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Parkgebühren : Rabatt auf den Einkauf beim Parken in der Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Berufsschüler haben 500 Leute befragt: Sie würden bei der geplanten Erstattung der Parkgebühren durch die Geschäftsleute ein Rabattsystem bevorzugen.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2015 | 06:30 Uhr

Wohl kaum ein Projekt der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) ist so umfangreich auf wissenschaftlicher Ebene begleitet worden: Noch in diesem Jahr soll in der Innenstadt ein Parkgebührenerstattungssystem eingeführt werden. Immerhin gehört es in vielen anderen Städten zum Alltag, dass Kunden nach einem Einkauf in der Innenstadt einen Teil der Parkkosten erstattet bekommen – ein Wettbewerbsvorteil für sie. Doch welches System ist für Eckernförde geeignet?

Das hat sich die ETMG gefragt und mit Myriam Buch im vergangenen Jahr eine Praktikantin gefunden, die sich in ihrer Bachelor-Arbeit „Parkraumbewirtschaftung in touristischen Destinationen“ genau mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Demnach können sich von 85 befragten Wirtschaftstreibenden in Eckernförde 40 die Teilnahme an einem Erstattungssystem vorstellen. Die Hälfte der befragten Geschäftsleute sprach sich für eine Rückerstattung durch einen Nachlass auf die Einkaufssumme, also ein Rabattsystem aus.

Aber nicht nur die Geschäftsleute haben ein Wörtchen mitzureden, auch die Kunden sollten zu Wort kommen. Deshalb hat die ETMG auf die bewährte Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungszentrum zurückgegriffen. Unter der Leitung des Wirtschaftslehrers Per Hansen haben die angehenden Kaufmännischen Assistenten einen Fragebogen zu dem Thema entwickelt und 500 Passanten zu ihren Wünschen befragt.

Ergebnis: Ihre Vorstellungen sind deckungsgleich mit denen der Kaufleute. In allen Altersgruppen fand ein Nachlass auf die Einkaufssumme die größte Zustimmung (41 Prozent). Zur Auswahl stand noch die Ausgabe von Parkmünzen (24 Prozent) und die Entwertung der Parktickets (27 Prozent) durch die Gewerbetreibenden sowie die Ausgabe eines Gutscheins (8 Prozent) durch die Einzelhändler.

Das Fazit der Berufsschüler stand damit fest. Ihr Ergebnis stellten sie gestern dem Vorsitzenden des Wirtschaftskreises Eckernförde, Wilfried Wagner, und dem ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann vor.

Dabei goss Wilfried Wagner gleich Wasser in den Wein: „Die Parkplätze in der Innenstadt gehören der Stadt. Sie profitiert von den Kaufleuten durch deren Steuerzahlungen und die Parkgebühren. Eine weit verbreitete Meinung unter den Gewerbetreibenden ist dementsprechend, dass sie auch erwarten können, dass die Stadt die Parkplätze zur Verfügung stellt.“

Dennoch: 40 Kaufleute können sich laut Myriam Buchs Bachelorarbeit vorstellen, am Erstattungssystem teilzunehmen. Deshalb ist es jetzt die Aufgabe Stefan Borgmanns, in den kommenden Wochen Gespräche mit den Kaufleuten über die Einführung eines konkreten Systems zu sprechen.

Er selbst hatte seine Zweifel, ob ein Rabattsystem so einfach umzusetzen ist wie von den Schülern angenommen. So seien zum Beispiel auch Fragen wie die Geltendmachung von Rabatten beim Finanzamt und die technische Umsetzung an der Kasse zu berücksichtigen. Selbst bevorzugt er die Ausgabe von Parkmünzen als einfachstes System. Allerdings könnten aus technischen Gründen nur zwölf der insgesamt 40 Automaten in der Innenstadt mit einem Münzprüfer ausgestattet werden. Dafür und für die Anschaffung von Münzen, die durch die Geschäftsleute ausgeteilt werden und wie Bargeld in die Automaten gegeben werden können, rechnet Borgmann mit Gesamtkosten von 12000 Euro. Bei 48 teilnehmenden Kaufleuten wären also Einstiegskosten von je 250 Euro zu bezahlen. Nur diese Kaufleute würden dann an dem System teilnehmen. Die Hoffnung ist allerdings, dass sich im Laufe der Zeit mehr Geschäftsleute beteiligen.

> Noch bis zum 27. Februar läuft die Bewerbungsfrist für die neue Unterstufe der Kaufmännischen Assistenten mit den Fachrichtungen Informationsverarbeitung und Fremdsprachen. Anmeldungen beim Berufsbildungszentrum, Fischerkoppel 8, Tel. 04351/ 75740, www.bbz-rd-eck.de.


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