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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 11:27 Uhr

Kommentar : Qualitätsoffensive

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pläne für ein Hotel und eine Seebrücke

Jahrelang haben große Hotel-Investoren einen Bogen um Eckernförde gemacht. Die Ostseestadt war ihnen nicht „sexy“ genug: zu klein, zu wenig los, zu bieder, nicht so richtig am Puls der Zeit. Offenbar haben ein paar von ihnen entweder ihre Meinung geändert, oder Eckernförde ist durch seine vielfältigen Aktivitäten und seinen konsequenten Ausbau der Promenaden, des Hafens und einiger Innenstadtstraßen ins Blickfeld aufmerksamer Hotelbetreiber gerückt. Und wer weiß: Vielleicht haben auch die so gut gelaufenen Großereignisse wie das Südstrand-Open-Air, die Kreuzfahrtpremiere oder auch Green Screen den guten Ruf einer aktiven und offenen Stadt am Meer in die richtigen Kanäle getragen. Eckernförde ist jedenfalls ab sofort ein ernsthafter Kandidat für einen Hotelneubau auf dem Exer und den Bau einer Seebrücke.

100 bis 200 Zimmer mit entsprechender Bettenkapazität soll die Zahl der Gäste und Übernachtungen nach oben treiben. Bisher dominieren in Eckernförde die jährlich 1,6 Millionen Tagesgäste, die morgens kommen und abends fahren. Das soll sich ändern. Ob’s wirtschaftlich reicht und die Auslastung stimmt, werden die Investoren sicher genau geprüft haben. Die „Nachteile“, die Touristik-Chef in seiner Pro- und Contra-Liste erfasst hat dürften eher kosmetischen Charakter haben. Denn der Verkehrsstau am Lornsenplatz und auf den Einfallstraßen B 76 und B 203 sind und bleiben unabhängig von weiteren Gästen ein Problem.

Die Antwort auf die aufgeworfene Frage nach der touristischen Zukunft Eckernfördes kann nur lauten: Mehr Qualität und mehr Kapazität. Der Tourismus als Wirtschaftsfaktor muss ausgebaut werden, selbstverständlich ohne der Stadt ihren natürlichen Charme zu nehmen. Stillstand wäre auch hier Rückschritt – eine Besinnung auf das Geleistete, ein Innehalten kann keine ernsthafte Alternative sein. Das kann Eckernförde sich nicht leisten. Die Stadt braucht neue Arbeitsplätze. Die sind im Tourismus zwar nicht sonderlich gut bezahlt, setzen aber nach dem systematischen Abzug der Landeseinrichtungen im Ostseebad – Fischereischule, Fachhochschule für Bauwesen, Finanzamt – wieder positive Signale und bringen junge Angestellte und neues Leben in die Stadt. Und darauf kann und darf Eckernförde nicht verzichten.

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erstellt am 16.Sep.2015 | 06:17 Uhr

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