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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 09:14 Uhr

Urzeitfunde : Rätseln um Ritzungen geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Herbsttreffen der Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte konnte keine Antwort auf vermutlich historische Zeichen an der St.-Jürgen-Kirche geben. Joachim Sebastian und Wolfgang Bilz stellten Funde und Forschungen vor.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Mitgebrachte Funde wurden bestimmt, neue Artefakte und Versteinerungen vorgestellt, über aktuelle Projekte informiert und Fachgespräche geführt. Die Freunde der Vor- und Frühgeschichte und der Fossilien kamen zum traditionellen Herbsttreffen der Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte der Heimatgemeinschaft Eckernförde im Gettorfer Heimatmuseum und der Mühle Rosa zusammen. Fachlich begleitet von Joachim Sebastian, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Heimatgemeinschaft und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte, und von Wolfgang Bilz, dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft Paläontologie. Viele Besucher hatten Steine oder nicht einzuordnende Funde mitgebracht, um sie bestimmen zu lassen.

Monika Weitkamp aus Neuwittenbek erfuhr, dass die Steine, die ihr Sohn in Neuwittenbek gefunden hatte, der Jungsteinzeit entstammten. Der größere von etwa um 4300, der kleinere von etwa 1800 vor Christus. Irmgard Busch aus Friedland interessierte sich vor allem für das Projekt „Landschaft und Kultur um das Windebyer Noor“ und den Osterwall. „Das ist ja unsere Gemeinde“, sagte sie. „Es soll da eine Steinsetzung geben. Ich würde gern wissen, wie weit da die Forschungen sind.“ Und Paul-Friedrich Schenck aus Gettorf interessierte vor allem, woher die Steinritzungen an der Gettorfer Kirche stammen könnten. „Wir freuen uns immer über jeden Besucher“, sagte Gastgeber und Museumschef Uwe Karstens, ebenfalls Mitglied im Vorstand der Heimatgemeinschaft. Mit Bilz und Sebastian hat er oft zu tun: Sie helfen ihm, Steine und Funde zu bestimmen, die im Museum vorbeigebracht werden.

Bilz zeigte ausgesuchte Schätze seiner Sammlung, versteinerte Tiere und Pflanzen verschiedener Erdzeitalter. „Während unsere Städte nur auf eine Geschichte von einigen Jahrhunderten zurückblicken können, erreichen die eiszeitlichen Ablagerungen in Norddeutschland ein Alter von mehreren Jahrzehntausenden“, erzählte er. Ablagerungsgesteine unter dem eiszeitlichen Schutt seien noch erheblich älter. Nicht alle seien leicht zu finden. Fossilien wie Seeigel und Donnerkeile könne man lose zwischen Gesteinen erkennen, andere Versteinerungen erst, wenn man Gesteine mit dem Hammer aufschlägt. Besonders beliebt bei Sammlern seien Urkrebse (Trilobiten), Kalke mit Ammoniten, Feuersteine mit Fischskeletten, Seesternen oder Muscheln.

Sebastian zeigte neue Laser-Scan-Fotos. Auch die Strukturen des zwischen dem Windebyer Noor und der Schlei verlaufenden Osterwalls waren da gut zu sehen. Auf Christianshöh seien zudem fünf neue historische Wälle und Hügelgräber entdeckt worden, berichtete er. Am Windebyer Noor in der Höhe von Frohsein meint man zudem, eine Hafenanlage entdeckt zu haben. Wenn die Grundlagen erforscht sind, soll hier in Zusammenarbeit mit der Uni Kiel ein virtueller Rundgang entwickelt werden.

Die zuletzt viel beachteten Steinritzungen an der Gettorfer Kirche hielt Sebastian für schwierig zu deuten, weil man nicht weiß, aus welcher Zeit sie stammen. „Ich denke, dass es mittelalterliche Zeichen sind“, sagte er. „Steinzeitzeichen oder Runen eher nicht.“
















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