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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Rattengift gehört in Profi-Hände

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gibt es eine neue Verordnung zur Ratten-Bekämpfung. Mit gutem Grund.

Auf den ersten Blick können Ratten possierlich auf den Betrachter wirken. Und auch im Kinofilm „Ratatouille“ wurden die Nager als niedliche Tiere dargestellt, die sogar in Küchen Gutes bewirken können. Doch die Realität sieht anders aus: Ratten sind als Überträger von Krankheiten bekannt, auch der Kot und der Urin der Nagetiere kann für Menschen und andere Tiere gefährlich werden. Aus diesem Grund sind Hauseigentümer und Grundstücksbesitzer im Kreis Rendsburg-Eckernförde verpflichtet, die pelzigen Allesfresser zu bekämpfen.

Wer auf seinem Grundstück, in der Kanalisation oder seinem Wohnschiff eine Ratte sieht oder ihre Spuren entdeckt, muss unverzüglich die Behörden benachrichtigen. Grundlage für die strenge Meldepflicht ist die seit 2002 geltende Kreis-Verordnung, die auch das Prozedere der Gegenmaßnahmen regelt. In seiner Sitzung hat der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises eine Neufassung der „Rattenbekämpfungsverordnung“ vorgestellt, die noch vom zuständigen Sozialministerium des Landes genehmigt werden muss.

Die Überarbeitung des Regelwerks wurde notwendig, weil sich die Vorgaben im Infektions- und Gesundheitsdienstgesetz geändert haben. So sind zum Beispiel vom Bundesumweltminister Köder verboten worden, die schädliche Substanzen enthalten. Mit gutem Grund: Das Gift, mit dem den Ratten der Garaus gemacht wird, ist alles andere als harmlos. Gezielt eingesetzt, töten diese Mittel die Nagetiere schleichend und geräuschlos. Nach wenigen Tagen verbluten die Tiere innerlich. Das ist effektiv, da die anderen klugen Nager so nicht misstrauisch werden. Der Inhaltsstoff ist jedoch hochgiftig. Auch für Wildtiere, Hunde oder Katzen – und Kinder.

In der Vergangenheit haben viele Nutzer diese Präparate nicht sachgemäß angewendet. Das bestätigen Schädlingsbekämpfer aus dem Kreisgebiet. Immer wieder stießen die Kammerjäger auf ungesichert ausgelegte Köder, die etwa in Gärten, Hinterhöfen oder Komposthaufen frei herumlagen. In der Neufassung der Bekämpfungsverordnung ist nun vorgeschrieben, dass die giftigen Präparate nur noch von Profis eingesetzt werden dürfen. „Einfache“ Bürger müssen künftig einen kostspieligen Befähigungsnachweis erwerben, um weiterhin die Rattenköder mit Blutgerinnungshemmer auslegen zu dürfen. Wer diesen Nachweis nicht hat, muss auf eigene Kosten einen professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen.

Die Ratten-Populationen in der Region schwanken zwar, nehmen nach den Beobachtungen der Kammerjäger aber insgesamt zu. Wie viele Ratten zum Beispiel tatsächlich in der Stadt Rendsburg leben und sich vermehren, lässt sich nicht detailliert sagen. Zahlen gibt es lediglich von Meldungen aus der Bevölkerung. In den Vorjahren gab es durchschnittlich bis zu 50 Fälle jährlich. Ein aktuelles Rattenproblem gibt es offenbar nicht.

Dennoch achten die Behörden darauf, dass der Kampf gegen die Plagegeister nicht eingestellt wird. Wer zum Beispiel Rattenbefall nicht anzeigt, die Bekämpfung unterlässt, oder tote Ratten und Giftköder nicht beseitigt, handelt nach der neuen Verordnung ordnungswidrig. Kurz: Das Ignorieren der tierischen Gesellen zieht einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich.

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erstellt am 29.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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