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Interview : Rapper Ahzumjot und sein Schlaraffenland

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Nix mehr egal“ heißt die neue Platt von Sänger Ahzumjot. Der EZ-Jugendredaktion stand er Rede und Antwort.

von
erstellt am 23.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Hip-Hop war schon immer seine Musikrichtung Nr. 1, seine Zukunft wünscht er sich „rosig“ und vor jedem Auftritt fangen schon zwei Stunden vorher langsam an die Hände zu zittern. Ist da ein Album mit dem Titel „Nix mehr egal“ die richtige Ansage? Für Alan Julian Asare anscheinend schon. Denn die Platte ist einer der interessantesten Rap-Langspieler des Jahres. Ahzumjot hat erkannt, dass die Fragestellungen unserer Zeit andere Antworten verlangen als Zynismus, Ironie und „lustige Diskussionen“ in Filterblasen und mit irgendwelchen Hashtags. Und so speist sich das Album nicht zuletzt aus der Wut des Interpreten über die lähmende Apathie, den ganzen Egoismus und Hedonismus da draußen. Zum Veröffentlichungstermin haben Florian Gehm und Tom Schliemann und Ahzumjot zum Gespräch getroffen.

 

Gestern erschien Dein neues Album „Nix mehr egal“. Was dürfen Deine Fans erwarten?
Ahzumjot: Sie dürfen auf jeden Fall ein Album erwartet, in dem sehr, sehr viel Herz steckt! Ein Album das mit viel Arbeit, Schweiß und Tränen entstanden ist. Ein Album, das man sehr konzentriert hören sollte und nicht einfach nur so nebenbei laufen lassen kann. Ein Album, das auf jeden Fall Spaß machen kann, aber auch zum Nachdenken anregen soll. Denn in „Nix mehr Egal“ erfährt man auch viel über mich und meine Vergangenheit – aber eben auch über meine jetzige Situation und meine Pläne und Wünsche für die Zukunft. Und dank Nicolai Potthoff als Produzent ist das Album auch musikalisch auf einem sehr, sehr hohen Niveau.

 

Deine erste Single „Der coolste Motherfxcker“ ist bereits erschienen. Warum bist denn eigentlich ausgerechnet Du der Coolste?
Ahzumjot: Der ganze Song ist ja sehr satirisch und ironisch gemeint; ich denke, das ist bei den meisten Fans auch angekommen. Der Song ist in Berlin entstanden, wo irgendwie alle auf den Partys herumlaufen, eben genau so als wären sie die coolsten ‚Motherfxcker‘. Aufgrund dieser Beobachtung habe ich dieses sehr ironische Lied geschrieben und dann auf mich projiziert. Wie man das dann deutet, bleibt dem Hörer natürlich selbst überlassen.

Wenn Dir ab dem 22. August „Nix mehr egal“ ist, worum hast Du Dich dann früher vielleicht zu wenig gekümmert?
Ahzumjot: Mir war tatsächlich schon immer nichts egal. Es geht dabei viel mehr darum, dass bei den meisten Leuten eine gewisse Egalität herrscht. Alle folgen nur noch so einer gängigen Einstellung unter dem Motto 'Party, Saufen und Yolo'. Auch ich gehe gerne mal auf Partys, aber sinnlos sein Leben zu leben, ohne etwas damit anzufangen, finde ich sehr traurig. Man sollte schon reflektiert durch die Gegend laufen und wenigstens versuchen mitzubekommen, was um einen herum passiert.

Ein anderer Track auf der Platte trägt den Titel „Schlaraffenland“. Wie sähe es denn da in Deinem perfekten Schlaraffenland aus?
Ahzumjot: Mein perfektes Schlaraffenland ist eine Welt, die ich mir selber aufbauen kann. Ich möchte ein selbstbestimmter Mensch sein, der komplett über sein Leben richten darf, der nicht verurteilt wird, für Entscheidungen, die er trifft und andere im Gegenzug auch nicht verurteilt. Jeder Mensch hat eine Meinung, die er verbreiten soll, es sei denn diese Meinung schadet einem anderen Menschen in irgendeiner Weise. Dinge wie Diskriminierung und Rassismus sollten meinem Schlaraffenland auf jeden Fall fern bleiben.

Du kommst aus Hamburg und wohnst jetzt in Berlin. In welcher Großstadt fühlst Du Dich eher zu Hause?
Ahzumjot: Ich bin ganz klar ein Hamburger Jung‘. Ich mag Berlin zwar auch sehr gerne, vor allem auf Grund der Geschichte der Stadt und der vielen historischen Dingen, die es zu entdecken gibt. Es macht einfach Spaß, etwas in Berlin zu erleben. Aber trotzdem ich bin einfach ein Hamburger. Ich mag diese leichte Spießigkeit, ich mag diese Anonymität, die man in Hamburg noch mehr als in Berlin hat.

Im November geht’s auf große „Nix-mehr-egal“-Tour. Worauf freust Du Dich am meisten, wenn Du an die Zeit denkst, in der Du halb Deutschland besuchen wirst?
Ahzumjot: Ich freue mich vor allem darauf, meinen Fans die neue Live-Show präsentieren zu können. Die arbeiten wir gerade aus und fangen an, uns dort genauso ‚rein-zu-nerden‘, wie wir das mit dem Album gemacht haben. Wir werden ganz viele Dinge ausprobieren, die wir zuvor noch nie gemacht haben. Da freue ich mich wirklich am aller, aller meisten drauf. Diese Show einem Publikum zu zeigen, das sich das Album geholt hat und Bock darauf hat, diesen Ahzumjot nun auch mal live zu erleben.

Wer Ahzumjot live sehen möchte, kann dies unter anderem am 18. November im „Headcrash“ in Hamburg tun. Tickets sind ebenfalls an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich; rechtzeitiger Kauf wird empfohlen.



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