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Fallschirmsprung : Ralf Grabowsky knackt den Weltrekord

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Fallschirmspringer bringt 2698 Quadratmeter große Flagge sicher aus 2400 Metern auf die Erde. Damit kommt er ins Guinness-Buch der Rekorde.

Eckernförde | Der Eckernförder Fallschirmspringer Ralf Grabowsky (55) ist neuer Weltrekordhalter im Flaggen-Springen. Am Dienstagabend ist er im Rahmen der 41. Militärweltmeisterschaft im Fallschirmspringen in Soest / Bad Sassendorf (Nordrhein-Westfalen) mit der bisher größten Flagge der Welt aus einer Dornier (Do 28) aus 2400 Metern Höhe abgesprungen, hat die weltgrößte Flagge während des Fluges zur Entfaltung gebracht. Der Kampfschwimmer, der mit seinen bisher 7629 Sprüngen weltweit zu den erfahrensten Fallschirmspringern zählen dürfte, hat damit einen neuen Weltrekord für das Guinness-Buch der Rekorde aufgestellt. Die Größe der Flagge, die allein 89 Kilogramm wiegt, war ein bis zuletzt streng gehütetes Geheimnis: Sie ist 2698 Quadratmeter groß – 36 Meter hoch, 75 Meter breit, ein Gigant am Himmel. Das federleichte und reißfeste Spezialtuch in den deutschen Naionalfarben schwarz-rot-gold hat Grabowsky und sein siebenköpfiges Cypres Demo Team in London besorgt, selbst zugeschnitten und vom Altenholzer Fahnenhersteller Schild Flaggen-Store nähen lassen. Die bisherige „gesprungene“ Flagge war 1800 Quadratmeter groß, war aber kein offizieller Weltrekordversuch. Den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde fand vielmehr bis dato die 1453 Quadratmeter große Flagge aus Katar – das ist bald Geschichte. Die nun vorgelegten 2698 Quadratmeter von Ralf Grabowsky dürften in den nächsten Jahren kaum zu toppen sein. „Es wird schwer, diesen Rekord zu brechen“, sagt Grabowsky.

Der Eckernförder Weltrekordhalter schwärmte hinterher von „traumhaften Wetterbedingungen“. Den ganzen Tag über herrschte relativ starker Wind, der für 19.45 Uhr angesetzte Weltrekordsprung zur Eröffnung der Militärweltmeisterschaften stand auf der Kippe. „Bis 18.30 Uhr herrschte starker Wind, ein Wettkampfsprung wäre nicht möglich gewesen“, sagt Grabowsky. Dann aber kam die „Abendflaute“, die einen minutiösen Ablauf in dem engen Zeitfenster ermöglichte. Um 19.44 Uhr sprang Grabowsky aus der Maschine und schwebte getragen von seinem 50 Quadratmeter großen Lastenfallschirm durch die Luft. 1300 Meter über Grund löste er das 45 Kilo schwere Bleigewicht, die zuvor von 14 Mann dreieinhalb Stunden sorgsamst zusammengefaltete Mega-Nationalflagge entrollte und entfaltete sich flüssig und vollständig – ein erhebender Anblick für alle Zuschauer der Militärweltmeisterschaften und Teilnehmer aus 43 Nationen. Fünf Sekunden lang rauschte das Gewicht in die Tiefe, 20 Sekunden dauerte das Entfalten der Flagge, schätzte Grabowsky: „Es war ein abenteuerliches Fluggefühl, in etwa so, als würde man einen Zeppelin bewegen“, beschreibt der Eckernförder die Sekunden danach. Und noch war er nicht am Boden, keine Zeit für Jubel. „Ich befand mich in Alarmstimmung, es hätte jederzeit etwas passieren können, ich hatte die Steuergriffe fest in der Hand.“ Drei bis vier Minuten schwebte der mit Adrenalin vollgepumpte Grabowsky anschließend noch durch die Luft, bevor er exakt auf dem Kreuz der Landewiese landete. „Ich habe mich gefühlt wie nach einem 4000 Meter Lauf“, sagt Ralf Grabowsky, die Anspannung muss enorm gewesen sein. Als seine sieben Springerkollegen vom Cypres Demo Team und sein Kompagnon am Boden, Norbert Schröder-Vorwerk (62) ihm dann gratulierten, war es endlich da – „ein absolutes Glücksgefühl“. Auch zahlreiche ranghohe Offiziere und der von Grabowsky eingeladene Kommandeur Spezialisierte Einsatzkräfte der Marine (KSM) aus Eckernförde, Fregattenkapitän Henrik Richard, beglückwünschten den Fallschirmspringer zu seiner großen Leistung.

Die Rekordflagge wird übrigens noch einmal vollständig ausgebreitet und auf Schäden untersucht, dann wird sie akkurat zusammengefaltet und für die nächsten möglichen Einsätze verstaut. „Ich erwarte, dass wir bei Großveranstaltungen eventuell Aufträge bekommen“, so Grabowsky.

Fürs Erste allerdings betreut Ralf Grabowsky in den nächsten drei Wochen die Militärweltmeisterschaften im Fallschirmspringen in Soest / Bad Sassendorf als Wettbewerbsleiter. Anschließend wird der Kampfschwimmer mit Zusatzausbildung wieder seinen Dienst als Beauftragter für den Taucherdienst der Marine im Bundeswehrkrankenhaus Kronshagen versehen.

Der Weltrekordsprung seines Freundes hat Norbert Schröder-Vorwerk, selbst seit 40 Jahren Fallschirmspringer, höchsten Respekt abverlangt. „Ich habe jetzt noch Gänsehaut“, kommentierte er die Perfektion, wie sie nur ein so erfahrener Top-Springer wie Grabowsky an den Tag legen kann.

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erstellt am 13.Jul.2017 | 06:39 Uhr

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