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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 04:27 Uhr

Segeln : Rasante „Formel 1 auf dem Wasser“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die spektakuläre internationale Moth-Klasse war am Wochenende zu Gast auf dem Wittensee. Maximilian Mäge war mit 51 Punkten bester Deutscher auf Rang sechs.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Bünsdorf | Das Preisgeld für den Sieger war nicht die einzige Verlockung, die die 28 Teilnehmer aus der internationalen Moth-Klasse europaweit zum kleinen aber feinen Revier beim Wassersportclub am Wittensee zog. Ideale Segelbedingungen mit geringer Welle, ein nahezu abdeckungsfreies Revier bei Westwind und nicht zuletzt eine Organisation, die wenig Wert auf Public-Relation legt, dafür aber die Belange der Segler in den Vordergrund rückt, hat sich in Szene herumgesprochen. So lag es nahe, den deutschen Teil des „EFG Moth Eurocup“ mit Unterstützung der IMMAC auf dem Wittensee auszurichten.

Die Veranstaltung auf dem Wittensee war der fünfte Teil einer europaweiten Wettfahrtserie, die mit dem „act six“ in Italien ihren Abschluss und einen Gesamtsieger finden wird. Gab es für die Gewinner der Einzelveranstaltungen jeweils 1000 Euro (Platz zwei und drei je 500 und 300 Euro) darf sich der Gesamtsieger auf eine Prämie von 3000 Euro freuen.

Hochkarätig war das Teilnehmerfeld, das mit Hightech-Booten anreiste und zwei Tage lang insgesamt neun Wettfahrten absolvierte. Die vorgesehene zehnte Wettfahrt fiel mangels Wind aus. Von vornherein als Favoriten galten der Schweizer Chris Rast und der Brite Ben Paton. Letzterer durfte als WM-Viertplatzierter die Vier als Segelnummer führen. Beste Bedingungen sorgten bei fünf Wettfahrten schon am ersten Tag für klare Verhältnisse zugunsten Rasts, der mit einem perfekt getrimmten Boot drei erste und einen zweiten Platz einfuhr. Rang drei war das Streichergebnis. „Wenn das Boots-Setup stimmt, konzentrierst Du dich nur auf das Segeln und die Taktik“, verrät der Segelprofi, der vom Thuner See aus der Schweiz kommt. Gerade bei den Bootsgeschwindigkeiten, die in der Flugphase auf dem Hydrofoil (Wassertragfläche) über 30 Knoten, also 55 km/h, betragen können, kommt es auf kleinste Feinheiten in Bezug auf den Wasserwiderstand an. So haben die meisten Segler ein 2000er-Schleifpapier im Gepäck, um kleine Kratzer vom Transport möglichst zu eliminieren. Um vorne mitzuhalten darf bei der Konstruktion, bei der im Gegensatz zu vielen anderen Bootsklassen nur Länge, Breite und Segelfläche beschränkt ist, alles verändert werden, was für die Geschwindigkeit von Vorteil ist. „Da machen schon wenige Millimeter Veränderung an Schwert und Tragflächen Erhebliches aus“, weiß der beste deutsche Teilnehmer, Carlo Mäge.

Als einzige Frau im Feld sieht Wiebke Wriggers aus Hamburg weniger die technische, sondern lediglich die sportliche Seite: „Ich mag die Geschwindigkeit und kann das Bootsgewicht gut handhaben“, sagt die 26-Jährige, die mit ihrem nicht ganz so neuen Boot nur eine Chance für das Mittelfeld hatte.

Drei bis vier Runden hat eine Wettfahrt. Nahezu lautlos bewegt sich die „Formel 1 auf dem Wasser“. Anders als bei herkömmlichen Jollen müssen die Segler weit vorausschauend Manöver ansetzen, denn harte Ruderlagen für schnelles Ausweichen führen unweigerlich zu Kenterung oder sogar Überschlag. So gab es bei den einzelnen Wettfahrten kein Gedränge an der Startlinie, lediglich in den ersten beiden Wettfahrten am zweiten Tag waren Frühstarter mit „Black Flag“-Signal zu zügeln. Vier Wettfahrten reichten dann aus, um das endgültige Ergebnis festzulegen: Mit nur drei Punkten Abstand zum Zweitplatzierten entschied Chris Rast die Wettfahrtserie für sich und gewann damit vier von fünf Acts des Europacups.


Ergebnisse


 1. Christoph Rast (Schweiz) 11 Pkt.
 2. Ben Paton (Großbritannien) 14 Pkt.
 3. Nils Ankervall (Schweden) 33 Pkt.
 4. Dan Ward (Großbritannien) 39 Pkt.
 5. Andrew Friend (Großbritannien) 42 Pkt.
 6. Maximilian Mäge (Deutschland) 51 Pkt.

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