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Einsatz Feuerwehr : Rätsel um weiße Farbe in der Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Was schwimmt dort im Wasser am Hafen? Eine milchige Substanz sorgte für einen Einsatz von Polizei und Feuerwehr am Mittag. Die Ursache war schnell gefunden.

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erstellt am 20.Dez.2013 | 07:45 Uhr

Weiß und etwas trüb sah das Wasser gestern Mittag am Hafen aus, als hätte jemand ein paar Fässer Milch hineingeschüttet. Polizei und Feuerwehr gab diese unbekannte Substanz zunächst Rätsel auf, als sie gegen 12 Uhr Mittag am Hafen eintrafen.

Hatte jemand auf der Baustelle an der Hafenspitze eventuell einen Eimer mit Farbresten ausgespült? Das war jedenfalls die erste Vermutung von Alexander Rüß, dem stellvertretenden Wehrführer in Eckernförde. Schnell stellte sich heraus: Es war tatsächlich Farbe, doch diese kam nicht aus einem Eimer, sondern direkt vom Neubau. Am Tag zuvor war dort noch im Sprühverfahren weiße Farbe an die Innen- und Außenwände gebracht worden. Doch da die Farbe noch nicht ganz getrocknet war, wurde sie mit dem Regen in die Kanalisation gespült und landete schließlich in der Ostsee.

„Wirklich sehr ärgerlich, sehr sehr ärgerlich“, sagte der Projektleiter des Bauvorhabens Ralf Büttner zu dem Vorfall. Mit Besorgnis blickte er auf die Ostsee, auf der die weiße Flüssigkeit vom Stadthafen weiter Richtung Borbyer Ufer wanderte. Er konnte das Ausmaß kaum fassen: „Dass so ein bisschen Farbe solch eine Bandbreite annehmen kann“, sagte er. Grund für diese scheinbar große Farbmenge sei aber nicht die Masse, sondern die hohe Pigmentierung der Flüssigkeit gewesen.

Ein wenig Erleichterung kam auf, als sich herausstellte, dass es sich bei der Flüssigkeit um wasserlösliche Acrylfarbe handelte. „Natürlich ist das aber trotzdem schlimm genug, was hier passiert ist“, sagte Rüß, um den Vorfall nicht zu verharmlosen. „Doch was jetzt da draußen ist, kriegen wir sowieso nicht wieder eingefangen. Das wird sich verteilen.“

Die 14 Einsatzkräfte der Feuerwehr Eckernförde sorgten aber zunächst dafür, dass nicht noch mehr Farbe in die Ostsee gelangen konnte. Mit sogenannten Rohrdichtkissen haben sie die Abwasserrohre in Richtung Ostsee sowie auf der Baustelle selbst verschlossen. Vom Schlauchboot aus wurden die riesigen Pfropfen in die Rohre gebracht. Auch die Wasserschutzpolizei war vor Ort.

Was mit dem noch in den Rohren vorhandenen Farbwasser geschehen sollte, entschied dann Dirk Petersen von den Stadtwerken. Es wurde noch am selben Tag umgepumpt und ins Klärwerk befördert.

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