – wie auch immer

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die DLRG hat den Hafen für sich in Beschlag genommen: Bei einer Wasserrettungsübung hat sich eine RTL-Redakteurin in einem Auto ins Wasser absenken lassen und sollte sich möglichst schnell befreien. Es hat geklappt.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 06:16 Uhr

Im Auto zu sitzen, eingeschlossen von Wassermassen, die Tür nicht öffnen zu können, absolute Panik im Kopf und ein einziger drängender Gedanke: Wie komme ich hier lebend raus? Das blanke Horrorszenario. Das mögen viele Spaziergänger am frühen Donnerstagnachmittag gedacht haben, als sie bei strahlendem Sonnenschein Zeuge einer Wasserrettungsübung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) im Eckernförder Hafen geworden sind. Auf Anfrage des Fernsehsenders RTL-Nord absolvierten 27 Mitarbeiter vom DLRG-Landesverband Schleswig-Holstein, unterstützt durch Kollegen des Landesverbandes Niedersachsen, eine Übung zur Wasserrettung mit dem Schwerpunkt „Wie befreie ich mich aus einem sinkenden Fahrzeug?“. RTL-Redakteurin Kirsten von Keitz vom Mittagsmagazin „Punkt 12“ stellte sich als Probandin für die Filmreportage zur Verfügung.

Einsatzleiter Michael Schnurbus hatte alles im Griff, als der eigens aus Horneburg, DLRG-Bezirk Stade, angeforderte Wechselladerkran den Peugeot 207 ins 14 Grad kalte Wasser ließ. Zwei DLRG-Boote kreisten im Hafen, um von der Wasserseite aus für Sicherheit der Taucher zu sorgen. Von einem Schlauchboot aus stieg die Redakteurin, gegen die Kälte mit einem Neoprenanzug ausgestattet, ins Auto. Zu ihrer Sicherheit saß neben ihr Einsatztaucher Andreas Zienert, als der Kran langsam das Auto im Ostseewasser versenkte. Die Aufgabe der Journalistin: im Auto ruhig sitzen zu bleiben, während sich der Innenraum langsam, aber stetig mit Wasser füllt und solange wie möglich diese Situation aushalten zu können, um sich dann aus eigener Kraft befreien zu können. „Sie haben rund zweieinhalb Minuten Zeit“, erklärt Michael Schnurbus auf Nachfrage. Sollte man durch einen Unfall in eine derartige Situation geraten, gibt es nur eine einzige Sache, die in dem Moment zählt: „Raus aus dem Fahrzeug – wie auch immer und so schnell wie möglich“, so der Einsatzleiter.

Kirsten von Keitz packt die Panik, sie verlässt das Auto zu früh. Ein zweiter Versuch muss her. Erneut steigt sie in den Peugeot. Und dieses Mal lässt sie es zu, dass das Fahrzeug richtig geflutet wird. Das Wasser reicht ihr bis zur Brusthöhe, als sie den Nothammer packt und damit die Seitenscheibe einschägt. „Wenn das Wasser bis zur Hälfte der Tür steht, kann man diese wegen des enormen Drucks nicht mehr öffnen“, sagt Schnurbus. Dann gebe es als Fluchtmöglichkeit nur das Seitenfenster, oder wenn vorhanden, das Schiebedach. Elektrische Fensterheber funktionierten auch noch fünf Minuten und länger nach Eintritt des Wassers. Ansonsten rät er jedem Autofahrer, ein Einhandmesser im Fahrzeug mitzuführen, am besten mit Klettband am Armaturenbrett befestigt, um es im Notfall schnell als Gurtschneider zu benutzen. Ratsam für derartige Situationen, die seinen Erfahrungen nach äußerst selten vorkommen, sei auch das Mitführen eines Nothammers, um die Scheiben einzuschlagen.

Kirsten von Keitz schägt mit dem Nothammer die Scheibe ein und verlässt schwimmend das Wageninnere. Wieder an Land gesteht die 37-Jährige vor laufender Kamera, dass sie trotz der Anwesenheit der Taucher im Wasser absolute Panik entwickelt habe. Eine Situation, in die sie im wahren Leben nicht geraten möchte.

Ende Oktober zeigt RTL in seinem Mittagsmagazin „Punkt 12“ die Aufnahmen aus dem Eckerförder Hafen.

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