Radiomuseum Blickstedt zieht nach Seeholz um

<strong>Johann Fischerkeller</strong> (Mitte) hat mit Rolf Pokrant (l.) und dessen Sohn Nico würdige Nachfolger für sein Radiomuseum gefunden. Die Geräte werden in Holzdorf gezeigt. Foto: mla
Johann Fischerkeller (Mitte) hat mit Rolf Pokrant (l.) und dessen Sohn Nico würdige Nachfolger für sein Radiomuseum gefunden. Die Geräte werden in Holzdorf gezeigt. Foto: mla

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21. Juni 2010, 03:59 Uhr

Blickstedt | Lange hat Johann Fischerkeller aus Blickstedt jemanden gesucht, der sein Radiomuseum weiter führt. Nun hat er mit Rolf Pokrant und seinem Sohn Nico geeignete Nachfolger gefunden. Sie wollen in der alten Schule im Holzdorfer Ortsteil Seeholz ein phonotechnisches Museum mit Grammofonen, alten Schellackplatten und Radios aus über 100 Jahren Technikgeschichte eröffnen (wir berichteten). Seine Werkstatt in Blickstedt möchte Johann Fischerkeller jedoch erhalten. Und er wird auch weiter sammeln. "So lange, bis ich nicht mehr kann", sagt der 81-jährige, humorvolle, bärtige Mann und lacht. Leicht fällt es ihm nicht, aus Altersgründen nach 20 Jahren seine gut 1 000 Sammlerstücke umfassende, wertvolle Radio-Sammlung mit hübschen Einzelstücken abzugeben. "Da hängen viele Erinnerungen dran", sagt er. "Aber ich kann meine Radios ja immer noch besuchen", fügt er schmunzelnd hinzu. "Und ein paar bleiben hier, selbstverständlich." Der 63-jährige Rolf Pokrant und sein 33-jähriger Sohn Nico sind ebenfalls Sammler. Sie sammeln seit 20 Jahren alte Schallplatten und Grammofone. Vor fünfzehn Jahren ist man durch einen Zeitungsartikel aufeinander aufmerksam geworden. Der Kontakt ist geblieben, man hilft sich gegenseitig. "Wir haben mit verfolgt, dass Johann Fischerkeller einen Nachfolger sucht", erzählt Nico Pokrant. Und weil sie im Frühjahr die alte Dorfschule in Holzdorf gekauft haben, um sie zu renovieren und in den Schulräumen ein Museum einzurichten, erklärte sich Johann Fischerkeller mit der Übernahme der Radios einverstanden. Auf insgesamt rund 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden sie genügend Platz bekommen. Die Sammlung von Johann Fischerkeller mit Radios ab 1920 und die über 400 Stücke umfassende Grammofon- und Platten-Sammlung von Rolf und Nico Pokrant sollen dort zusammengeführt werden. So, dass Museumsbesucher einen chronologischen Überblick über Phonotechnik aus den Jahren 1819 bis 1960/70 erhalten. "Das ergänzt sich ganz wunderbar", schwärmt Nico Pokrant. Denn mit dem Ende der Grammofonära habe die Rundfunkära begonnen. Ende des Jahres wollen die beiden fertig sein mit dem Museum. Um Ostern herum ist die Eröffnung geplant. Einige Stücke, darunter 25 Musiktruhen, haben sie schon abgeholt. "Doch es wird noch spannend", sagt Rolf Pokrant. Vor allem der Transport. Denn die wertvollen Radios, die Johann Fischerkeller fast alle zum Laufen gebracht hat, sind empfindlich. "Für mich wichtig, dass alles erhalten bleibt", stellt Johann Fischerkeller klar. Sein Museum und die Werkstatt in Blickstedt bleiben wie bisher am Sonnabend und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 04346/8171 weiterhin geöffnet.

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