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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 02:21 Uhr

Rauchende Köpfe und qualmende Kameras

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

25 Teilnehmer beim Jugendmedienlager in Chemnitz / Nachwuchsjournalisten und Medieninteressierte bekommen Einblick in die Medienwelt

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 09:57 Uhr

Zum sechsten Mal in Folge wurde dieses Jahr ein sogenanntes Medienlager veranstaltet, organisiert von der Jugendzeitschrift „Spiesser“. 25 Jungjournalisten, Filmemacher, Fotografen und allgemein Medieninteressierte zwischen 16 und 24 Jahren aus ganz Deutschland waren dazu eingeladen, sich einen tieferen Einblick in die Welt der Medien zu verschaffen, ihre Kenntnisse auszubauen und eventuell sogar einen passenden Beruf zu finden. Für manche waren es vielleicht auch die ersten Schritte in diese Richtung, und man wollte einfach nur mal die klimatisierte Luft in einer fröhlich arbeitenden Redaktion schnuppern.

EZ-Jugendredakteurin Tessa Müller war einer der 25 Teilnehmer und erzählt uns welche Erfahrungen sie gesammelt, welche Kenntnisse sie erworben und was sie dort in ihrer recht knapp bemessenen Freizeit gemacht hat.

Die zwei Wochen waren für mich sehr spannend, interessant und vielfältig. Nachdem ich mich dort angemeldet hatte und den Beitrag von 275 Euro überwiesen hatte – das hört sich jetzt vielleicht viel an, aber bei all den Aktivitäten, die wir gemacht haben, den Übernachtungen und der Verpflegung, was alles im Preis mit inbegriffen war, kann man da wirklich nicht meckern – wusste ich erst nicht so recht, was mich dort so erwartet: Auf welche Leute werde ich treffen, wie müssen wir dort arbeiten, gibt es dort Freizeit und so weiter. Außerdem war ich noch nie zuvor in Sachsen gewesen – das sollte also recht interessant werden.


Die Agenturgruppe als Ideenaustüftler


Am 15. Juli um 6.49 Uhr ging es los und nach einer sechsstündigen Fahrt mit der Bahn checkte ich nach nicht allzu langem Suchen in der Jugendherberge 1 in Chemnitz ein. An diesem ersten Tag passierte noch nicht viel, allerdings gab es zu unser Ehren eine feierliche Begrüßung mit allen Veranstaltern des Lagers und den Kunden, die wir für die zwei Wochen zu betreuen hatten. Anschließend fanden wir uns in den Workshops zusammen, für die wir uns eingetragen hatten. Die Themen der Workshops: Foto, Film, Text und Agentur, für den ich mich meldete.

Vorgesehen war, für drei Kunden verschiedenste Konzepte zu entwickeln und umzusetzen. Wir als Agenturgruppe waren die Ideenaustüftler und die Projektmanager. Wir arbeiteten also wie eine richtige Agentur. Unser erster Kunde war das Deutsche Jugendherbergswerk. Dafür sollten wir einen Imagefilm gestalten, der auf Meetings und im Internet gezeigt werden soll. Außerdem stand die Entwicklung von Testimonials (Eine Art Produktempfehlung von einer bekannten oder unbekannten Persönlichkeit), Streuartikeln (Gegenstände zur Aushändigung als Werbemittel) und Plakaten mit authentischen und ausschlaggebenden Claims (kurze prägnante Werbeaussagen oder Kernbotschaften) an.

Der zweite Kunde: die Wohnungsbaugenossenschaften. Diese wollten ebenfalls unsere Ideen für einen Imagefilm verwirklichen lassen. Beide Kunden lieferten uns Informationen. Als dritten Kunden betreuten wir die Deutsche Bahn, die jedoch nicht anwesend war, um uns ihre Interessen darzulegen. Ihr Anliegen war es, ein Kommunikationskonzept für das Länder-Ticket in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu entwickeln, um dieses bekannter zu machen. Daraus entstanden wiederum zahlreiche Ideen. Ich bin durchaus gespannt, welche oder ob sie überhaupt etwas von uns in naher Zukunft umsetzen. Es wäre schön, für die Ergebnisse unserer Arbeit anschließend auch in der Öffentlichkeit gewürdigt zu werden.


Blick hinter die Kulissen der Medien


Die Zeit, die wir nicht in unseren Workshops verbrachten, wurde auch noch mal genutzt, um Erfahrungen im Bereich der „Medien“ zu sammeln. Ein weit gefächertes Rahmenprogramm bot uns Ausflüge zum Radio Chemnitz, zur Freien Presse in Chemnitz, zum Sachsen Fernsehen und eine vierstündige Führung durch den MDR und die Mediacity in Leipzig an. Dort bekamen wir tiefere Einblicke wie die Arbeiten in den Einzelnen Komplexen gemeistert werden und konnten uns gleich „live“ vor Ort mit den Moderatoren unterhalten oder an der morgendlichen Gesprächsrunde bei der Freien Presse teilnehmen.

Einige fanden es besonders spannend, beim MDR die verschiedenen Studios zu besuchen und kurz hinter die Kulissen der „Sachsenklinik“ zu blicken, für die sich sogar zwei „Fans“ aus Berlin und Koblenz outeten. Nebenher besuchten uns sogar der Gründer des „Spiessers“ und zwei Herausgeberinnen der Studentenzeitung „Tuchfühlung“ von der Technischen Universität Chemnitz, um Fragen zu beantworten.

Damit wir unseren Gehirnzellen aber auch mal Erholung bieten konnten, gehörten die Filmnächte in Chemnitz ebenfalls zum Programm, zu denen wir insgesamt vier Mal, zu vier verschiedenen Vorstellungen, gehen konnten.

Zur Info: Die Filmnächte sind nicht extra für uns organisiert worden, sondern natürlich für alle Bewohner im Umland. Dafür hat man eine große Leinwand aufgestellt und jeder kann zu fairen Preisen die gerade aktuellsten Kinofilme anschauen. Jeden Tag wird ein anderer Film gespielt. Für uns waren „Argo“ von und mit Ben Affleck, „Paulette“, ein französischer Film, der bei uns sogar Premiere hatte, „Silver Linings“ mit Jennifer Lawrence und Bradley Cooper und „Die fantastische Welt von Oz“ und andere mit James Franco gebucht und so konnte, wer noch Lust hatte, den Abend mit ein bisschen Unterhaltung ausklingen lassen. Kam es trotzdem mal vor, dass tatsächlich nichts geplant war, wurde kurzerhand ein Poetry Slam auf die Beine gestellt, bei dem sich zeigte, dass nicht nur die Leute aus dem „Text“ Workshop Talent zum Schreiben haben. Ganz nach Ordnung wurden die Teilnehmer auch entsprechend mit Punkten aus dem Publikum bewertet und mit Büchern, CD’s oder DVD’s belohnt. Noch ein Höhepunkt war der Ausflug zum Freibad, der mit einer zehn Kilometer langen, bergigen Fahrradtour begann und bei manchen mit einem fiesen Sonnenbrand endete.

Ich empfehle jedem, sobald wieder ein Medienlager geplant ist, sich anzumelden. Denn nur die ersten 25 Bewerber werden genommen. Allerdings sollte man Interesse an diesen Themen haben. Erfahrungen braucht man hingegen keine.

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