Mit junger Crew unterwegs : Raue See beschert Milan-Crew längeren Landgang

Die Crew in Skagen: (v.l.) Dennis Pardun, Finn Clausen, Ole Jansen, Sebastian Tietzsch und Skipper Andreas Tietzsch.
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Die Crew in Skagen: (v.l.) Dennis Pardun, Finn Clausen, Ole Jansen, Sebastian Tietzsch und Skipper Andreas Tietzsch.

Fünfköpfige Segelcrew des Wassersportvereins Fleckeby erreicht Kristiansand in Norwegen / Einchecken für die Regatta beim Tall-Ship-Race

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27. Juli 2015, 06:57 Uhr

Vor zwei Wochen lief die Segelyacht Milan vom Wassersportverein Fleckeby unter Skipper Andreas Tietzsch mit vier Jugendlichen zur Teilnahme am Tall Ship Race (wir berichteten) Richtung Norwegen aus. Gutes Wetter und mäßiger Wind erleichterte der Crew, sich mit der Bedienung des Schiffes vertraut zu machen und die erforderlichen Sicherheitsübungen zu durchzuführen. Und was erhöhte die Spannung noch? „Zwei Schiffe mit gleichem Ziel, das ist fast gleichzusetzen mit einer Regatta. So konnten wir uns gleich am ersten Tag einige Meilen mit der Yacht Taifun der Bundeswehr bis zu unserem Ankerort bei Alsen messen“, berichtete Ole Jansen (17).

Bei wenig Wind wurde der Kleine Belt mit dem Ziel der Insel Tunoe, die westlich von Samsoe liegt, passiert. Guter Wind bescherte eine schnelle Reise und unerwarteter Weise einen überfüllten Inselhafen. Ein Dorfrundgang mit Besuch der einzigartigen Kirchturm-/Leuchtturmkombination war natürlich Pflicht. Es folgte ein kurzer Segeltag mit nur 35 Seemeilen nach Grenaa an der Ostküste Jütlands. Die nicht gerade ideale Wettervorhersage für den nächsten Tag erforderte ein frühes Auslaufen um 5.45 Uhr mit dem Ziel der kleinen Nationalparkinsel Hirtsholm östlich von Frederikshavn. Bei Regen konnten wir gegen 19 Uhr nach fast 70 Seemeilen in dem kleinen paradiesischen Hafen festmachen. „Mensch, das sieht hier ja fast aus wie bei Hitchcocks Film „Die Vögel“, meinte Crewmitglied Dennis Pardun (20). Tatsächlich lebt auf dieser Insel die zweitgrößte Möwenkolonie Dänemarks.

Von dem kleinen Leuchtturm hatte man eine eindrucksvolle Sicht über die Insel und weiter bis nach Skagen unserem nächsten Hafen. Trotz unserem frühen Einlaufen in Skagen am nächsten Tag war kaum ein Liegeplatz zu bekommen. Raues Wetter hat viele in dem Absprunghafen, die Richtung Schweden und Norwegen wollten, gehalten. „Auch unser Aufenthalt wurde länger als geplant. Zwei Meter Welle gegenan ist nicht so angenehm“, meinte der 17 Jahre alte Sebastian Tietzsch. So vertrieben wir uns die Zeit mit einem Besuch von Skagenreff, wo Nord- und Ostsee zusammentreffen und Ravensbjerg, der größten Wanderdüne Dänemarks.

Endlich am 21. Juli gegen 21 Uhr begann der ersehnte Winddreher in Richtung Südwest, der bis zum Folgetage bleiben sollte. So liefen wir bei einem herrlichen Sonnenuntergang um Skagenreff herum mit Kurs 280 Grad Richtung Kristiansand Norwegen. Nach 19 Stunden und 100 Seemeilen wurde die Milan in Kristiansand festgemacht. „Es war schon interessant, Kurse und Lage der großen Schiffe bei Nacht nur nach den Positionslichtern zu bestimmen“, sagte Finn Clausen (18).

Gleich am nächsten Tag ging es für zwei Tage weiter Richtung Westen um in der einmaligen Schärenlandschaft an einer „eigenen“ Insel festzumachen, die Insel zu erkunden, Blaubeeren zu sammeln und abends den selbstgefangenen Fisch zu grillen. Zurück in Kristiansand treffen wir unsere Segelfreunde der letzten Tall Ship Race Jahre wieder. „Das ist fast wie ein Familientreffen“, sagte meint Ole Jansen.

Beim Einchecken für das Race nimmt die Regattaleitung die gesamte Ausstattung der Milan in Augenschein und prüft, ob alles gemäß den ISAF-Regeln (International Sailing Federation) entspricht. Erst nach der Zertifizierung ist unsere Teilnahme an der Regatta sicher gestellt. 




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