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Eckernförder Zeitung

17. Dezember 2017 | 05:30 Uhr

Rabatt-Parken in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 18.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Wer mit dem Auto in die Innenstadt fährt, die richtigen Stellen kennt und ein wenig Glück hat, kann sein Portemonnaie stecken lassen. Gratis parken – der Traum eines jeden Autofahrers – ist in der Eckernförder City möglich.

Noch. Denn die gute Laune ist bei so Manchem schon getrübt, weil am Horizont dunkle Wolken in Gestalt gebührenpflichtiger Parkhäuser und -decks aufziehen, die den liebgewonnenen Gratisbuchten den Garaus machen sollen. Die Uhr tickt, die Galgenfrist läuft. Schätzungsweise ab Ende 2015 wird kassiert. Schluss mit Frei-Parken in der Aldi-Parkpalette an der Noorstraße und dem Bahnhofsparkplatz am Schulweg.

Die Stadtwerke Eckernförde sind Bauherr beider Projekte und werden ihr schickes Parkhaus und ihr geplantes Parkdeck weder den Autofahrern noch den Kaufleuten oder der Stadt imageträchtig und mit bunter Schleife verziert als Geschenk anbieten. Sie wollen Geld fürs Parken, weil sie ohne die Einkünfte aus Parkgebühren erst gar nicht Bauherr geworden wären. Denn nur wenn die Stadtwerke ernsthaft bemüht sind, Einnahmen zu erzielen, genehmigt ihnen der Fiskus auch die Verrechnung der bereits jetzt sicheren Verluste aus dem Betrieb des Parkraums mit ihren Gewinnen aus dem Strom-, Wasser- und Gasverkauf. Der steuerliche Querverbund erspart der „Tochter Stadtwerke“ mächtig Steuern, so dass sie unter anderem auch deshalb weiterhin Jahr um Jahr viel Geld an „Mutter Stadt“ abgeben kann. 2012 flossen bei einem Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro auf diese Weise 712 800 Euro in Mutterns Kasse, der Rest war Taschengeld für das fleißige Kind, das der Mutter mit dem Wellenbad und dem Hafen seit vielen Jahren zwei weitere schwer verdauliche Brocken abgenommen hat und so das Familieneinkommen stärkt.

Noch gibt es keine Gebührenordnung, aber sie wird kommen. Profitieren sollen auf jeden Fall diejenigen, die Strom oder Gas bei den Stadtwerken einkaufen – sie sollen an der Noorstraße und am Schulweg günstiger parken. Die Stadtwerke wollen auch mit den Kaufleuten über ein Rabattsystem für die Kundschaft verhandeln: Wer Jacke, Schuhe oder Bratpfanne kauft, sich die Haare schneiden lässt, ein Mittel gegen Haarausfall erwirbt oder ein Schnitzel mit Pommes verdrückt, soll die Parkgebühr ganz oder teilweise erstattet bekommen. So sollen die Auto fahrenden Kunden aus der Region geschmeidig gehalten und weiter zur Anfahrt der Innenstadt animiert werden.

In zwei Jahren wird man wissen, ob diese Rechnung aufgeht. Der Kampf um die kostenlosen Parkplätze in Reichweite der Innenstadt am Grünen Weg oder auf der Fischerkoppel wird in jedem Fall härter. Kreative Lösungen sind gefragt, damit Eckernförde als Einkaufsstadt attraktiv bleibt.

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