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AB JANUAR 2017 : Ratsversammlung verbannt Plastiktüten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder die Satzung der Stadt zur Müllvermeidung. Sie gilt für Beschicker von allen größeren Festen und allen Wochen- und Fischmärkten.

Eckernförde | Die Ratsversammlung hat einstimmig die Satzung der Stadt zur Müllvermeidung bei Veranstaltungen beschlossen. Die Bestimmungen sollen ab dem 1. Januar 2017 für alle Beschicker von Stadtfesten, dem Wochen- und Fischmarkt sowie allen größeren Veranstaltungen auf städtischem Grund gelten.

Laut der Regelung dürfen Veranstalter und Beschicker Geschirr, Bestecke sowie anderes Servier- und Verpackungsmaterial von Lebensmitteln nur noch als Mehrwegprodukte oder aus zu 100 Prozent biologisch abbaubarem Material abgeben. Produkte, die nicht im Mehrwegpfandsystem enthalten sind, müssen mit einem Pfand von 2 Euro belegt werden. Standbetreiber müssen zudem einen Mülleimer für Besucher vor ihrem Stand aufstellen, bei anderen Veranstaltungen muss die Stadt für ausreichend Mülleimer sorgen. Plastiktüten dürfen ab dem 1. Januar gar nicht mehr durch die Standbetreiber abgegeben werden, sie müssen aber auf allen Tischen, die sie für Gäste aufstellen, mindestens einen Aschenbecher platzieren. Weiterhin werden sie in die Pflicht genommen, ihre Flächen während der Veranstaltung sauber zu halten und alle Abfälle sofort nach der Veranstaltung restlos zu entfernen. Bis dahin müssen die Abfälle wind- und möwensicher verstaut werden. Zuwiderhandlungen sollen mit einer Strafzahlung von bis zu 500 Euro belegt werden.

Den Anstoß für die neue Regelung, die auf Antrag des Bürger-Forums beraten wurde, hat der RSH-Kindertag im vergangenen Jahr gegeben. An diesem Tag landete viel Plastikmüll im Hafenbecken. In der Antragsbegründung wird Plastikmüll als unüberschaubare Problematik für die Meere und Gewässer dargestellt. Bis zu 10 Millionen Tonnen Plastikmüll landeten demnach jährlich in den Meeren. Bis Plastik zerfällt, vergehen jedoch bis zu 450 Jahre. Viel Plastik wird von Tieren verschluckt und landet so in der Nahrungskette.

Der Antrag hatte Ende letzten Jahres für Aufsehen gesorgt, da zunächst die Marktbeschicker nicht beteiligt wurden. Auf deren Protest hin gründete sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe, die die Bedenken und Eingaben in der neuen Version berücksichtigte. Und das betonten die Ratsmitglieder immer wieder, auch wenn Rainer Bruns (CDU) anmerkte, dass sich der Umweltausschuss mit solchen Satzungen immer mehr als Kontrollausschuss etabliere. Die CDU hatte im Umweltausschuss noch gegen die Satzung gestimmt.

Ihm widersprach Ratsherr Thorsten Peuster (Bürger-Forum): „Es geht nicht um Bestrafung und Sanktionierung, sondern um Umweltschutz.“ Er regte ein generelles Plastiktütenverbot an, um den Umweltschutz noch weiter zu fördern.

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